Leibniz Universität Hannover in der Exzellenzinitiative
erfolgreich
Wissenschaftsrat und DFG befürworten zwei Gemeinschaftsanträge
Die Entscheidungen des Bewilligungsausschusses der Exzellenzinitiative sind gefallen. Die Leibniz Universität ist weiterhin an zwei Exzellenzclusteranträgen erfolgreich beteiligt und konnte auch in dieser Runde Wissenschaftsrat und DFG überzeugen.
Der Exzellenzclusterantrag "Hearing4all“ wird mit 34 Millionen Euro für fünf Jahre gefördert. Die Federführung des Konsortiums rund um das Thema Hören liegt bei der Universität Oldenburg, die den erfolgreichen Antrag gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Leibniz Universität Hannover gestellt hat.
Das Ziel des interdisziplinären, auf fünf Jahre angelegten Verbundprojekts ist das Hören für alle. 18 Prozent der deutschen Bevölkerung – darunter mehr als 50 Prozent der über 65-Jährigen – hat einen behandlungsbedürftigen Hörverlust. Durch eine Verbesserung der individualisierten Hör-Diagnostik und der darauf angepassten Versorgung mit persönlichen Hörhilfen wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Kommunikationssituation der Betroffenen entscheidend verbessern – sei es bei der Arbeit, im Verkehr oder zu Hause.
Ebenfalls erfolgreich wird die nächsten fünf Jahre weiterhin der Exzellenzcluster "REBIRTH“ agieren können.
Der Exzellenzcluster "REBIRTH“ ist hochschul- und fächerübergreifend angelegt: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) arbeitet hier mit der Leibniz Universität Hannover und weiteren Institutionen zusammen, um gemeinsam innovative Forschung im Bereich der Regenerativen Medizin voranzutreiben. Im Exzellenzcluster "REBIRTH“ verbinden sich exzellente Ausbildung und zukunftsweisende Forschung. Die medizinische Expertise aus der MHH wird ergänzt durch Ingenieurskunst, Chemie, Physik, Biophotonik und Nanotechnologie an der Leibniz Universität Hannover.
Der Exzellenzcluster "Zentrum für Quantenengineering und Raum-Zeit-Forschung (QUEST - Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research)“ wird leider im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern nicht weiter gefördert.
Hierzu erklärt Präsident Prof. Dr.-Ing. Erich Barke: "Ich bedauere die Entscheidung von Wissenschaftsrat und DFG sehr. Als themenübergreifendes und international vernetztes Forschungszentrum hat QUEST in den letzten Jahren großartige Arbeit geleistet. Positiv bleibt, dass hier Strukturen geschaffen worden sind, die auch über die nächsten zwei Jahre Auslauffinanzierung hinaus Bestand haben werden. Dies bezieht sich beispielsweise auf bei uns arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. So werden die durch QUEST geschaffenen Professuren Bestand haben, unter anderem über die zugesagte finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen“.
Prof. Klaus Hulek, Vizepräsident für Forschung, bekräftigt: "Die Chancen der letzten Jahre sind optimal genutzt worden. Das Exzellenzprofil der Leibniz Universität Hannover ist deutlicher geworden und wir werden auf den geschaffenen Strukturen und Initiativen optimal aufsetzen können“.
Als themenübergreifendes und international vernetztes Forschungszentrum widmet sich QUEST der Erforschung physikalischer Eigenschaften von Licht, Materie und Schwerkraft, um sie quantentechnologisch sowohl zur Klärung fundamentaler physikalischer Fragestellung als auch für die angewandte Forschung, zum Beispiel für die Geodäsie, nutzbar zu machen.
