Gespräch mit Malte Diers, Stipendiengeber
Malte Diers (45) ist Architekt und Partner bei N2M Architektur und Stadtplanung GmbH in der List. Das achtköpfige Team des Architekturbüros betreut Bauprojekte in der Region und international, in China gibt es ein eigenes Büro mit drei Mitarbeitern. Diers unterstützt mit seinem Büro einen Deutschlandstipendiaten. Wir haben ihn gefragt, warum.
Herr Diers, Sie finanzieren mit 150 Euro im Monat ein Deutschlandstipendium, der Stipendiat erhält durch den Bundeszuschuss dann 300 Euro im Monat. Wie sind Sie dazu gekommen?
Ich hatte selber als Student über eine Stiftung ein Stipendium bekommen, mit dem ich einen Auslandsaufenthalt in Kanada finanzieren konnte, das war ein toller Freiraum. Außerdem bot der Unternehmerverband Niedersachsen, der UVN, ein Mentoringprogramm für die Stipendiaten und Stipendiengeber an, das fand ich spannend.
Das heißt, Sie haben Kontakt zu "Ihrem" Stipendiaten?
Ja, wenn beide Seiten das wollen, geht das. Wir haben uns erstmals auf der Vergabefeier getroffen. Dies hat mich sehr beeindruckt. Das waren alles zielstrebige, wache junge Menschen, die wirklich etwas wollen, so richtig helle Köpfe. Aus denen wird was! Jetzt nehmen der Stipendiat und ich als „Tandem“ an dem Mentoringprogramm des UVN teil. Mir macht der Austausch mit einem jungen Architekten, der kurz vor dem Berufseinstieg steht, große Freude. Ich bin heute in der Lage, einem Berufseinsteiger Unterstützung zu geben, wie ich sie vielleicht auch gern gehabt hätte. Das ist ein gutes Gefühl. Aber man muss auch zuhören können, damit man erfährt, was die jungen Leute eigentlich beschäftigt, worüber sie nachdenken. Durch seine Fragen reflektiere ich mein eigenes Handeln. Das ist für mich ein großer Gewinn!
Hatten Sie bestimmte Vorstellungen bei der Auswahl des Stipendiaten?
Ich komme selber nicht aus reichem Elternhause und wollte gern einen Bildungsaufsteiger, das heißt jemanden ohne akademisches Elternhaus, unterstützen. Die Universität wählt dann von den Bildungsaufsteigern, die sich beworben haben, die Leistungsstärksten aus. Das Leistungskriterium finde ich auch wichtig, denn wenn sich jemand Mühe gibt, sollte das honoriert werden.