Das Projekt NTH ist richtig und muss weitergehen
Präsidium, Senat und Hochschulrat der Leibniz Universität Hannover unterstützen das Gesamtkonzept der Niedersächsisch Technischen Hochschule (NTH). Alle Beteiligten sind sich einig in den Zielen, in der Forschung eine Schwerpunktbildung und bessere Vernetzung zu erreichen und hierzu eine gemeinsame Entwicklungsplanung zu erarbeiten sowie in der Lehre das Angebot besser abzustimmen und den Studierenden die Anerkennung von Studienleistungen an den Standorten der NTH zu erleichtern.
Der dazu notwendige Prozess ist bereits angestoßen, wird seitens der Leibniz Universität in konstruktiver Weise vorangetrieben und muss fortgesetzt werden. Unabhängig davon gilt es, die Struktur der NTH gesetzlich zu regeln. Zu dem dazu seitens des MWK vorgelegten Referentenentwurf hat die Hochschule in einer gemeinsamen Erklärung von Präsidium, Senat und Hochschulrat Ende Juli Stellung genommen. Zwei Punkte aus dieser Stellungnahme werden derzeit öffentlich – und teilweise missverständlich - diskutiert.
Die vorgelegte Lösung für die Sitzrotation - auch wenn sie einen regionalpolitischen Kompromiss darstellen soll wird seitens der Leibniz Universität kritisch gesehen. Soll mit der Errichtung der NTH das Ziel der größeren internationalen Wahrnehmbarkeit der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit Niedersachsens verfolgt werden, so kann diese neue Einrichtung ihren Sitz nur an dem der Landesregierung haben. Auch das erfolgreiche Abschneiden in der Exzellenzinitiative spricht für den Standort in der Landeshauptstadt.
Die im Gesetzesentwurf vorgesehene Regelung, dass der Ruf für die NTH-Fächer durch das NTH-Präsidium erteilt werden soll, findet aus Gründen des Selbstverständnisses der Leibniz Universität keine Zustimmung. Diese Regelung läuft dem gesamtuniversitären Interesse zuwider. Sie führt dazu, dass ein Teil (ca. 50 % ) der künftigen Professorinnen und Professoren der Leibniz Universität von der NTH und die andere Hälfte derzeit vom Land und später gegebenenfalls von der Leibniz Universität unmittelbar berufen werden.
Ein solches Vorgehen würde zu einer mentalen Teilung der Hochschule führen und konterkariert die Anstrengung des Präsidiums um ein gemeinsames Leitbild und die Entwicklung einer Corporate Identity. Es behindert zudem die fakultätsübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Universität und entfremdet die Teile voneinander.
Unabhängig von den Differenzen im Detail wird der Ansatz einer Niedersächsischen Technischen Hochschule seitens der Leibniz Universität ausdrücklich begrüßt.
"Mit der NTH werden wir in die Lage versetzt, im Bereich der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Fächer unsere Stärken weiter auszubauen und gemeinsam mit den Technischen Universitäten in Braunschweig und Clausthal neue Stärken zu entwickeln. Insofern stellt der NTH-Gedanke einen Paradigmenwechsel dar, der uns aus der Konkurrenz in eine intensive Kooperation führt und den wir mit allen Kräften unterstützen", betont Präsident Erich Barke.
Presseinformation vom 26.08.2008