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Doppelter Abiturjahrgang
Fragen an Prof. Dr.-Ing. Erich Barke, Präsident der Leibniz Universität Hannover
Wie hoch schätzen Sie die Zahl der Erstsemester, die im Wintersemester 2011/2012 ein Studium an der Leibniz Universität Hannover beginnen wollen, ein?
Wir rechnen wegen des doppelten Abiturjahrgangs und aufgrund der Aussetzung der Wehrpflicht im Wintersemester 2011/12 mit 35 bis 45 Prozent mehr Studienanfängern, d.h. es wird etwa 4.300 bis 4.600 Studienanfängerinnen und -anfänger geben. Genaueres wissen wir erst Ende September 2011, weil sich bis dahin Studierende in zulassungsfreie Studiengänge einschreiben können.
Wie viele Studienplätze stehen im Wintersemester 2011/12 zur Verfügung, und reicht der Platz für das Mehr an Erstsemestern?
Die Kapazitätsausweitung der Leibniz Universität zum Wintersemester 2011/12 liegt bei 1.180 Studienplätzen – zu einem großen Teil in zulassungsbeschränkten Studiengängen. Hinzu kommen noch weitere 471 Studienplätze, die hauptsächlich durch die Erhöhung der Lehrverpflichtung der Professorinnen und Professoren von acht auf neun Semesterwochenstunden entstanden sind. Damit haben die Studienbewerber in den meisten Studiengängen dieselbe Chance auf einen Studienplatz wie in früheren Jahren. Was die Raumfrage angeht, hat sich viel getan: In Kürze werden wir zwei neue Hörsäle am Standort Conti-Campus in Betrieb nehmen; ebenso eröffnet dort eine neue Cafeteria des Studentenwerks, und es gibt zusätzliche Arbeitsräume für Studierende. Die Fakultäten haben darüber hinaus die Raumbelegung für Lehrveranstaltungen in Hörsälen und Seminarräumen für das kommende Wintersemester komplett überarbeitet und optimiert. Im Ergebnis wird es zwar vermehrt Lehrveranstaltungen am späten Nachmittag geben; nur selten aber müssen auch die Abendstunden nach 18 Uhr und die Samstage genutzt werden. Auf kostspielige Anmietungen können wir nach unseren derzeitigen Planungen verzichten. Wir haben eine Raumbörse unter den Fakultäten eingerichtet, damit zu Semesterbeginn flexibel reagiert werden kann, wenn es zu unvorhergesehenen Engpässen kommen sollte.
Ist die Leibniz Universität, abgesehen von der Raumfrage für Lehrveranstaltungen, auf die Folgen des doppelten Abiturjahrganges vorbereitet? Werden beispielsweise die Plätze in der Mensa ausreichen?
Die Leibniz Universität hat in den vergangenen vier Jahren aus Studienbeiträgen bereits zahlreiche studentische Arbeitsflächen und -räume geschaffen, die für unterschiedliche Zwecke genutzt werden können. Zum Wintersemester 2011/12 werden wir die Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek an den Standorten Conti-Campus und Welfengarten ausweiten. Das Fachsprachenzentrum wird zusätzliche Kurse anbieten; ebenso werden wir unsere Internetservices für Studierende auf der Plattform Stud.IP ausweiten. Unsere Hauptmensa hat im Unterschied zu anderen Standorten noch freie Kapazitäten.
Würden Sie Absolventinnen und Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs raten, mit dem Studium zu warten?
Nein, denn wir gehen davon aus, dass jeder, der hier studieren möchte, auch einen Platz bekommt. Allerdings sollten sich die angehenden Studierenden in der Fächerwahl gegebenenfalls etwas flexibler zeigen.
Werden die an der Leibniz Universität angebotenen Studiengänge vom doppelten Abiturjahrgang unterschiedlich betroffen sein?
Ja, denn es gibt drei verschiedene Kategorien von Studiengängen: diejenigen mit geringer Nachfrage, wie beispielsweise Elektrotechnik. Diese sind zulassungsfrei, und die zusätzlichen Studienanfängerinnen und -anfänger werden zu einer besseren Auslastung beitragen.
Bei zulassungsfreien Studiengängen, die sich bereits an der Schwelle zur Vollauslastung befinden, etwa Maschinenbau, werden wir zusätzliches Lehrpersonal bereitstellen.
Studiengängen wie den Wirtschaftswissenschaften, in denen die Nachfrage traditionell das Angebot übersteigt, haben wir besondere Aufmerksamkeit bei der Vorplanung gewidmet. Dort haben wir die Zulassungszahlen deutlich erhöht, um dem doppelten Abiturjahrgang Chancengleichheit bei der Bewerbung um einen Studienplatz zu ermöglichen. Zusätzliches Lehrpersonal wird auch hier dazu beitragen, den Nachfrageanstieg zu befriedigen.
