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Rezepte gegen Mathe-Antipathie
 

Podiumsdiskussion im Literarischen Salon in Kooperation mit dem Maschinenbau

Bild: Bild: Podiumsdiskussion Literarischer Salon "Mathe ist ein Arschloch“ – der provokante Titel der Jahresauftaktveranstaltung der Reihe Kultur und Technik zog 150 Gäste in den Literarischen Salon. Moderator Eckhard Stasch ließ Experten und Publikum über Umgangsstrategien mit dem vermeintlichen Horrorfach Mathematik diskutieren. Die Fakultät für Maschinenbau ist Kooperationspartner der Reihe.

"Maschinenbau ist ohne Mathematik nicht denkbar", stellte Professor Jörg Wallaschek, Studiendekan der Fakultät für Maschinenbau, klar. Er beobachtet bei neuen Studierenden grundlegende Mathe-Defizite. Trotz steigender Studierendenzahlen setzt Wallaschek in der Lehre auf Kleingruppen und Tutorien. Denn Mathe müssten angehende Ingenieurinnen und Ingenieurinnen als Universalsprache beherrschen. Und lernen, sich der Anwendungsgrenzen bei der Beschreibung von Wirklichkeit bewusst zu sein. Theorien wie Modelle beruhten auf Annahmen; Rechenergebnisse seien dann jedoch auf ihre Übertragbarkeit in die Realität hin zu überprüfen. "Wir legen in Hannover Wert darauf, ganzheitlich denkende und forschende Ingenieurinnen und Ingenieure mit Bodenhaftung auszubilden.“

"Häufig fehlt den Studierenden die Einsicht, dass Mathe harte Arbeit ist“, ergänzte Dr. Aeneas Rooch, Doktor der Mathematik von der Ruhr-Universität Bochum. Dortige Studierende der Ingenieurwissenschaft klagen über zu viel Stoff, zu viele Formeln und fehlenden Praxisbezug. Rooch lässt in seinen Lehrveranstaltungen Experimente durchführen. Dabei erleben angehende Ingenieurinnen und Ingenieure selbst, was sie sich mittels Mathematik an Problemlösungen erarbeiten können.

Fachdidaktikerin Prof. Susanne Prediger von der TU Dortmund stellte die verbreiteten Mathematik-Defizite in einen länderübergreifenden Kontext: "Sich damit zu brüsten, nichts von Mathematik zu verstehen, ist ein spezielles westdeutsches Phänomen, das es so weder bei unseren westeuropäischen Nachbarn noch in Skandinavien oder in Korea gibt". Sie verwies auf gesunkene Stundenkontingente für die Mathematik-vermittlung in den Schulen. "Fehlende Mathematikkenntnisse sind nicht neu.“ Heute seien sie in der radikal veränderten Arbeitswelt jedoch nicht mehr tolerabel, da gefragte Berufe zwingend Mathematikkenntnisse voraussetzten.

Prediger sieht die elementaren Mathematikkenntnisse der Klassen 6 und 7 als fürs Leben aller unerlässlich an. Man müsse Aussagen und Rechenresultate auf ihre Stimmigkeit hin einschätzen lernen. Problematisch sei die Lage am unteren Rand der Gesellschaft: "Beim Übergang auf weiterführende Schulen haben heute in Mathe viele Grundschülerinnen und –schüler bereits komplett den Anschluss verloren."


Meldung vom 30.01.2013


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