WeltGewänder
Institut für Textil- und Bekleidungstechnik beteiligt sich an internationalem Wettbewerb der Deutschen Welthungerhilfe
Am Sonnabend, 19. November 2005 um 20 Uhr präsentieren Studierende des Instituts für Textil- und Bekleidungstechnik und ihre Didaktik der Universität Hannover ihre Entwürfe zum Thema „WeltGewänder“ im Konzertsaal der Universität der Künste in Berlin. Über 100 Nachwuchsdesigner und angehende Berufsschullehrerinnen beteiligen sich an der internationalen Modenschau und dem damit verbundenen Wettbewerb. Das Projekt ist eine Aktion der Deutschen Welthungerhilfe und ihrer Partner. Eine internationale Jury unter Vorsitz des britischen Stardesigners Ozwald Boateng prämiert die Gewinner.
Für den Wettbewerb mussten die jungen Teilnehmer mit den unterschiedlichsten Stoffen ihre Kollektion zum Thema "WeltGewänder" kreieren - aus afrikanischer Baumwolle mit Stempelmuster, feiner indischer Seide, handgewebtem bunt gestreiften Stoff aus Peru. Die Stoffe stellte die Deutsche Welthungerhilfe den teilnehmenden Einrichtungen zur Verfügung; sie stammen alle aus Projektländern der Hilfsorganisation. Aus Deutschland beteiligen sich zehn Modeschulen und Universitäten an dem Wettbewerb. Aus Indien nehmen Designstudenten des National Institute of Fashion Technology (NIFT) teil.
22 Studentinnen des Instituts für Textil- und Bekleidungstechnik haben sich am Wettbewerb beteiligt. Eine große Herausforderung für die angehenden Berufsschullehrerinnen, deren Studienplan zwar auch Modezeichnen, Schnittkonstruktion und Fertigungstechniken mit einschließt, die aber, im Gegensatz zu ihren Mitstreitern, den Designprozess mehr am Rande und unter völlig anderen Gesichtspunkten betrachten. Für die Studentinnen der Universität Hannover bewegt sich ihr Studium im Spannungsfeld zwischen Technik und Mode und immer im Hinblick auf eine praxisnahe und handlungsorientierte Vermittlung – eine sinnvolle pädagogische Arbeit. Die Grundidee des Gestaltungskonzeptes ist der Versuch, aus dem Blickwinkel der Tradition eines Landes der südlichen Welt und des Modernismus der westlichen Welt eine Ambivalenz zwischen Tradition und Megamodernismus entstehen zu lassen. Nach dem Prinzip der Konfrontation von Ferne und Nähe sind traditionelle Kleidformen und Materialien der Kultur eines der Partnerländer dem westlichen Modernismus der eigenen Kultur gegenüber gestellt. Ob und wie sich die 14 entstandenen Outfits von den Umsetzungen der anderen Beteiligten unterscheiden, bleibt bis zum Sonnabend spannend.
"WeltGewänder" begann 2002 als Pilotprojekt mit fünf Modeschulen in Deutschland und wird nun auf internationaler Ebene fortgesetzt. Ziel des Wettbewerbs ist es, den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern und die Teilnehmer für die Probleme der Länder des Südens zu sensibilisieren: "WeltGewänder ist nicht nur eine Aktion über Mode in aller Welt, sondern auch ein Zeichen der Partnerschaft zwischen Süd und Nord, zwischen der Deutschen Welthungerhilfe, den Partnerländern und jungen Designern und Modeschaffenden", betont Ingeborg Schäuble, Vorsitzende der Welthungerhilfe.
Meldung vom 18.11.2005