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Weltraum-Observatorium LISA als NASA-Mission empfohlen
Das Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität ist an der Entwicklung neuer Gravitationswellen-Technologie zur Entdeckung des Universums beteiligt
Das amerikanische National Research Council (NRC) hat die Laser Interferometer Space Antenna (LISA) nachdrücklich als eine der zwei nächsten wichtigen großen Weltraum-Missionen der NASA empfohlen. Das Weltraum-Observatorium LISA wird Gravitationswellen messen und damit Schlüsselfragen zur Astrophysik, Astronomie und Physik des gesamten Universums beantworten können: beispielsweise, ob die riesigen Schwarzen Löcher in galaktischen Zentren wirklich den Regeln der Einsteinschen Allgemeinen Relativitätstheorie folgen, die er 1916 vorher gesagt hat. Die Mission soll gemeinsam mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA im Jahr 2016 beginnen.
"Diese Empfehlung und unser ausgezeichneter Ruf in der wissenschaftlichen Gemeinschaft spornen uns weiter an“, kommentiert Prof. Dr. Karsten Danzmann die Ergebnisse. Er ist der europäische Vorsitzende des LISA International Science Teams, Leiter des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover sowie Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut).
Gravitationswellen sind Kräuselungen in der Struktur von Raum und Zeit, die durch die kraftvollsten kosmischen Ereignisse verursacht werden. Sie entstehen beispielsweise, wenn zwei Schwarze Löcher miteinander verschmelzen und tragen Informationen über deren Entstehung sowie über die Natur der Schwerkraft mit sich. Konventionellen astronomischen Beobachtungsmethoden sind diese Informationen nicht zugänglich.
Das Weltraum-Observatorium LISA wird aus einer Dreiecks-Formation von drei Satelliten bestehen, die durch fünf Millionen Kilometer (die 12,5-fache Erde-Mond-Entfernung) lange Laserarme miteinander verbunden sind und im Erdorbit die Sonne umkreisen. Gravitationswellen aus Quellen im gesamten Universum verursachen leichte Schwingungen in der Raum-Zeit, die wiederum kleinste Änderungen in LISAs Armlängen verursachen. LISAs Laser werden diese Bewegungen einfangen und damit Gravitationswellen messen. Mit dieser neuen Methode können die Bewegungen unsichtbarer Massen direkt beobachtet werden – eine wichtige Ergänzung traditioneller astronomischer Methoden, die nur sichtbare Atome darstellen können.
Prof. Dr. Karsten Danzmann gehörte zu den Leitern des ursprünglichen LISA-Antrags an die ESA im Jahr 1993. Inzwischen ist das Albert-Einstein-Institut (AEI) zu einem Zentrum für die Entwicklung von LISA in Europa geworden. An LISA arbeiten Wissenschaftler aus Europa und den USA eng zusammen. LISA wurde entwickelt, um die erdgebundenen Gravitationswellen-Observatorien LIGO in den USA, das italienisch-französische VIRGO-Projekt und das deutsch-britische GEO 600 in Ruthe bei Hannover zu ergänzen. Karsten Danzmann ist heute der von ESA und NASA berufene europäische Vorsitzende des LISA International Science Teams (LIST). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des AEI sind an allen Aspekten der Entwicklung von LISA beteiligt. Ihre Forschungsarbeiten reichen von der Entwicklung der Gesamtmission über die Technologieentwicklung bis hin zu theoretischen Studien der Gravitationswellenquellen und neuen Methoden der Datenanalyse.
Meldung vom 19.08.2010
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