Leibniz Universität zieht sofortige Konsequenzen
aus Einbruch in Chemiegebäude
Fehlende Substanzen weitgehend rekonstruiert
Der Einbruch in ein Gebäude des Instituts für Anorganische Chemie, bei dem am ersten Maiwochenende giftige Substanzen entwendet wurden, veranlasst die Hochschulleitung zu weiteren, umfassenden Sicherungsmaßnahmen am Gebäude in der Callinstraße, das derzeit grundsaniert wird. Die giftigen Chemikalien, die sich im Gebäude befinden, sind kurzfristig in ein besonders gesichertes Lager im Haus gebracht worden. Nach Aufforderung durch die Leibniz Universität hat die Bauleitung Fenster, die wegen der Fassadensanierung mit Folie verhängt waren, mit Holz abgesichert. Der bereits bestehende Wachdienst, der das Gebäude regelmäßig abgeht, wird verstärkt.
Mittelfristig vorgesehen sind zudem Panzerglasscheiben, eine Alarmanlage und eine riegelweise Absicherung von Gebäudeteilen. Mit dem für die Baustellensicherung zuständigen Staatlichen Baumanagement Niedersachsen sind sofortige Gespräche zum weiteren Vorgehen angesetzt.
Wegen der Verwüstung des Raumes, der zunächst durch ein auf dem Boden verteiltes Chemikaliengemisch nicht betreten werden durfte, konnte das gesamte Ausmaß des Schadens erst mit Verzögerung festgestellt werden. Außer dem bereits bekannten Fehlen von rund 150 Gramm hochgiftigem Kaliumcyanid (Zyankali) haben der oder die Täter geringe Mengen von Chemikalien in kleinen Flaschen entwendet. Unter anderem fehlen kleine Mengen Natriumcyanid und weißer Phosphor. Des Weiteren konnte das Fehlen von Schwermetallsalzen, unter anderem von Quecksilbersalzen, festgestellt werden. Die Gefährdung, die von den weiteren fehlenden Stoffen ausgeht, ist – mit Ausnahme der sehr geringen Menge an Natriumcyanid – geringer als beim Kaliumcyanid. Bei unsachgemäßer Anwendung können diese Substanzen jedoch ebenfalls toxisch wirken, weißer Phosphor neigt zur Selbstentzündung. „Um gezielt schwerwiegende Folgen zu verursachen, muss man aber genau wissen, was genau man mit den Stoffen machen muss“, sagt Prof. Peter Behrens, Leiter des Instituts für Anorganische Chemie.
Die Giftstoffe waren vorschriftsmäßig gekennzeichnet und in einem Chemikalienschrank gelagert, der dem bundesweiten Standard zur Lagerung von Gefahrstoffen entspricht. Der oder die Täter waren auf ein Baugerüst am Gebäude geklettert und in den Raum im ersten Stock eingebrochen.
Hinweis an die Redaktionen
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Presseinformation vom 07.05.2009