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„draussen“. Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain

Erfolgreiche Ausstellung im Architekturmuseum München zeigt Beiträge aus Hannover

Das Architekturmuseum der Technischen Universität München widmet sich mit der Ausstellung „draussen“ erstmals in seinem Programm der Landschaftsarchitektur. Unter den Exponaten sind zwei Beiträge aus Hannover, die am Institut für Landschaftsplanung unter der Leitung von Prof. Christian Werthmann an der Leibniz Universität entstanden sind: „Medellín – Auf unsicherem Terrain“ und „Tamanduateí, der verlorene Fluss“. Bisher besuchten mehr als 28.000 Gäste die Ausstellung, die noch bis zum 20. August in München zu sehen ist.

 

„Medellín – Auf unsicherem Terrain“

Landschaftliche Eingriffe können das Sterberisiko der Bewohnerinnen und Bewohner an Steilhängen senken und die Lebensqualität erhöhen: Wenn es in Medellín länger regnet, besteht die Gefahr, dass in den Steilhängen der Stadt gewaltige Erdmassen abrutschen. In selbsterrichteten Siedlungen sind rund 200.000 Menschen diesem Risiko ausgesetzt. Mittlerweile sind bereits mehr als 850 Menschen durch Erdrutsche umgekommen, deshalb plant die Stadt eine Zwangsumsiedlung, die mit hohen Kosten verbunden ist und den Unmut der Siedler erregt. Inzwischen wachsen die Siedlungen immer weiter.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fachgebiets Landschaftsarchitektur und Entwerfen analysierten mit ihren kolumbianischen Kollegen die Gegebenheiten vor Ort und entwickelten beispielhaft für eine 16.000 Menschen umfassende Gemeinde fünf Pilotprojekte, die gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Behörden vor Ort verwirklicht werden sollen.

 

Das Projekt wurde 2011 in Harvard/USA begonnen und 2015 in Hannover abgeschlossen.  Projektpartner war das Planungsinstitut urbam derEAFIT Universität in Medellín/Kolumbien, Auftraggeber die Stadt Medellín.

 

„Sao Paulo – Tamanduateí, der verlorene Fluss“

Im 20. Jahrhundert verlor die Stadt Sao Paulo durch rasante Urbanisierung ihre beiden landschaftlichen Hauptelemente: den flächendeckenden subtropischen Regenwald durch Abholzung und ihre Flüsse und Bäche durch Kanalisierung. Das subtropische Klima spült jedoch während der Regenzeit so viel Wasser in die Kanäle, dass große Teile der Stadt überschwemmen. Sao Paulo leidet zudem unter einem Mangel an Grünflächen und gilt als Beispiel dafür, wie eine Millionenmetropole unter einer technokratischen Unterwerfung der Landschaft leiden kann. Heute versucht die Stadt physisch und emotional ihre Flüsse zurückzugewinnen und mehr Grünflächen zur Regenwasserrückhaltung in das Stadtbild zu integrieren.  

Das Fachgebiet Landschaftsarchitektur und Entwerfen an der Leibniz Universität Hannover hat am Beispiel des Flusses Tamanduateí für die städtischen Behörden Modellansätze entwickelt, die zeigen, wie dies gelinge könnte.

 

Insgesamt 40 Studierende arbeiteten gemeinsam mit der Stadtplanungsbehörde Sao Paulo über zwei Semester an den Modellen.

 

Eine Videodokumentation über beide Projekte finden Sie unter: www.wissen.hannover.de