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HannoverGen 2008-2010 – Ein innovatives Kooperationsprojekt geht an den Start
Nach Abschluss der Lehrerfortbildung an der Wilhelm-Raabe-Schule Hannover geht das Kooperationsprojekt "HannoverGEN 2008-2010" nach den Sommerferien in den Projektschulen an den Start. Das Projekt wurde 2006 im Gesprächsforum Agrar- und Ernährungswirtschaft Niedersachsen initiiert und mit einer Lehrerfortbildung ab Mitte Februar 2008 eingeleitet. Es steht für mehr Wissen und bessere Urteilsfähigkeit von Lehrern und Schülern über Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik und wird an ausgewählten Schulen in der Region Hannover erprobt.
Das Konzept
Das Konzept hat eine Arbeitsgruppe aus Lehrkräften, Wissenschaftlern und Kommunikationsexperten in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschafts-, Kultus- und Wissenschaftsministerium entwickelt. Projektträger sind das Land Niedersachsen und die Leibniz Universität Hannover. Für die Steuerung des Projektes sind das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium sowie das Niedersächsische Kultusministerium zuständig. Im Mittelpunkt des Projektes stehen vier bis fünf Stützpunkt- und bis zu 25 Partnerschulen in der Region Hannover mit bis zu 60 Lehrkräften sowie jährlich bis zu 5.000 Schülerinnen und Schülern.
Jede Stützpunktschule wird mit einem modernen molekularbiologischen Labor ausgestattet. Die Lernenden und Lehrenden sollen ihr Wissen über Grüne Gentechnik durch Experimentieren vertiefen und ihre Urteilsfähigkeit über Nutzen und Risiken der Gentechnik verbessern. Die Qualität der Lernangebote wird schrittweise im Verlauf des Projekts gesteigert, indem die Lernwirksamkeit des Unterrichts geprüft wird. Die Projektarbeiten an den Stützpunktschulen werden von Wissenschaftlern und Kommunikationsexperten unterstützt. Das erworbene Wissen sollen die Stützpunktschulen dann an ihre Partnerschulen weitergeben und ihnen ermöglichen, in den Schullaboren zu experimentieren.
Verantwortlich für die wissenschaftlichen Grundlagen des Projektes sind:
Prof. Hans-Jörg Jacobsen, Leiter der Abt. II Pflanzenbiotechnologie am Institut für Pflanzengenetik der Leibniz Universität Hannover für "Molekularbiologisches Experimentieren",
Prof. Harald Gropengießer, Leiter Fachgebiet Didaktik der Biologie am Institut für Didaktik der Naturwissenschaften der Leibniz Universität Hannover für "Wissen vermitteln",
Frau Prof.'in Corinna Hößle, Leiterin der AG Biologiedidaktik am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg für "Ethische Bewertungskompetenz".
Umsetzung und Finanzierung Das Projekt wird in folgenden Phasen und Schulen umgesetzt:
Phasen
I Lehrerfortbildung: Die Projektlehrer an den Stützpunktschulen werden mit einem halbjährigen Grundkursus auf ihre Aufgaben vorbereitet (Februar-Juli 2008).
II Praxiserprobung: Diese Stufe folgt der Lehrerfortbildung und dauert 2 Schuljahre (2009/2010). Dabei wird in den Stützpunktschulen an 1-2 Tagen pro Woche das Lernen und Lehren am Experiment und im Unterricht erprobt, es werden Unterrichtskonzepte entwickelt und die Zusammenarbeit mit dem Schulungszentrum und den Partnerschulen organisiert.
III Auswertung: Das Modellprojekt endet mit einer 4-5monatige Auswertungsphase zur Bewertung und Analyse der Erfahrungen bei der Entwicklung und Anwendung der Unterrichtskonzepte und Experimentiermodule (September-Dezember 2010).
Schulen
Zu den Stützpunktschulen gehören bislang: Erich Kästner Gymnasium Laatzen, IGS Garbsen, Gymnasium Helene-Lange-Schule Hannover und Gymnasium Wilhelm-Raabe-Schule Hannover.
Als Partnerschulen sind bisher 21 weiterführende Schulen aus Hannover und Umgebung an dem Projekt beteiligt.
Die Projektausgaben betragen voraussichtlich rund eine Million Euro. Sie werden überwiegend aus Mitteln des Landes Niedersachsen und der Stiftung "Zukunfts- und Innovationsfonds Niedersachsen" sowie zu einem kleinen Teil von der Wirtschaft finanziert.
Kommunikation
Im Interesse des allgemeinen Informationsbedarfs und eines eigenen Medienprofils, aber auch um Medienkompetenz, Selbststeuerung und kooperatives Lernen der am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler zu fördern, setzt das Projekt auf folgende Schwerpunkte: Das Projekt kommuniziert auf virtuellen und realen Ebenen. Es verfügt über eine eigene Website www.hannovergen.de, die über das Modellprojekt informiert und allen Interessierten die Möglichkeit zum offenen oder internen Meinungsaustausch bietet. Dabei wird es von "Lernort Labor - Zentrum für Beratung und Qualitätsentwicklung von Schülerlaboren (LeLa)" unterstützt. Mit Unterstützung von "n-21: Schulen in Niedersachsen online e.V." werden Schüler-Reporter aus niedersächsischen Medienkompetenzschulen das Projekt begleiten und auf gleicher Augenhöhe mit ihren experimentierenden Mitschülern, Lehrern und Wissenschaftlern kommunizieren. Ihre Beiträge werden im n-21-Portal www.schul-internetradio.de veröffentlicht.
Um schließlich die außerschulische Orientierung des Projektes im Dialog mit seinem gesellschaftlichen Umfeld zu gewährleisten, wird ihm ein Beirat aus Vertretern seines gesellschaftlichen Umfeldes zugeordnet. Die Wirtschaft hat hier eine Schlüsselrolle. Gerade weil in der öffentlichen Meinung Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit bestehen, soll sie über ihren Umgang mit der Grünen Gentechnik an Beispielen informieren.
Bewertung
Die Grüne Gentechnik gilt als eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien der Gegenwart. Gleichzeitig ist kaum eine andere Technologie so heftig umstritten. Die Niedersächsische Landesregierung sieht bei einer verantwortungsvollen Nutzung große Potenziale für die Agrarwirtschaft. Voraussetzung für eine umfassende Anwendung ist aber ein breiter gesellschaftlicher Konsens und eine verstärkte Aufklärungsarbeit über Nutzen und Risiken der Grünen Gentechnik. Dabei fällt den Schulen wegen ihrer Vermittlung von biologischem Grundwissen und Wertorientierungen an Jugendliche eine Schlüsselrolle zu.
Das Projekt wird von Dr. Dirk Hillebrandt vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften Kiel (Leitung Prof. Manfred Euler) extern evaluiert. Dafür werden Kriterien definiert, die Zwischenbewertungen des Projektes ermöglichen und Empfehlungen für die nachfolgenden Projektphasen aussprechen. Außerdem sind Ansätze und Mittel zur Verstetigung der Inhalte, organisatorischen Muster und Außenwirkungen des Projektes Gegenstand der Evaluation.
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
Meldung vom 22.07.2008
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