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UV-Strahlung ungewöhnlich hoch für die Jahreszeit
 

Institut für Meteorologie und Klimatologie misst erhöhte Werte wegen dünner Ozonschicht

Obwohl die warme Jahreszeit gerade erst beginnt, kann die besonders intensive UV-Strahlung im Moment bei empfindlichen Menschen in weniger als einer Stunde zu einem Sonnenbrand führen. Die Strahlung ist zurzeit deutlich stärker als im Frühling üblich. Das belegen jetzt die Ergebnisse spektraler Messungen der ultravioletten Strahlung am Institut für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz Universität Hannover. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in den vergangenen Tagen in Hannover einen UV-Index von bis zu 5 gemessen. Normal für diese Jahreszeit wären Werte um die 4. Das klingt zunächst nicht nach einem dramatisch erhöhten Wert, kann aber bei fehlendem Sonnenschutz schnell zu unangenehmen Überraschungen führen. Das Institut für Meteorologie und Klimatologie an der Fakultät für Mathematik und Physik verfügt über die Technik zur sehr genauen Messung von UV-Strahlung.

Im Hochsommer werden in Norddeutschland UV-Strahlungswerte bis 9 erreicht. Maximalwerte, die auf der Erde auftreten können, liegen bei 23. Ein gewisses Maß an UV-Exposition ist wegen einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D sehr wichtig für die Gesundheit. Trotzdem raten die Experten dazu, im Moment besonders vorsichtig zu sein und auf guten Sonnenschutz zu achten, da am Ende des Winters die Haut noch über wenig Eigenschutz verfügt. Anders als vielleicht erwartet, tritt die höchste UV-Strahlung eher bei leichter Bewölkung als bei wolkenlosem Himmel auf.

Die erhöhte UV-Strahlung scheint auf die Zerstörung der Ozonschicht über der Arktis zurückzuführen zu sein. Ozonsondierungsstationen rund um die Arktis und Subarktis haben einen Rückgang der Schicht bis Ende März um etwa 40 Prozent gemessen. Bislang lag der höchste Wert bei 30 Prozent im Laufe eines Winters. In Fachkreisen wurde bereits mit einem verstärkten Rückgang gerechnet, weil der Winter in der Stratosphäre – 15 bis 50 Kilometer über der Erdoberfläche - sehr kalt war. Wenn die Luft so kalt wird, können die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) ihr zerstörerisches Werk in der Stratosphäre beginnen. Dadurch wird die Ozonschicht dünner und kann immer weniger schädliche UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht filtern. „In diesem Jahr haben sich die ozonarmen Schichten bis weit nach Süden ausgedehnt“, berichtet Prof. Gunther Seckmeyer, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz Universität. Die Ergebnisse der vergangenen Tage in Hannover bestätigen entsprechende Prognosen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Jahreszeitlich bedingt wird die UV-Strahlung in den nächsten Wochen voraussichtlich noch zunehmen.

Nähere Informationen zur Arbeit des Instituts sowie zum UV-Index unter:

http://radiation.uni-hannover.de (englischsprachig)

http://www.bfs.de/de/uv/uv2/uv_messnetz/uvi/FAQ_UV_Index.html


http://www.unep.org/PDF/Solar_Index_Guide.pdf (englischsprachig)


Hinweis an die Redaktionen

Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Gunther Seckmeyer, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimatologie, per E-Mail unter seckmeyer@muk.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Presseinformation vom 13.04.2011


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