Delegation aus Qatar zu Gast
Vertreter aus Wüstenstaat informieren sich über Forschungsprojekt „Solare Kühlung“
Großes nationales und internationales Interesse weckt das Forschungsprojekt "Solare Kühlung“ an der Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität. Prof. Dr.-Ing. Dirk Bohne vom Institut für Entwerfen und Konstruieren begrüßte jetzt eine Delegation aus dem Wüstenstaat Qatar, die sich über das Projekt informieren wollte. Die internationalen Gäste wurden von Niedersachsens Umweltminister Dr. Stefan Birkner, der Ministerialrätin für Energie und Umwelt des Landes Niedersachsen, Claudia Maier, und Gerd Pommerien, Geschäftsführer von AS Solar, begleitet.
Das Interesse der Besucher aus Qatar – Dr. Kahlid D. Al-Hajri von der Firma Qatar Solar, und Abdulaziz Al-Mikhlafi, Generalsekretär der Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry – hat einen konkreten Anlass: 2022 wird die Fußballweltmeisterschaft in dem Wüstenstaat ausgetragen. Sportler wie Zuschauerinnen und Zuschauer erwarten Saunabedingungen – hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 40 bis 50 Grad Celsius. Da Öl und Gas, die Quellen des Reichtums in Qatar, nicht ewig sprudeln werden, wird schon jetzt auf eine Infrastruktur gebaut, die unabhängig von diesen Rohstoffen ist. Die Hitze in den Stadien soll mit intelligenter Kühltechnik gemildert werden.
Entsprechend groß ist das Interesse an dem Forschungsprojekt „Solare Kühlung“. Das Institut für Entwerfen und Konstruieren an der Fakultät für Architektur und Landschaft entwickelt gemeinsam mit dem hannoverschen Solarfachgroßhandel AS Solar ein innovatives System zur solaren Kühlung. „Die Idee ist, ein Baukastensystem aus marktverfügbaren Komponenten zu entwickeln, das ohne aufwendige Planung schnell eine für den Anwendungsfall zugeschnittene Standardlösung liefert und einfach installiert werden kann“, erläutert Professor Bohne. Aktuell wird eine Anlage zur solaren Kühlung mit einer thermischen Kühlleistung von bis zu 10 KW und der Option der Heizungsunterstützung konzipiert und getestet. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert das Projekt. Projektleiter sind Susanne Brambora-Seffers von der Fakultät und Sebastian Ludwig von AS Solar.
Meldung vom 08.05.2012