Alter Hörsaal erstrahlt in neuem Glanz
Mit dem Kali-Hörsaal ist einer der letzten erhaltenen Hörsäle aus der Zeit der Jahrhundertwende restauriert worden
Prachtvolle Kassettendecken, reichverzierte Stuckornamente und eine aufwendig rekonstruierte Farbgebung: Der Kali-Hörsaal, einer der letzten erhaltenen Hörsäle aus der Zeit um 1900 erstrahlt nun im neuen, alten Glanz. Das Gebäude ist stilistisch an die Renaissance angelehnt und entstand in den Jahren zwischen 1906 und 1909. Der Kali-Hörsaal selbst ist ein Beispiel für den Historismus. Das Staatliche Gebäudemanagement übergibt den Saal offiziell an die Leibniz Universität Hannover am Donnerstag, 29. Januar 2009, um 9 Uhr im Kali-Hörsaal, Callinstr. 3-9, Eingang an der rechten Seite. Die Sanierung der technischen Ausstattung und die Restaurierung sind nun abgeschlossen. Damit ist ein – zumindest in Norddeutschland – einmaliger Hörsaal optisch wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt worden. Insgesamt sind rund eine Millionen Euro in das Projekt geflossen. Die Kosten für die Restaurierung unter denkmalpflegerischen Belangen wurden vom Freundeskreis der Leibniz Universität Hannover e.V. mit 150.000 Euro gefördert.
Die Sanierung erfolgte in zwei Abschnitten. Bereits 2007 setzten die Handwerker die technische Ausstattung instand. Der Saal, der dem Institut für anorganische Chemie als Hörsaal dient, verfügt nun über eine moderne Beleuchtung, Beamer und ein neues Belüftungssystem. Die Elemente sind so integriert worden, dass das historische Ambiente optisch nicht beeinträchtigt wird. So wurden beispielsweise Steuerungselemente versteckt eingebaut.
Als Grundlage für die Restaurierung diente dem Architekturbüro woelk wilkens ein detaillierter Plan, mit dem die Konstrukteure die Entstehung des Gebäudes vor nun rund 100 Jahren dokumentiert hatten. Um die Originalfarbtöne der damaligen Zeit möglichst getreu wiederzugeben, legten die Architekten zunächst sogenannte Musterachsen frei, um so einen Eindruck des Ursprungszustands zu gewinnen. Erst dann wurden die Farben für Wände, Decken und Gestühl ausgewählt. Das Ergebnis beeindruckt mit einer ungewohnten Farbenvielfalt. Jetzt erstrahlt die restaurierte Kassettendecke in kobaltblau, dunkelrot, gold, rosa und grün. Und auch die Wände sind wieder mittels Schablonentechnik in ihren ursprünglichen Zustand versetzt worden. Bei dem Projekt arbeiteten die Architekten mit den Restauratorinnen Inke Hansen und Christina Muhsil und dem Landesamt für Denkmalpflege zusammen.
Hinweis an die Redaktionen
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr.-Ing. Ralph Haas, Sachgebietsleiter Bauplanung und Bauunterhaltung, unter Telefon +49 511 762 3012 oder per E-Mail unter ralph.haas@zuv.uni-hannover.de gern zur Verfügung.
Presseinformation vom 27.01.2009