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Dem Druck besser standhalten

Thementag Psychische Gesundheit

Seit 1997 haben sich die psychischen Erkrankungen in der Bevölkerungsgruppe der 15- bis 35-Jährigen, in der sich auch die überwiegende Zahl der Studierenden befindet, verdoppelt. Studiengebühren, veränderte Anforderungsprofile, die Umstellung des Studiensystems auf neue Abschlüsse: Der Strukturwandel an Hochschulen erhöht den Druck auf Lernende. 60 Fachleute aus deutschen Hochschulen haben am 27. Januar 2006 an der Universität Hannover über Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Studierenden und über Handlungsmöglichkeiten diskutiert. Ende der Neunziger Jahre haben 26 Prozent der Studierenden gesagt, dass sie sich durch psychische Schwierigkeiten wie etwa Leistungsprobleme, mangelndes Selbstwertgefühl oder Prüfungsängste beeinträchtigt fühlten. Erschöpfungszustände, Suchtprobleme und Überforderung kommen - so zeigt die Beratungspraxis - oft hinzu. Wie kann den Betroffenen beholfen werden?

Modelle guter Praxis aus verschiedenen Universitäten zeigen, dass zum Beispiel Gesundheitszirkel von und für Studierende die Betroffenen erreichen. Niedrigschwellig angesetzte Angebote wie Coaching oder Kurse über Selbstmanagement und Schlüsselqualifikation, die für Studierende leichter anzunehmen sind als therapeutische Beratung, bieten sich ebenfalls an. Aber auch die Hochschule selbst sollte gesunde Studienbedingungen, wie etwa verlässliche Strukturen, eine wertschätzende Kommunikation, transparente Studienorganisation, hochwertige Lehre, soziale Anlaufpunkte und gut ausgebaute Beratungsangebote bieten. Die abschließende Podiumsdiskussion zeigte, dass diese Problematik in und außerhalb der Hochschulen erst langsam wahrgenommen wird, so dass der Thementag der vom Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschule veranstaltet wurde, einen wertvollen Beitrag leisten konnte.


Meldung vom 20.02.2006


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