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Sanfte Managementrebellen

Befragung zu Idealvorstellungen der „Chefs der Zukunft“

Manager in der Kritik, Management in der Krise, Managementimage im Keller: Wie geht es weiter? Wird es einen Wandel geben? Wie sehen die Chefs morgen aus? Studierende am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie der Leibniz Universität Hannover wollten es wissen und fragten 171 junge Berufstätige mit Aspiration auf Spitzenpositionen, wie sie sich den idealen Chef der Zukunft vorstellen, wie sie die heutigen Manager einschätzen und wie sie sich selber sehen. Im Ergebnis entsteht ein Bild sanfter Managementrebellen. Ganz anders als die Bilder junger Karrieristen nahe legen, stellt die Mentalität junger Nachwuchskräfte gesellschaftliche Verantwortung, moralisches Handeln und echte Kommunikation ins Zentrum ihrer Zukunftsideen.

Was sie von ihren Vorgesetzten halten, ist für diese nicht sehr erbaulich. Steht für die idealen Führungskräfte der Zukunft Kommunikation und Lernbereitschaft ganz oben auf der Liste wichtiger Eigenschaften, attestieren sie ihren Vorgesetzten weit eher Konventionalität und geringe Bereitschaft, sich neuen Fragen zu öffnen. Sollen sie sich einschätzen, wo sie sich selber sehen, dupliziert sich das Bild, das sie von der idealen Führungskraft der Zukunft haben: Kommunikativ und lernbereit, mit offenem Sinn für das Neue, kollegial, kooperativ und moralisch handelnd. Dieses Bild bestätigt frühere Untersuchungen.
Auf die amtierenden Führungskräfte kommt also eine interessante Diskussion zu. Denn die Nachwuchsmanager denken durchaus rational: Wo es um harte betriebswirtschaftliche Realitäten geht, unterscheiden sie sich kaum von ihren Vorgängern. Sie wettern zwar heftig gegen unterschiedliche Bezahlungen von Männern und Frauen, kritisieren die Abschottung von Vorständen in eigenen Etagen, und versichern, dass sie auch bei globalen Geschäftsanbahnungen Menschenrechtsfragen nicht vernachlässigen würden. Gleichzeitig aber wissen sie durchaus harte Strategien zu verfolgen, wenn es etwa um Standortverhandlungen mit Kommunen oder die Abwerbung von Spitzenkräften bei Konkurrenzunternehmen geht.

Die Untersuchung bestätigt die Befunde früherer Erhebungen aus den Jahren 2000 und 2003 mit demselben Instrumentarium. Die Young Urban Professionals, die „Yuppies“, verlieren offensichtlich an Einfluss. Es könnte die Zeit der sanften Managementrebellen abrechen, für die die Studierenden in ihrer Auswertung einen neuen Begriff kreiert haben: Yeppies, die Young Ethic Professionals.


Hinweis an die Redaktionen

Für nähere Informationen steht Ihnen Prof. Holger Rust vom Institut für Soziologie und Sozialpsychologie unter Telefon +49 511.762-4573, Telefon +49 173.2438876 oder per E-Mail unter rust@erz.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Presseinformation vom 16.10.2006


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