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Stimme zurück dank schonender Laserchirurgie

Leibniz Universität Hannover beteiligt sich an EU-Verbundprojekt

Stimmbänder mit dem Laser unter örtlicher Betäubung operieren: Das ist das Ziel des EU-Verbundprojekts „OPhonLas“, an dem sich auch die Leibniz Universität Hannover beteiligt. Gemeinsam mit dem Institut für Laser und Optik (ILO) der Hochschule Emden/Leer und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelt die Leibniz Universität eine neuartige Technik. Durch die Kombination modernster Methoden soll die Stimme von Patienten mit krankhaften Veränderungen an den Stimmbändern wiederhergestellt werden.

Das durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit insgesamt 1,2 Millionen Euro geförderte Projekt startete jetzt mit einem Kick-Off-Meeting an der Hochschule Emden/Leer.

In dem Projekt geht es um die Entwicklung einer Technologie, die es ermöglicht, eine Stimmlippen-Operation durchzuführen, während die Patienten bei Bewusstsein sind. Bisher war dies aufgrund des Schluck- oder Würgereflexes nicht möglich. Dabei seien Operationen unter örtlicher Betäubung in der Regel schonender und in den meisten Fällen auch deutlich angenehmer als unter Vollnarkose, so Prof. Dr. Walter Neu vom Institut für Laser und Optik (ILO). Die neue berührungslose und gezielte Laserchirurgie ermöglicht es, dass die Stimme des Patienten während des Eingriffs überprüft und verfeinert werden kann, weil der Schluck- oder Würgereflex nicht einsetzt. Nach Aufforderung kann der Betroffene einen Ton von sich geben, da er während des Eingriffs bei Bewusstsein ist. Durch diesen Ton werden die Stimmlippen in Schwingungen versetzt, deren Intervalle wiederum durch das neuartige Instrument erfasst und ausgewertet werden können. Der Chirurg kann die krankhaften Veränderungen somit präzise lokalisieren. Zugleich muss er nur so viel Gewebe entfernen wie nötig.

Am Institut für Mechatronische Systeme der Leibniz Universität forschen M. Sc. Max-Heinrich Laves und M. Sc. Sontje Ihler am Projekt „OPhonLas“. Sie verfolgen den innovativen Ansatz, die optischen Komponenten für ein Videobild und einen chirurgischen Laser mit motorischer Strahlablenkung zu koppeln und deren Zugang über ein anatomisch gekrümmtes, indirektes Laryngoskop zu ermöglichen. Dies trägt dazu bei, dass das Forscherteam ein medizinisches Instrument entwickeln kann, mit dem das krankhafte Gewebe für den Patienten schonend und mit äußerster Präzision entfernt werden kann.