Prof. Gunter A. Pilz erhält Ethikpreis des Deutschen
Olympischen Sportbundes
Renommierter Fanforscher der Leibniz Universität Hannover ausgezeichnet
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat Prof. Gunter A. Pilz mit dem DOSB-Ethikpreis geehrt. Er würdigt damit die langjährige Forschung des Soziologen zu den Themen Fankultur, Fairplay, Rechtsextremismus und Gewaltprävention insbesondere in der Fußball-Fanszene sowie das langjährige ehrenamtliche Engagement des Fanforschers. Professor Pilz hat den Preis Anfang September in Hannover entgegengenommen.
Der Preisträger habe auf herausragende Weise aufgezeigt, dass sich der Sport auch mit politischem Missbrauch, mit Diskriminierung und Gewalt konfrontiert sieht, sagte DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach. In unzähligen Untersuchungen, Analysen, Gutachten, Publikationen und Vorträgen habe Prof. Pilz den Finger in die Wunde gelegt und Missstände nicht nur „auf dem Platz“, sondern auch außerhalb in ihren Ursachen und Auswirkungen wissenschaftlich untersucht. Auch Wolfgang Niersbach, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), lobte die Leistung von Professor Pilz: „Es gebührt ihm große Anerkennung dafür, dass er in seinem Engagement in einem nicht einfachen Themenfeld nie nachgelassen hat.“
Prof. Pilz beschäftigt sich umfassend mit den Themen Sport und Gewalt. Er untersucht unter anderem das Verhalten von Zuschauern bei Fußballspielen, auch unter den Aspekten Rassismus und Diskriminierung. Vor mehr als 25 Jahren gründete er eines der ersten der mittlerweile bundesweit anerkannten Fußball-Fanprojekte, das Fanprojekt Hannover, und begleitet es bis heute wissenschaftlich. In diesem Jahr hat die Kompetenzgruppe „Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit“ (KoFaS) unter seiner Leitung an der Leibniz Universität Hannover die Arbeit aufgenommen. Das mit rund 400.000 Euro geförderte Projekt will die verhärteten Fronten zwischen Ultras, Vereinen und Polizei aufbrechen und helfen, die Eskalation von Fangewalt zu verhindern.
Zu seinem ehrenamtlichen Engagement zählt seit 2006 der Vorsitz der AG „Toleranz und Anerkennung gegen Rassismus und Diskriminierung“ des Deutschen Fußball-Bundes. Seit 2009 gehört er auch der AG „Rechtsextremismus-Bekämpfung im Sport“ des Bundesinnenministeriums als Gutachter an.
Meldung vom 10.09.2012