Pilotprojekt für schnelles Internet startet in zwei
Niedersächsischen Gemeinden
Stiftung „Zukunfts- und Innovationsfonds Niedersachsen“ fördert WiMAX- Kooperationsprojekt
Um der drohenden "digitalen Spaltung" zwischen dem ländlichen Raum und urbanen Ballungszentren entgegenzuwirken, hat das Kuratorium der Stiftung "Zukunfts- und Innovationsfonds Niedersachsen" im Frühjahr dieses Jahres beschlossen, ein Kooperationsvorhaben der Leibniz Universität Hannover, der Technischen Universität Braunschweig, dem niedersächsischen Telekommunikationsdienstleister EWE TEL GmbH sowie dem niedersächsischen Mittelständler DOK Systeme GmbH zu unterstützen. Ziel: Die Entwicklung eines ganzheitlichen technologischen und wirtschaftlichen Konzeptes zur Anbindung des ländlichen Raums an breitbandige Kommunikationstechnik auf Basis der drahtlosen WiMAX-Technologie. Das Vorhaben dauert zwei Jahre. In dieser Zeit unterstützt die Stiftung das Projekt mit rund einer Million Euro.
Die leitungsgebundene DSL-Technologie stößt im ländlichen Raum an ihre physikalischen und wirtschaftlichen Grenzen. Leitungslänge und Dämpfungswerte bestimmen die Qualität der übertragbaren Bandbreiten - in ländlichen Regionen ist aus diesen Gründen die DSL-Technik zum Teil nicht nutzbar. Die WiMAX-Technologie stellt in diesen Gebieten eine Alternative zur kabelgebundenen Technik dar. Sie kann eine Bandbreite von bis zu 75 Mbit/s in bis zu 50 km Entfernung sowie eine gesicherte Grundversorgung von bis zu 2 Mbit/s im direkten Versorgungsbereich bieten. Die überwiegend flache Topographie Niedersachsens unterstützt eine umfassende Ausleuchtung mittels weniger Basisstationen. Während des Pilotprojektes werden in den Landkreisen Emsland und Rotenburg (Wümme) WiMAX-Pilotinstallationen aufgebaut, die zu Forschungszwecken jeweils eine Gemeinde via Funk ans World Wide Web anbinden. Prof. Dr. Klaus Jobmann, Leibniz Universität Hannover, und Prof. Dr. Thomas Kürner, Technische Universität Braunschweig, erklären: "Mit WiMAX, einer Kommunikationsinfrastruktur auf Basis des internationalen Standards IEEE 802.16d/e, steht eine preiswerte Alternative für den notwendigen Lückenschluss in der Fläche zur Verfügung."
Meldung vom 17.10.2008