Batterien für die Autos der Zukunft
Institut für Physikalische Chemie erhält 1,3 Millionen Euro
Neue Grundlagen schaffen für Batterien von Elektroautos der Zukunft – dies ist das Ziel des Kompetenzverbunds Nord (KVN), der jetzt offiziell seine Arbeit aufgenommen hat. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert den KVN mit insgesamt elf Millionen Euro aus dem Konjunkturpakt II. 1,3 Millionen Euro davon gehen an das Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie der Leibniz Universität Hannover in die Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Paul Heitjans. Die Leibniz Universität ist neben den Universitäten in Münster und Bochum, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, dem Düsseldorfer Max-Planck-Institut für Eisenforschung und dem Forschungszentrum Jülich eine von sechs Partnern im KVN.
"Wir machen Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität“, sagte bei der Übergabe des Bewilligungsbescheides Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. „Mit Forschung in der Elektrochemie investieren wir in die Zukunft. So legen wir die Basis dafür, dass zukünftig Elektroautos mit deutschem Know-how auf Fahrt gehen.“ Insgesamt investiert das BMBF rund 200 Millionen Euro in Forschung für Elektromobilität mit den Schwerpunktthemen Batterieentwicklung und -produktion, Energiemanagement im Auto sowie mit dem KVN in die Kompetenzentwicklung auf dem Gebiet der Elektrochemie.
Deutschland beginnt nun die Aufholjagd im Bereich der neuen Antriebstechnologien, bei denen bisher Asien und die USA einen Innovationsvorsprung haben. "Im KVN haben sich nun sechs Partner mit herausragenden Kompetenzen in der Elektrochemie zusammengetan“, erklärt Prof. Dr. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich. In Hannover befasst sich die Arbeitsgruppe um Professor Heitjans speziell mit dem Thema "Lithiumionenleiter“. Professor Heitjans forscht seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Diffusion und des Ionentransports in Festkörpern, wobei Lithiumionen, die nach Wasserstoffionen leichteste mobile Spezies in Festkörpern, einen besonderen Schwerpunkt bilden.
Die Untersuchung der Lithiumionendynamik erfolgt in der Arbeitsgruppe Heitjans besonders detailliert und elementspezifisch mit verschiedenen Methoden der kernmagnetischen Resonanz-(Nuclear Magnetic Resonance – NMR) Spektroskopie, wo sie international führend ist. Um im Verbund mit den anderen Partnern bei potenziellen Materialien für zukünftige Lithiumionenbatterien verstärkt neben dem Transport auch die atomare und elektronische Struktur und somit die Tauglichkeit als Elektroden oder Festelektrolyte analysieren zu können, erhält die Arbeitsgruppe ein Festkörper-NMR-Spektrometer der Spitzenklasse. Dies ist eine hochwillkommene Erweiterung der experimentellen Möglichkeiten nicht nur der Arbeitsgruppe und des Instituts für Physikalische Chemie, sondern auch des Zentrums für Festkörperchemie und Neue Materialien (ZFM), dessen Sprecher Prof. Heitjans ist.
Hinweis an die Redaktionen
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Paul Heitjans vom Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie unter Telefon +49 511 762 3187 oder per E-Mail unter heitjans@pci.uni-hannover.de gern zur Verfügung.
Presseinformation vom 28.08.2009