Startseite > Aktuelles > Presse aktuell > Presseinformationen > ECR Grants
Logo: Universität Hannover

Einwerben von Forschungspreisen: Leibniz Universität liegt
in der Spitzengruppe

Sechs Grants des Europäischen Forschungsrates gingen an die Leibniz Universität - Neuestes Stipendium erhält Prof. Reinhard Werner vom Institut für Theoretische Physik

Mit insgesamt sechs Forschungspreisen befindet sich die Leibniz Universität Hannover in der deutschen Spitzengruppe bei der Vergabe um die prestigereichen Forschungsstipendien des Europäischen Forschungsrats (ERC). Diese Förderung wird internationalen Spitzenforscherinnen und –Forschern verliehen, die herausragende Leistungen in ihrem Fach erbracht haben und für attraktive neue Projekte im europäischen Raum Fördermittel erhalten sollen.

Das neueste Stipendium hat Prof. Reinhard Werner, Institut für Theoretische Physik der Leibniz Universität, gemeinsam mit Prof. Dieter Meschede von der Universität Bonn eingeworben. Die beiden Wissenschaftler erhalten in den nächsten fünf Jahren mehr als 2,5 Millionen Euro um "diskrete Quantensimulatoren“ zu entwickeln. Dabei liegt die theoretische Entwicklung in Hannover und die experimentelle Umsetzung im Labor in Bonn. Damit gingen fünf der insgesamt sechs ERC Grants an die Fakultät für Mathematik und Physik der Leibniz Universität. Die in der Fakultät angesiedelte Arbeitsgruppe Quanteninformationstheorie erhielt insgesamt zwei ERC Grants. Die Arbeitsgruppe wurde 2009 im Zuge der Gründung der Niedersächsischen Technischen Hochschulen (NTH) und mit der damit einhergehenden Versetzung von Prof. Werner von der TU Braunschweig nach Hannover aufgebaut.

Reinhard Werner und Dieter Meschede arbeiten schon seit einigen Jahren erfolgreich zusammen. Sie beschäftigen sich mit dem Studium der Bewegung einzelner Atome, die in einem Laserfeld gefangen sind. Bringt man in einem solchen Feld mehrere Atome zu Wechselwirkung, ist es möglich, das Verhalten anderer komplexer Quantensysteme im Detail nachzustellen und genau zu studieren. Damit versuchen die Physiker, das Entstehen der Komplexität aus wenigen, aber individuell und präzise kontrollierbaren Atomen nachzubilden. Dies nennt man einen Quantensimulator. Der Simulator soll beispielsweise den Einfluss der Raumdimension bei der Molekülbildung erhellen. Komplexe Quantensysteme sprengen schnell die Grenzen der Berechenbarkeit auf "klassischen“ Computern. "Ein Quantensimulator wird vermutlich deshalb die erste Anwendung sein, bei der ein Quantenrechner ein Ergebnis erzielt, das mit klassischen Rechnern nicht zu erreichen ist“, sagt Prof. Werner. Die internationale Konkurrenz ist daher auf diesem Gebiet sehr stark, aber dank der neuen Förderung ist das Team mit den Kooperationspartnern aus Hannover und Bonn gut aufgestellt.

Im August 2011 hatte die Europäische Kommission im ERC-Exzellenzprogramm bereits drei Forschungsanträge aus der Leibniz Universität mit insgesamt rund 3,7 Millionen Euro bewilligt. Prof. Bodo Rosenhahn, Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, sowie Prof. Tobias Osborne und Juniorprofessor Matthias Schütt, beide aus der Fakultät für Mathematik und Physik, starteten mit ihren Forscherteams neue Projekte mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Prof. Silke Ospelkaus, Inhaberin des Lehrstuhls für Experimentalphysik am Institut für Quantenoptik und des Exzellenzclusters QUEST (Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research), konnte sich im Februar 2011 über eine ERC-Fördersumme von 1,26 Millionen Euro freuen. Außerdem fördert das European Research Council ein mathematisches Projekt von Prof. Bernhard Krötz, Institut für Analysis, mit 1,8 Millionen Euro. "Die Konkurrenz in diesem Programm ist sehr hoch, die Bewilligungsquote liegt bei unter zehn Prozent der eingegangenen Anträge. Insofern ist dieses Ergebnis für die Leibniz Universität ein riesiger Erfolg“, sagt Prof. Klaus Hulek, Vizepräsident für Forschung an der Leibniz Universität Hannover.




Hinweis an die Redaktionen

Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Klaus Hulek, Vizepräsident für Forschung der Leibniz Universität, unter Telefon 0511 762 5111 oder per E-Mail unter klaus.hulek@zuv.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Presseinformation vom 03.02.2012

 


Leibniz Universität Hannover - URL http://www.uni-hannover.de/de/aktuell/presseinformationen/archiv/details/11418/index.php
 
Verantwortlich Kommunikation/Marketing, letzte Änderung 03. Februar 2012 , 09:57 Uhr
Copyright Leibniz Universität Hannover 1998 - 2012