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Leibniz-Ausstellung der Leibniz Universität Hannover

von Prof. Erwin Stein

Banner: Leibnizausstellung

Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz hat entscheidende Beiträge auf allen Gebieten der Wissenschaften und des Gemeinwohls seiner Zeit geleistet. Im Jahre 1990 wurde die Leibniz-Wanderausstellung von Prof. Erwin Stein mit dem Anspruch Leibniz zum Anfassen und Verstehen konzipiert und federführend erstellt, sie wurde elf Mal im In- und Ausland gezeigt. 2008 entstand daraus die Leibniz Dauerausstellung, die Prof. Erwin Stein im Sockelgeschoss des Hauptgebäudes errichtete und die das Präsidium 2015 neu gestalten ließ. Zur Ausstellung gehört neben der Leibniz-Büste auf der Lichthofebene vor dem Präsidialbüro im Sockelgeschoss ein Stockwerk tiefer der Glaspavillon mit den Funktionsmodellen zu den Rechenmaschinen und zur Mechanik, sowie die rund 40 Bild- und Texttafeln zur Wissenschaftstheorie, Mathematik, Mechanik, zu technischen Erfindungen sowie zu den Geistes- und Kulturwissenschaften.

Im Blickpunkt: Die Leibnizschen Rechenmaschinen

Bild: Foto: Dezimale Vier-Spezies-Maschine

Für uns heute selbstverständlich, zu Zeiten von Leibniz noch undenkbar: Maschinen übernehmen das Rechnen - von einfachen Zahlenadditionen bis hin zu umfassenden Rechenoperationen. Leibniz hat dezimale und binäre Rechenmaschinen erfunden, die bis ins 20. Jahrhundert maßgebend waren.

Er entwickelte ab 1672 während seines Aufenthaltes in Paris eine neue dezimale Vier-Spezies-Rechenmaschine für alle vier Grundrechenarten. Der Bau der älteren großen Maschine wurde in einer bekannten Pariser Uhrmacher-Werkstatt vor 1776 begonnen. Ein erstes fehlerhaftes Holzmodell präsentierte Leibniz 1673 in der Royal Society London.

Die jüngere große Vier-Spezies-Rechenmaschine

Bild: Foto: Jüngere Vier-Spezies-Rechenmaschine

Die einzig erhaltene jüngere große dezimale Vier-Spezies-Rechenmaschine mit acht Eingabe-, 16 Resultat- und einer Zählwerkstelle wurde ab 1692 in Helmstedt gebaut, später im sächsischen Zeitz verbessert und im Sommer 1716 nach Hannover gebracht. Nach seinem Tod ging sie ins Eigentum des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg in Hannover über und ist heute im Besitz des Landes Niedersachsen, verwahrt von der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek.

Der hannoversche Nachbau der leibnizschen Originalmaschine im Maßstab 2:1 erfolgte durch Karl Popp (†), Erwin Stein und Franz Otto Kopp und ist in der Ausstellung der Leibniz Universität als mathematisch optimiertes Funktionsmodell zu sehen. Ziel war es, mit möglichst geringen Änderungen der Parameter vollständige Zehnerüberträge und eine robuste Konstruktion zu erzielen.

Rechnen mit Kugeln: Machina arithmetica dyadica

Bild: Foto: Nachbau der Machina arithmetica dyadica

Der prinzipielle Vorläufer der heutigen binären Computer ermöglicht die Addition und Multiplikation mit Hilfe abrollender Kugeln aus dem Eingabeschlitten in das Rechenwerk mit den Zweierüberträgen. Der erste Entwurf stammt von Ludolf von Mackensen im Rahmen seiner Dissertation an der TU München 1968. Das Deutsche Museum baute 1972 nach diesem Entwurf ein Holzmodell, das jedoch sehr fehleranfällig ist, weil die ablaufenden Kugeln zu stark von ihren vorgesehenen Rollbahnen abweichen.

Die Neukonstruktion und der Bau der Maschine aus dem Jahr 2003/2004 von Erwin Stein und Gerhard Weber hat die gleiche Funktionslogik wie die Dezimalmaschine. Die Zweierüberträge erfolgen jedoch nacheinander und nicht zugleich - wie nachteilig in der Dezimalmaschine.

Nachrichten verschlüsseln: Machina deciphratoria

Bild: Foto: Machina Deciphratoria

Der Bau der Chiffrier- und Dechiffriermaschine erfolgte anhand der Kurzbeschreibung von Leibniz aus dem Jahr 1688. Die Buchstaben eines Geheimtextes werden mit Hilfe von polyalphabetischen Substitutionen mit jeweils sechs Buchstabenstreifen ver- und entschlüsselt. Durch die sechs axialen Stellungen der Staffelwalze mit 12/10/8/6/4/0 Zähnen auf sechs Zahnkränzen sind 4320 Verschlüsselungen möglich.

Als Dauerleihgabe der Fritz Behrens Stiftung Hannover ist diese Maschine seit 2015 Teil der Ausstellung an der Leibniz Universität.

Impressionen

Kontakt

Leibniz Universität Hannover
Referat für Kommunikation und Marketing
Welfengarten 1
30167 Hannover

kommunikationuni-hannover.de

Kurator und Führungen

Prof. em. Dr.-Ing. Dr. h. c. mult. Erwin Stein
steinibnm.uni-hannover.de

Leibniz-Jahr 2016