Der Exzellenzcluster
Die Erforschung und Nutzbarmachung von Quanteneffekten für die Herstellung anspruchsvoller und hochpräziser Messtechnologien ist eines der Hauptforschungsgebiete von QUEST. Ein besonderes Merkmal des Clusters ist dabei die Kombination von Grundlagenforschung mit angewandten Forschungsaspekten. So werden beispielsweise Entwicklungen für die Gravitationswellenforschung auch für hochpräzise innovative Messverfahren in der Erdmessung oder für transportable Atomuhren für den Einsatz im Weltraum genutzt. Von besonderem Interesse sind auch fundamentale Experimente zur Überprüfung des Einstein`schen Äquivalenzprinzips, einer der Grundpfeiler der Allgemeinen Relativitätstheorie, oder ob die Naturkonstanten wirklich konstant sind oder sich mit der Zeit verändern.
Ein entschiedener Baustein der Untersuchungen ist dabei die enge Verzahnung von theoretischen und experimentellen Forschungsansätzen.
Die Forschungsaktivitäten des Clusters gliedern sich in die vier zentralen Forschungsbereiche Quantenengineering, Quantensensoren, Raum-Zeit-Forschung und Neuartige Technologien. Ergänzend dazu hat QUEST die sogenannten Task Groups eingerichtet, die als themenübergreifende Arbeitsgruppen schnell und flexibel auf Fragen und Herausforderungen der vier Forschungsbereiche reagieren können. Neben sechs Instituten an der Leibniz Universität Hannover sind das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut, der Gravitationswellendetektor GEO600, das Laser Zentrum Hannover e.V., die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig und das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) in Bremen an QUEST beteiligt.
Die strukturellen Erfolge
Als multidisziplinäres Forschungszentrum bietet QUEST eine ausgezeichnete Plattform für nachhaltige Nachwuchsförderung, Gleichstellung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Über QUEST wurden zum Beispiel die Stipendienprogramme "Hannover School for Laser, Optics and Space-Time Research (HALOSTAR)“ (Finanzierung: Niedersächsisches Promotionsprogramm) und "Excellence in QUEST“ eingerichtet und insgesamt 29 Forschungsstipendien an junge nationale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben. Im Einklang mit der Strategie der Leibniz Universität Hannover für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie konnten durch QUEST mehrere Doppelberufungen erfolgreich durchgeführt werden. QUEST engagiert sich aktiv im Dual Career Netzwerk und unterstützt die Kindertagestätte Leibniz-Kids in Hannover. 2009 wurde im Rahmen des Clusters die QUEST-Leibniz-Forschungsschule (QUEST-LFS) an der Leibniz Universität Hannover eingerichtet. Mit dem Ziel der Förderung der forschungsgebundenen Lehre kann die QUEST-LFS als Querstruktur der Fakultäten für Mathematik und Physik, Bauingenieurwesen und Geodäsie eigene Berufungsverfahren durchführen und Studiengänge mit Schwerpunkten in den QUEST-Forschungsthemen anbieten.
Auf Initiative von QUEST ist 2011 das Hannover Institut für Technologie (HITec) als Forschungsneubau beantragt und durch den Wissenschaftsrat in allen Kategorien als herausragend eingestuft und als zukunftsweisende Forschungseinrichtung bewertet worden. Mit dem Ziel der Erforschung und Entwicklung zukunftsweisender, hochpräziser Messtechnologien werden im HITec viele der Forscherinnen und Forscher in QUEST zukünftig unter einem Dach gemeinsam forschen und innovative Ideen und Entwicklungen vorantreiben. Das HITec ist für eine Anzahl von 100 bis 120 Beschäftigte ausgelegt und soll bis 2015 unter Einbeziehung von Bestandsgebäuden der Leibniz Universität in der Callinstraße mit direkter Nähe zur Forschung realisiert werden.
Hinweis an die Redaktionen
Für weitere Informationen steht Ihnen Mechtild Freiin v. Münchhausen, Pressesprecherin der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 5355 oder per E-Mail unter kommunikation@uni-hannover.de gern zur Verfügung.
Presseinformation vom 15.06.2012