DFG fördert Sonderforschungsbereiche
Leibniz Universität Hannover profitiert von der Förderung neuer und bereits bestehender Forschungsverbünde
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat innerhalb des Förderprogramms "Sonderforschungsbereiche" entschieden, zum 1. Januar 2011 in den kommenden vier Jahren insgesamt rund 54,2 Millionen Euro für Projekte der Spitzenforschung an Niedersachsens Hochschulen zur Verfügung zu stellen. Es werden vier neue Sonderforschungsbereiche (SFB) eingerichtet und zwei bereits bestehende weiter gefördert. Die Leibniz Universität Hannover ist an drei von sechs SFBs beteiligt:
Der neu geförderte SFB 880 "Grundlagen des Hochauftriebs künftiger Verkehrsflugzeuge“, angesiedelt an der Technischen Universität Braunschweig, erhält eine Summe von 7,6 Millionen Euro. Im Fokus steht die Weiterentwicklung heutiger Verkehrsflugzeuge. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich im Wesentlichen auf noch nicht vorhandene Technologien für Hochauftriebssysteme, vor allem im Bereich der Lärmminderung.
Die SFB 599 "Biomedizintechnik“ und SFB/Transregio 7 "Gravitationswellenastronomie: Methoden – Quellen – Beobachtungen“ können fortgesetzt werden:
Der SFB 599 "Biomedizintechnik" am Standort Hannover/Braunschweig beschäftigt sich seit 2003 mit der Erforschung bioresorbierbarer und permanenter medizinischer Implantate aus metallischen und keramischen Werkstoffen. Dabei greift der SFB 599 aktuelle Probleme und Fragestellungen aus der klinischen Anwendung in den Bereichen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Orthopädie, Unfallchirurgie, Zahnheilkunde und Kardiochirurgie auf. Besonderes Merkmal des SFB 599 ist die breit angelegte, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Naturwissenschaftlern, Ingenieuren, Human- und Tiermedizinern. Projektbeteiligte sind die MHH, die Leibniz Universität Hannover, die Tierärztliche Hochschule Hannover, die Technische Universität Braunschweig, das Helmholtz–Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sowie das Laser Zentrum Hannover e.V.. Ziel dieser richtungsweisenden Forschung ist die Verbesserung von Implantaten, sowohl im Hinblick auf ihre (dauerhafte) Funktionsfähigkeit als auch im Hinblick auf ihre biologische Verträglichkeit. Der SFB wird von der DFG in seiner letzten Förderphase mit 11,6 Millionen Euro unterstützt.
Der SFB/Transregio 7 Gravitationswellenastronomie wird ebenfalls seit 2003 gefördert. Gravitationswellen tragen Informationen etwa über extrem kompakte Objekte, aus dem Innersten von Supernova-Explosionen oder gar vom Urknall, der Geburt unseres Universums. Dieses Potenzial zu nutzen, erfordert enorme Anstrengungen in Relativitätstheorie, Astronomie und Messtechnik. Universitäten und Max-Planck-Institute aus Jena, Tübingen, Hannover, Garching und Potsdam stellen sich gemeinsam diesen Herausforderungen und beschäftigen sich mit den mathematischen Grundlagen, der physikalischen Modellbildung, numerischen Simulationen, hochgezüchteter experimenteller Technik sowie ausgefeilter Computeralgorithmen zur Datenanalyse. Rund 11 Millionen Euro stellt die DFG für die letzte Förderungsphase des SFB zur Verfügung.
Meldung vom 18.11.2010