Wie sieht die Umsetzung in den Studiengängen Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen und Maschinenbau an der Leibniz Universität aus?
In den zulassungsbeschränkten Studiengängen Wirtschaftswissenschaften B. Sc. und Wirtschaftsingenieur/in B. Sc. bieten wir zum Wintersemester 2011/12 verglichen mit dem Vorjahr 81 bzw. 88 Prozent mehr Studienplätze an. Der Studiengang Maschinenbau B. Sc. ist zulassungsfrei geblieben. Die für diese Studiengänge verantwortlichen Fakultäten erhalten im Jahr 2011 insgesamt 3,6 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt. Aus diesen Mitteln wird in erster Linie zusätzliches Lehrpersonal, aber auch die technische Ausstattung für die Lehre in praktischen Übungen finanziert.
Gemessen an den Bewerbungen je Studienplatz ist an der Leibniz Universität der Bachelorstudiengang Sonderpädagogik am stärksten nachgefragt, gefolgt von Biochemie und Biologie. Wird sich diese Situation im Herbst 2011 zuspitzen?
Im Bachelorstudiengang Sonderpädagogik wurde die Zahl der Studienplätze zum Wintersemester 2011/12 um 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Damit haben sich die Chancen auf einen Platz in diesem Studiengang nicht verschlechtert. In den Bachelorstudiengängen Biochemie und Biologie sind keine zusätzlichen Studienplätze vorgesehen. Hier ist eine Kapazitätsausweitung schwierig, da bereits jetzt Engpässe bei Laborkapazitäten bestehen. Studierende werden eventuell länger auf einen Studienplatz warten müssen. Allerdings bietet die Leibniz Universität in verwandten Bachelorstudiengängen wie Life Science und Pflanzenbiotechnologie zusätzliche Plätze an.
Wie viel Geld wird der Leibniz Universität im kommenden Wintersemester aus dem Hochschulpakt zur Verfügung gestellt?
Für die 1.180 zusätzlichen Studienplätze zum Wintersemester 2011/12 erhält die Universität mehr als 8 Millionen Euro allein im Jahr 2011 aus dem Hochschulpakt von Bund und Ländern. Wie viele Mittel wir in den Folgejahren erhalten, hängt von den weiteren Verhandlungen mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur ab, die wir auf die Erfahrungen aus dem Wintersemester 2011/12 stützen werden.
Mehr Studierende bedeutet auch ein Plus bei der Einnahme von Studiengebühren. Inwiefern werden diese bei den zu erwartenden Mehrkosten eingesetzt?
Dieses Geld steht zusätzlich zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in Lehre und Studium bereit. Wir finanzieren daraus zusätzliches Lehrpersonal, Tutorien sowie Literaturbeschaffungen in der Universitätsbibliothek.
Was wünschen Sie sich für das Wintersemester 2011/2012? Ich wünsche mir flexible und zufriedene Studierende, die die Studiensituation an der Leibniz Universität im Jahr des Doppelabiturs als angenehm empfinden.
Die Maßnahmen der Leibniz Universität Hannover im Überblick
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1.180 zusätzliche Studienplätze aus Mitteln des Hochschulpakts im Wintersemester 2011/12 (eine Fortführung der Kapazitätsausweitungen ab dem Wintersemester 2012/13 wird verhandelt)
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Weitere 471 Studienplätze durch die Erhöhung der Lehrverpflichtung der Professorinnen und Professoren
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Zusätzliches Lehr- und Servicepersonal in den Fakultäten
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Verbesserte Laborausstattung für studentische Übungen und Praktika
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Optimierte Hörsaalbelegung unter Nutzung des Standortes in der Bismarckstraße als Reserve
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„Raumbörse“ zu Semesterbeginn, um flexibel auf die Nachfrage zu reagieren
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Zwei neue Hörsäle, neue Lernräume in der Bibliothek sowie eine neue Cafeteria im Hörsaalgebäude am Standort Conti-Campus
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Verlängerte Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek:
Montag bis Samstag von 8 bis 22 Uhr (Standorte Conti-Campus und Welfengarten) sowie Sonntag von 9 bis 20 Uhr (Conti-Campus) ab dem Wintersemester 2011/12
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Zusätzliche Literaturbeschaffung der Universitätsbibliothek sowie zusätzliches Lehrpersonal und Tutorien aus dem Mehraufkommen aus Studienbeiträgen
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Erweitertes Kursangebot im Fachsprachenzentrum
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Ausbau der eLearning-Angebote durch die Internet-Lernplattform Stud.IP
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