Europäische Initiative erleichtert Zugang zu
Forschungsdaten
Technische Informationsbibliothek beteiligt sich an internationaler Kooperation
Ein besserer Zugang zu Forschungsdaten über das Internet – auf dieses gemeinsame Ziel haben sich jetzt führende europäische Forschungsbibliotheken und Technische Informationszentren verständigt. Für diesen Zweck wollen die Beteiligten eine Non Profit Agentur einrichten, die es Organisationen ermöglicht, Forschungsdaten zu registrieren und ihnen sogenannte Persistent Identifiers (eindeutige Bezeichnungen für digitale Inhalte) zuzuweisen, so dass Forschungsdaten als unabhängige, zitierbare und eindeutige wissenschaftliche Objekte behandelt werden können.
Neben der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB), haben die British Library, die Bibliothek der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, das französische L’ Institut de l’ Information Scientifique et Technique (INIST), das Technical Information Center of Denmark und die TU Delft Bibliothek aus den Niederlanden eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.
"Dies ist ein wichtiger Schritt für Bibliotheken und andere Informationsanbieter, um
eine Strategie für einen neuen Verantwortungs- und Dienstleistungsbereich zu
entwickeln“, erklärt Uwe Rosemann, Direktor der TIB. Maria Heijne, Direktorin der
Bibliothek der TU Delft ergänzt: "Die Zitierfähigkeit von Forschungsdaten
macht sich für Forscher bezahlt und wird sie daher hoffentlich davon überzeugen,
dass sich die Langzeitarchivierung von Daten lohnt.“
In einem ersten Schritt wird die Agentur auf einem von der TIB entwickelten Konzept
aufgebaut, um den Einsatz von Digital Object Identifiern (DOI) für Forschungsdaten
zu fördern. Ein Digital Object Identifier (DOI) wird eingesetzt, um elektronische
Quellen zu zitieren und zu verlinken (sowohl Texte als auch Forschungsdaten oder
andere Arten von Inhalten). Der DOI unterscheidet sich von anderen
Quellennachweis-Systemen die gewöhnlich im Internet Gebrauch finden, wie der
URL, da sie dauerhaft mit dem Objekt selbst verlinkt ist und nicht nur mit dem Ort,
an dem sich das Objekt befindet. Seit 2005 hat die TIB rund 600.000
Forschungsdatensätze mit einem DOI Namen registriert, und somit einen einfachen
Zugriff und deren Zitierfähigkeit ermöglicht.
Meldung vom 06.04.2009