Seniorenstudium ist 20 Jahre jung
Jubiläumsfeier bei der Zentralen Einrichtung für Weiterbildung der Universität Hannover
Die Zentrale Einrichtung für Weiterbildung (ZEW) der Universität Hannover feiert am Dienstag, 15. November 2005 ein Jubiläum: 20 Jahre Seniorenstudium. Unter dem Motto „Bedeutung des lebenslangen Lernens für den Dialog der Generationen“ bietet die Feierstunde Rück- und Ausblicke auf das Seniorenstudium. Dieser Dialog hat an der Hochschule seine ganz eigenen Formen angenommen: Junge Studierende, die ihren viele Jahre älteren Kommilitonen beim Umgang mit dem Computer beraten, Senioren die im Gegenzug Projekterfahrung in die Seminararbeit einbringen oder auch Seniorinnen und Senioren, die ihre allein erziehenden Referatspartner durch Kinderbetreuung unterstützen.
„Es hat sich einiges verändert seit Prof. Horst Callies und Prof. Horst Siebert von der Philosophischen Fakultät mit Dipl.-Päd. Erika Seidel im Wintersemester 1985/86 das Seniorenstudium an der Universität Hannover auf den Weg gebracht haben“, sagt Koordinatorin Gabriele Volmer. Damals starteten 136 Studierende ins Seniorenstudium. 25 Semester später gehörte eine Anzahl von mehr als 500 Gasthörenden pro Semester bereits zum Hochschulalltag, im vergangenen Wintersemester waren es mehr als 700. Auch die Motivation ein Seniorenstudium aufzunehmen hat sich verändert. Damals galt es insbesondere ein Angebot für jene zu schaffen, die während Nachkriegszeit mit ihren wirtschaftlichen und sozialen Belastungen nicht die Möglichkeit hatten zu studieren. Es ging also um Nachholbedarf. Für viele Männer aber auch darum, auch nach der Pensionierung mit ihrem berufsbezogenen Wissen auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Frauen, die damals häufig aufgrund einer Familienphase auf ein Studium verzichtet hatten, wollten über das Seniorenstudium zumeist mehr über ihre eigenen Potenziale erfahren. Ein breit angelegtes, humanistisch orientiertes Bildungsangebot war gefragt.
Heute sind die Studierenden, die das „Seniorenangebot“ nutzen nicht selten noch gar nicht in Pension. Die Jüngste von ihnen ist Mitte Dreißig. Einige der überwiegend weiblichen Studierenden wollen das „Seniorenstudium“ als Zusatzqualifikation ihre berufliche und ehrenamtliche Weiterentwicklung nutzen. Das Lehrangebot ist heute interdisziplinär angelegt, aber in sich konkreter geworden. Neben dem allgemeinen Gasthörenden- und Seniorenstudium bietet die ZEW die Studienprogramme „Kulturwissenschaften“ und „Bürgerschaftliches Engagement“ sowie das Studienzertifikat „Ästhetische Bildung“ an.
Meldung vom 15.11.2005