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Von der Preussag zur TUI - Dr. Michael Frenzel spricht bei „Karriere – Köpfe – Konzerne“ über das größte Touristikunternehmen Europas

Bild: Prof. Steinle, Dr. Frenzel, Prof. Barke Er ist der dienstälteste DAX-Vorstand Deutschlands: TUI-Chef Dr. Michael Frenzel war am Donnerstag, 7. April 2011, zu Gast in der Leibniz Universität Hannover. Als Referent der Veranstaltungsreihe „Karriere - Köpfe – Konzerne“ berichtete der Vorstandsvorsitzende der TUI AG, wie sich die ehemalige Preussag AG zu Europas größten Touristikunternehmen entwickelte. Vor rund 300 Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule sowie anderen Interessierten sprach er außerdem über seinen Werdegang. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Claus Steinle, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Unternehmensführung und Organisation der Leibniz Universität Hannover.

Dr. Frenzel gab den Studierenden im Hörsaal vorweg den Rat, sich über ihr Studienfach hinaus möglichst breit aufzustellen. Er selbst habe Rechtswissenschaften studiert, aber nie als Jurist gearbeitet. „Ich habe in den frühen Jahren viel gelernt“, sagte er. „Bereits in jungen Jahren war ich Bankdirektor bei der WestLB.“ 1988 wurde er in den Vorstand der Preussag berufen. Er habe ein doppeltes Angebot bekommen: „Hannover oder Hongkong“, sagte Frenzel. „Ich habe mich für Hannover entschieden und es nie bereut.“

Die Entscheidung, die Preussag von einem Misch- zu einem Tourismuskonzern umzubauen, sei einer nüchternen, strategischen Analyse gefolgt. „Der Tourismusbereich war das große Wachstumsfeld mit mittelständischer Struktur. Wir haben das Geschäftsmodell geändert“, so der TUI-Chef. So erfolgte 1997 der Einstieg bei Hapag Lloyd. „Wir hatten vor, uns von der Containerschifffahrt zu trennen, dann kam 2001“, sagte Frenzel. Während die Terroranschläge Auswirkungen auf den Tourismus hatten, blieb die Schifffahrt stabil. Als weitere Herausforderungen für die TUI nannte Frenzel die Finanzkrise 2008/2009, den Vulkanausbruch in Island vor einem Jahr und aktuell die Atomkatastrophe in Japan: „Sie können nicht alles voraussehen und müssen finanzielle Stabilität haben.“

Auch der Kunde verändere sich. „In Deutschland spielt die Demografie eine Rolle“, sagte Frenzel. Immer mehr Kunden seien älter als 55 oder 60 Jahre. Damit ändere sich die Nachfrage hin zu Wellness-, Städte- und Kulturreisen. „Sonne und Strand nimmt ab.“

„Das Leben ist eine Kombination von Chancen und nicht bis ins Letzte planbar“, sagte der TUI-Chef zum Schluss. „Was man aber selber leisten kann, ist die Vorraussetzungen zu schaffen, um gute Entscheidungen zu treffen.“

In der Veranstaltungsreihe „Karriere – Köpfe – Konzerne“ kommen Entscheidungsträger aus der regionalen Wirtschaft in die Leibniz Universität Hannover. Die nächsten Referenten sind AWD-Gründer Dr. h.c. Carsten Maschmeyer (09.06.2011) und Bernard Meyer von der Papenburger Meyer Werft (07.07.2011). Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2010/11 sprach Unternehmer und Hannover 96-Präsident Martin Kind. Anschließend waren Dr. Friedhelm Haak von der Madsack GmbH & Co. KG, Familienunternehmer Werner M. Bahlsen, Herbert K. Haas, der Vorstandsvorsitzende der Talanx AG und Drogerieketteninhaber Dirk Roßmann zu Gast im Audimax. Die Veranstaltungen werden passend zum Thema von einem Professoren oder einer Professorin der jeweiligen Fachrichtung moderiert. Die Vorträge stehen allen Studierenden, aber auch anderen Interessierten offen. Der Besuch ist kostenfrei. Um Anmeldung im Internet wird gebeten: www.karriere-koepfe-konzerne.de


Meldung vom 08.04.2011


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