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“Wir können die Grenzen der Physik verschieben”
 

QUEST Professoren stellen sich vor

Der Exzellenzcluster QUEST hat Spitzen-Wissenschaftler an die Leibniz Universität Hannover und ihre Partnerinstitute geholt. Am Donnerstag, 25. Juni 2009, um 16 Uhr stellen sich die vier neuen Professoren Jakob Flury, Domenico Giulini, Manfred Lein und Piet O. Schmidt der Öffentlichkeit vor. Veranstaltungsort ist die Leibniz Universität Hannover, Welfengarten 1, 30167 Hannover, Raum E 214. Mit spannenden Vorträgen zu Ihren Forschungsfeldern erklären sie die Bedeutung Ihrer Arbeit für QUEST und laden zu einer Diskussion an die derzeitigen Grenzen der modernen Physik.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Mitarbeiter der Universität und ausdrücklich auch an die interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei.

Der Exzellenzcluster QUEST (Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research) stellt sich einer der größten Herausforderungen der modernen Physik: QUEST will die Quantenphysik mit der Relativitätstheorie verbinden. Es geht darum, die Physik der kleinsten Teilchen, die Quantenphysik zu verstehen und für präzise Messungen nutzbar zu machen, um etwas über das größte vorstellbare, das Universum zu lernen.

Deshalb ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Forschungs-Disziplinen ein wesentliches Merkmal von QUEST. Diese wissenschaftliche Herausforderung ermöglicht jungen, talentierten und hochqualifizierten Wissenschaftlern gemeinsam an bislang ungelösten grundlegenden Themen der Gravitation und der Quantenmechanik zu arbeiten.
Die vier neuen Professoren sind diesem Ruf gefolgt. Alle vier sind ausgewiesene Spezialisten auf ihrem Gebiet: Grundlagenforscher mit innovativen Denkansätzen, die vielleicht helfen können, physikalische Zusammenhänge in der Quantenwelt besser zu verstehen und neu zu definieren – sie verändern den Maßstab über das bisher Machbare hinaus. In ihren Vorträgen am 25. Juni geben sie erste Einblicke, wie QUEST diese Herausforderung annimmt.

Im Anschluss an Vorträge und Diskussion sind alle Gäste herzlich eingeladen, im Rahmen des Sommerfestes der Leibniz Universität Hannover, die „vier Neuen“ in persönlichen Gesprächen kennenzulernen und die Diskussionen fortzusetzen.


Die Vorträge im einzelnen:

Prof. Dr. Jakob Flury: Präzisionsgeodäsie der Erde und des Weltalls

Jakob Flury wird in seinem Vortrag moderne geodätische Methoden und Projekte vorstellen. Dazu gehören die derzeit laufenden Schwerefeldsatellitenmissionen GOCE und GRACE sowie Lunar Laser Ranging (LLR), mit dem Laserentfernungsmessungen zwischen Erde und Mond durchgeführt werden.

Geodäsie ist die Vermessung der Erdoberfläche, des Schwerefeldes der Erde und der Erdrotation. Jakob Flury steht innerhalb von QUEST für den Bereich der Präzisionsgeodäsie. Sie ermöglicht es, das dynamische System Erde und seine Veränderungen global und sehr genau beobachten zu können. Dazu gehören selbst kleinste Bewegungen der Erdoberfläche durch die Tektonik der Kontinentalplatten, Massenänderungen in den polaren Eiskappen oder in den Zirkulationsströmen der Ozeane.

Mit seiner Forschungsgruppe untersucht Jakob Flury Beobachtungszeitreihen geodätischer Satellitenmissionen, wie der Zwillingssatelliten GRACE, um die im Orbit auf die Satelliten wirkenden Kräfte detailliert bestimmen und modellieren zu können. Außerdem geht es darum, die an Bord solcher „fliegenden Präzisions-Messlaboratorien“ herrschenden Messbedingungen und Einflüsse genau zu verstehen. Flury schafft damit wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung zukünftiger geodätischer Satelliten.

Jakob Flury hat Geodäsie studiert und zur Schwerefeldmodellierung im Gebirge promoviert. Anschließend beschäftigte er sich intensiv mit den Schwerefeldsatellitenmissionen GOCE und GRACE und kümmerte sich dabei speziell um deren Fehlermodellierung. Flury leitete innerhalb der ESA-Weltraum-Mission GOCE das Projektbüro Deutschland, bevor er im Rahmen von Forschungsstipendien zu Sensoruntersuchungen der Satellitenmission GRACE an das Center for Space Research nach Texas ging.


