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Wenn der Weg zu den Wörtern fehlt...

Studierende der Universität Hannover helfen in der Aphasiker-Selbsthilfegruppe

Wenn die Worte fehlen, kann schon das Brötchenkaufen eine unüberwindliche Hürde werden. Menschen die unter Aphasie leiden, finden den Weg zu den Worten in ihrem Kopf nicht mehr. Meist treten solche Sprachstörungen nach Schlaganfällen auf, die das Leben der Betroffenen völlig verändern. Wie diesen Menschen Unterstützung und Hilfe gegeben werden kann, erleben Studierende der Universität Hannover bei ihren regelmäßigen Besuchen in der Aphasiker-Selbsthilfegruppe Hannover. Unter der Leitung des wissenschaftlichen Mitarbeiters Jörg Mußmann unterstützt die Gruppe aus zehn angehenden Sonderpädagogen die Mitglieder der Selbsthilfegruppe nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe.

Seit fast zehn Jahren besteht dieses Projekt, das von Prof. Rolf Bindel vom Institut für Pädagogik bei Sprachbeeinträchtigungen ins Leben gerufen wurde, um den Studierenden behutsame Einblicke in das Problem von Sprachstörungen nach Schlaganfällen oder anderen Hirnverletzungen, die einen teilweisen oder vollständigen Ausfall des Sprechens oder des Sprache Verstehens, aber auch des Lesens und Schreibens bedeuten kann, zu geben. Dabei soll auf keinen Fall ein Patienten-Therapeuten-Verhältnis entstehen, betont Mußmann. Stattdessen soll den jungen Leuten bewusst sein, dass beide Gruppen voneinander lernen. Zum einen üben die Betroffenen in Gruppen-, aber auch in Einzelsituation die alltägliche Kommunikation mit Hilfe von Sprachspielen oder bei einem Museumsbesuch, andererseits sammeln die Studierenden erste Erfahrungen in der sprachfördernden/therapeutischen Arbeit bei Sprachbehinderungen und werten diese in Beratungs- und Evaluationsgesprächen aus.

In der regionalen Selbsthilfegruppe des niedersächsischen Landesverbandes für die Rehabilitation der Aphasiker e.V. begegnen sich Betroffene, um sich nach der schweren Erkrankung Trost zu spenden. Sie haben in der Regel die logopädische Rehabilitation schon hinter sich, sind aber noch weit entfernt von einem normalen Umgang mit Sprache. "Man darf auf keinen Fall den Fehler machen, diese Beeinträchtigungen mit geistiger Behinderung zu verwechseln", betont Jörg Mußmann. "Lediglich der Weg zum Sprachzentrum im Gehirn ist unterbrochen – das Sprachzentrum selbst, die intellektuelle Fähigkeit, das ist alles noch da." Gerade deshalb sind für die Betroffenen Alltagserfahrungen, in denen sie auf Ungeduld und Unverständnis stoßen, besonders schmerzlich. "Wir versuchen nicht, neue Wörter zu lernen, sondern neue Zugriffsstrategien auf vorhandene Wörter zu finden", betont Jörg Mußmann. Für die Betroffenen sei vor allem eine Erfahrung aus der Gruppe wichtig – die anderen schaffen es auch.


Hinweis an die Redaktionen

Für nähere Informationen steht Ihnen Jörg Mußmann unter 0511/762-8553 oder per E-Mail unter joerg.mussmann@erz.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Presseinformation vom 03.05.2004


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