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Leibniz-Ausstellung der Leibniz Universität Hannover
von Prof. Erwin Stein

Konzepte und Entstehung
Aus der Überzeugung heraus, dass die Erforschung und Vermittlung von Leibniz’ bedeutenden Erkenntnissen und Erfindungen für die Leibniz Universität Hannover von großer Bedeutung ist, entstand 1989/1990 die erste Leibniz-Ausstellung mit anschaulichen Funktionsmodellen. Bis 2008 wurden mit wesentlichen Erweiterungen und Überarbeitungen insgesamt elf Ausstellungen gezeigt.
2011 wurde die Ausstellung um 21 Bild- und Texttafeln zu Leibniz’ Beiträgen auf den Gebieten der Philosophie, Theologie, Sprachwissenschaften, Mathematik (ergänzend), Rechts-, Geschichts- und Politikwissenschaften, Gründung von Akademien sowie weiterhin Kunst- und Versicherungswissenschaften erweitert.
Ziel der Ausstellung ist es unter anderem, die vielfältigen Leibnizschen Entdeckungen und Erfindungen mit dem Postulat „theoria cum praxi“ anschaulich zu vermitteln.
Insbesondere unter dem neuen Namen „Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover“ wird das Universitätsmotto „Mit Wissen Zukunft gestalten“ auch im Rückblick auf die grundlegenden wissenschaftlichen Innovationen des 17. Jahrhunderts reflektiert.
Die Idee für die Ausstellung „Gottfried Wilhelm Leibniz - Mathematiker, Physiker, Techniker“ unter dem Motto „Leibniz zum Begreifen“ stammt von Professor Erwin Stein anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik (GAMM) im Frühjahr 1990 an der Universität Hannover in Verbindung mit einem Leibniz-Symposium.
Als engagierter Mitgestalter konnte Professor Albert Heinekamp, der damalige Leiter des Leibniz-Archivs der Niedersächsischen Landesbibliothek, gewonnen werden. Die künstlerische Gestaltung der Ausstellung oblag von Beginn an Professor Herbert Lindinger, ehemals Leiter des Instituts für Industrial Design der Universität Hannover.
 Leibniz-Ausstellung im Lichthof der Universität Hannover im Jahre 2000 mit dem Titel „Gottfried Wilhelm Leibniz – seiner Zeit weit voraus als Philosoph, Mathematiker, Physiker, Techniker ...“
Im Verlauf der Entwicklung der bisherigen Ausstellungen - ab 2000 mit dem erweiterten Titel „Gottfried Wilhelm Leibniz - seiner Zeit weit voraus als Philosoph, Mathematiker, Physiker, Techniker …“ unter Mitwirkung von Professor Karl Popp - wurden 25 aussagekräftige Funktionsmodelle mit Elektro- oder Handantrieb zu Leibniz’ naturwissenschaftlich-technischen Erfindungen soweit wie möglich authentisch entworfen, berechnet, konstruiert und gebaut, ergänzt durch 42 Bild- und Texttafeln mit grafischen Darstellungen und Erläuterungen sowie einen Tonfilm zu den Funktionsabläufen der Modelle.
 6/12/1-stelliges Hannoversches Funktionsmodell der dezimalen Leibnizschen Vier-Spezies-Rechenmaschine mit Korrekturen im Maßstab 2:1. DFG-Forschungsvorhaben Popp/Stein 2003-2005. Entwurf: Stein/Kopp, Konstruktion: F.O. Kopp, Bau: Institut für Mechanik, J. Anton.
Seit 2006 gehören zur Ausstellung unter anderem vier wichtige Nachbauten der Leibnizschen Rechenmaschinen. Dank neuer Forschungsergebnisse aus dem DFG-Projekt von Popp und Stein unter Mitwirkung von Kopp, Wiechmann, Weber und Anton wurde zusätzlich das Modell der Neuen Treibkunst (1693-95), konstruiert und von Ludewig gebaut.
Im Jahre 2008 kam eine neue binäre Getriebemaschine hinzu, die die genialen Leibnizschen Konstruktionsprinzipien der dezimalen Vier-Spezies-Maschine und der binären „Kugel-Maschine“ vereint.
 7/12/6-stelliges Hannoversches Funktionsmodell der binären Leibnizschen Vier-Spezies-Rechenmaschine. Popp/Stein 2006-2008. Entwurf: Stein/Kopp, Konstruktion: F.O. Kopp, Bau: Institut für Mechanik, J. Anton.
Bemerkenswert ist die Konstruktion und der Bau einer binären Vier-Spezies-Rechenmaschine, die mit nur geringfügigen Änderungen aus der dezimalen Maschine entwickelt wurde.
Ein Begleitbuch (derzeit in der 3. erweiterten Auflage 2007), getrennt in deutscher und englischer Sprache, bietet eine reich bebilderte Übersicht.
2011 wurde die Ausstellung um einen zweiten Pavillon erweitert. Auf 21 Bild- und Texttafeln werden Leibniz’ bedeutende Beiträge und neue Erkenntnisse in Philosophie, Theologie, Sprachwissenschaften, Mathematik (ergänzend), Rechts-, Geschichts- und Politikwissenschaften, Gründung von Akademien sowie weiterhin Kunst- und Versicherungswissenschaften gezeigt; auch seine Denkmäler in Hannover sind einbezogen. Die Texte stammen von 13 Autoren aus Instituten von 6 Fakultäten.
Der neue Pavillon enthält auch zwei Vitrinen mit hochwertigen Kopien leibnizscher Originalarbeiten, z.B. eine Kopie der ersten handschriftlichen Seite der Monadologie, und die Leibnizbüste sowie eine Fahne mit der Aufschrift „nihil sine ratione“, Leibniz’ oberstes Denkprinzip. Weiterhin zeigen zwei Monitore derzeit Bilder früherer großer Leibniz-Ausstellungen. Ein Papierstapel stellt ein Drittel der von Leibniz hinterlassenen etwa 50.000 Schriftstücke mit 200.000 beschriebenen Seiten sowie 15.000 Briefen mit 1.100 Partnern dar.
 Papierstapel im 2. Pavillon der Dauerausstellung mit einem Drittel der Menge der von Leibniz hinterlassenen Schriftstücke
Das Gesamtwerk des Universalgenies Gottfried Wilhelm Leibniz gründet sich auf einen durchgehenden Rationalismus. Das Maß der Welt für ihre Entwicklung ist für ihn auch ein ethisches Maß und Wissenschaft soll der Ehre Gottes gewidmet sein.
Weitere Informationen
In den folgenden Dokumenten erhalten Sie weitere Erklärungen und Hintergrundinformationen rund um die Leibniz-Dauerausstellung. Die Informationen stehen in drei Teildokumenten oder als Gesamtdatei zum Download bereit.
Erweiterte Leibniz-Ausstellung
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