Prof. Dr. Domenico Giulini: Quantengravitations-Phänomenologie

Domenico Giulinis Forschungsfeld ist Einsteins Theorie der Gravitation, die Allgemeine Relativitätstheorie. Er untersucht insbesondere, welche Phänomene der Gravitation – zum Beispiel die Krümmung des Raumes – sich mit den extrem präzisen QUEST-Messtechnologien genauer erforschen lassen. Mit seinen Forschungsarbeiten in QUEST könnte Giulini ganz wesentlich dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantentheorie aufzuklären und Grundlagen für eine gültige Theorie der Quantengravitation zu formulieren – dies gilt mit Recht als eine der größten Herausforderungen für die heutige theoretische Physik. In seinem Vortrag geht es unter anderem um die Dynamik von Systemen auf Distanzskalen weit oberhalb der unseres Sonnensystems. Die Anwendung der Allgemeinen Relativitätstheorie erlaubt hier, aus den beobachteten Daten Rückschlüsse auf den Materiegehalt des Universums zu ziehen. Das Resultat ist ganz erstaunlich: Die für uns "sichtbare" Materie kann höchstens 5 Prozent der auf diese Weise nachweisbaren Materie ausmachen. Die restlichen 95 Prozent müssen anderer als der uns bekannten Natur sein. Dies führt zum Thema der viel diskutierten "dunklen Materie" bzw. "dunklen Energie".

Domenico Giulini studierte Physik und Mathematik an den Universitäten in Freiburg und Cambridge. Nach seiner Promotion in Cambridge lehrte und forschte er an den Universitäten in Freiburg und Zürich sowie am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam. Giulini erhielt mehrere Preise in Cambridge und habilitierte sich 1996 an der Universität Freiburg.


Prof. Dr. Manfred Lein/Theoretische Quantenoptik:
„Theorie laserinduzierter Quantendynamik in Atomen und Molekülen“

Manfred Lein wird in seinem Vortrag erörtern, wie man die Bewegung von Elektronen in Atomen und Molekülen gezielt beeinflussen kann. Mit seinen Forschungsarbeiten liefert er wichtige theoretische Ergebnisse – sowohl für die Grundlagenforschung als auch für die Entwicklung neuer Messtechnologien in QUEST. Deshalb wird Manfred Lein auch die intensive Zusammenarbeit mit den experimentellen Gruppen in QUEST erläutern: Er untersucht mit ihnen insbesondere, wie Moleküle und Atome auf kurze intensive Laserpulse reagieren und sich sich innerhalb der unvorstellbar kurzen Zeitdauer von Attosekunden (10-18 s) verhalten.

Manfred Lein studierte an der Universität Würzburg und der State University of New York Physik. Er promovierte in Würzburg und absolvierte anschließend PostDoc-Aufenthalte am Imperial College in London und am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden. Anschließend leitete er die Forschungsgruppe „Attosekundenphysik“ am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und wurde 2006 als Professor für Theoretische Physik an die Universität Kassel berufen. Manfred Lein erhielt im Jahr 1998 den Röntgen-Preis (Universität Würzburg) und im Jahr 2006 den Wissenschaftspreis der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für seine Arbeit zur Attosekundendynamik in Molekülen.


Prof. Dr. Piet O. Schmidt / Experimentelle Quantenmetrologie:
„Von Quantencomputern zu optischen Uhren“

Das Fachgebiet - und man kann sagen: auch die Leidenschaft - von Piet Schmidt ist die Präzisionsspektroskopie von Atomen und Molekülen. Unter dem Begriff Spektroskopie werden Beobachtungsverfahren zusammengefasst, bei denen die Wechselwirkung von Licht unterschiedlicher Farbe mit Materie untersucht wird. Mit derartigen Technologien soll bei QUEST nicht nur die genaueste Uhr der Welt entwickelt, sondern auch eine der fundamentale Fragen der Physik beantwortet werden: ändern sich Naturkonstanten mit der Zeit? Besonders spannend an den geplanten Projekten ist der Einsatz von Techniken wie sie für den Bau von Quantencomputern entwickelt wurden. Sie ermöglichen es, bisher unerreichbare Atomsorten mit speziellen Eigenschaften zu untersuchen. Solche Atomsorten werden beispielsweise benötigt, um hochgenaue optische Uhren bauen zu können. In den letzten Jahren wurden enorme Fortschritte auf dem Gebiet der optischen Präzisionsspektroskopie erzielt, die bei den jüngsten Messungen von zwei optischen Uhren zu einer Genauigkeit von 18 Einheiten nach dem Komma führte.

Piet Schmidt studierte Physik an der Portland State University und an der Universität Konstanz. Nach seiner Promotion an der Universität Stuttgart absolvierte er einen Post-Doktoranden-Aufenthalt am National Institute of Standards and Technology in Boulder, Colorado (USA) und wechselte anschließend als Assistent an die Universität Innsbruck, wo er bis zu seiner Berufung nach Hannover auf dem Themengebiet „Cavity-QED mit gefangenen Ionen“ tätig war. Schmidt war Feodor-Lynen Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung und erhielt 2006 der START-Preis des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Österreich.

Weitere Informationen:
Susanne Milde, Telefon: 0331 – 583 93-55, Fax: -57, E-Mail: milde@mildemarketing.de
http://www.questhannover.de


Meldung vom 21.06.2009


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