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Europäische Kulturlandschaften – Herausforderung und
Ausblick

Studie in europäischen Ländern ermittelt charakteristische Kulturlandschaften

"Wo Demeter ihre Felder hat und Pan zu Hause ist“ – unter diesem Motto haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern innerhalb des EU-Projekts "PAN“ Kulturlandschaften in Europa untersucht, erfasst und beschrieben. Prof. Hansjörg Küster, Institut für Geobotanik der Leibniz Universität Hannover, war daran beteiligt. Das Projekt wurde mit insgesamt rund 500.000 Euro gefördert. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Buch „Europäische Kulturlandschaften“ zusammengefasst, dessen Herausgeber Prof. Knut Krzywinski, Universität Bergen/Norwegen, Prof. Michael O’Connell, National University of Ireland, und Prof. Hansjörg Küster, Leibniz Universität Hannover, sind. Die Publikation ist im Verlag aschenbeck media erschienen.

Kulturlandschaften haben eine erhebliche Bedeutung, da sie nicht nur zur Vielfalt der Landschaft beitragen, sondern auch einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren Lebensraum geben. Weil eine enge Beziehung zwischen Kulturlandschaften und deren Bewirtschaftung besteht, können sie nur dann erhalten werden, wenn bestimmte Bewirtschaftungssysteme beibehalten werden. Die Landschaften sind heute stark bedroht - einerseits durch die Intensivierung der Landwirtschaft, andererseits durch die Aufgabe von Ackerbau und Viehhaltung in verschiedenen Regionen. Die Beibehaltung der Bewirtschaftungsmethoden stellt eine große Herausforderung dar, da viele Kulturlandschaften in Randbereichen mit rückläufiger Landwirtschaft liegen. So haben viele dieser Landschaften in Europa eine unsichere Zukunft, besonders dann, wenn Nachfolgeregelungen für Höfe gefunden werden müssen. Kulturlandschaften können sich schnell bis zur Unkenntlichkeit verändern, wenn der menschliche Einfluss fehlt. Durch eine über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende währende Form bestimmter Landnutzung haben die Landschaften ein charakteristisches Bild angenommen, das bei Aufgabe der jeweiligen Nutzung für immer verloren ginge. Besondere Schutzmaßnahmen müssen eingeleitet werden, um landschaftliche Besonderheiten zu bewahren.

In Deutschland gehören beispielsweise die Lüneburger Heide, die Halligen an der Nordsee, das Alte Land bei Hamburg als traditionelle Obstbauregion, Stromtalwiesen in ostdeutschen Flusstälern oder Hochheiden des Schwarzwaldes zu den besonders schützenswerten Landschaften. In einem geplanten Anschlussprojekt wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Möglichkeiten und Wege erarbeiten, wie Kulturlandschaften geschützt und weiter erhalten werden können.


Hinweis an die Redaktionen

Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Hansjörg Küster vom Institut für Geobotanik unter Telefon +49 511 762 3996 oder per E-Mail unter kuester@geobotanik.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Presseinformation vom 25.05.2010

 


Leibniz Universität Hannover - URL http://www.uni-hannover.de/de/aktuell/presseinformationen/archiv/details/08896/index.php
 
Verantwortlich Kommunikation/Marketing, letzte Änderung 25. Mai 2010 , 17:10 Uhr
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