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CULTURA-Preis 2017 geht an Prof. Dr. Georg Guggenberger

Auszeichnung der Alfred Toepfer Stiftung ist mit 25.000 Euro dotiert

Das unabhängige Kuratorium für den CULTURA-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. hat Prof. Dr. Georg Guggenberger zum Preisträger 2017 ausgewählt. Georg Guggenberger ist Professor für Bodenkunde und Leiter des Instituts für Bodenkunde an der Leibniz Universität Hannover. Der ganzheitliche Ansatz von Guggenberger zum Schutz der Böden, mit dem er die Grenzen von Fachdisziplinen, Nationen und Bevölkerungsgruppen überwindet, sei in höchstem Maße auszeichnungswürdig, so die Auswahlkommission.

Im Mittelpunkt von Professor Guggenbergers Arbeit steht die Forschung zum Schutz der organischen Bodensubstanz und zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit unter dem Aspekt des globalen Wandels. Im Rahmen von Einzel- und Verbundprojekten untersucht er die Rolle und Bedeutung des Bodens im globalen Kohlenstoffkreislauf und macht somit die Auswirkungen des Klimawandels begreifbar. Hierbei bedient er keineswegs nur einen aktuellen „Forschungstrend“. Vielmehr setzt der Bodenkundler in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus verschiedensten europäischen Ländern, mit innovativen Ansätzen und Analysenmethoden zur Untersuchung organomineralischer Verbindungen neue Maßstäbe. Die dabei verwendeten Techniken und der hohe apparative Aufwand sind kein Selbstzweck, sondern dienen der Lösung konkreter Landnutzungsprobleme in unterschiedlichsten Klimazonen vom Permafrost in Sibirien und der Antarktis bis nach Indonesien, Äthiopien und Brasilien sowie in Zentral- und Osteuropa. Auf diese Weise verbindet Guggenberger Bodenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Kontinente. Zur Bodenfruchtbarkeit in Deutschland und Europa forscht Georg Guggenberger derzeit im Rahmen des BMBF-geförderten Forschungsprogramms BonaRes (Boden als natürliche Ressource), das den Erhalt der Fruchtbarkeit landwirtschaftlich genutzter Böden mithilfe von Zwischenfrüchten adressiert.

Weitere Schwerpunkte der Arbeit von Guggenberger sind die Kommunikation seiner Ergebnisse in nationale und internationale Fachkreise und an die Bevölkerung. So schaut er in der Lehre weit über die Grenzen seines Fachbereichs hinaus. Seit Jahren organisiert er gemeinsame Exkursionen mit Studierenden und initiiert Sommerschulen. Neben dem bodenwissenschaftlichen Austausch sind ihm hierbei die internationale Verständigung und der „Blick über den Tellerrand“ für Studierende und Dozierende ein wichtiges Anliegen. Auch in der Gremienarbeit treibt ihn der Wunsch an, Boden-Brücken zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft zu errichten. Als amtierender Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (DBG) hält er intensiven Kontakt zu etlichen internationalen bodenwissenschaftlichen Verbänden. Hiervon profitieren nicht nur die mehr als 2.000 Mitglieder der DBG, sondern auch die internationalen Partner.

Mit dem Europäischen Preis für zukunftsgerechte Landnutzung CULTURA zeichnet die Alfred Töpfer Stiftung F.V.S. seit 2008 europaweit innovative und beispielhafte Arbeitsansätze auf den Gebieten Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie den damit verbundenen Wissenschaften aus. Der Preis soll die wissenschaftlichen und praktischen Leistungen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen und die Einsicht in den Zusammenhang von wissenschaftlichem Fortschritt, Innovationsleistungen in der Praxis und der Entwicklung des ländlichen Raumes fördern. Die Auszeichnung wird jährlich verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert. In diesem Jahr findet die Verleihung am 4. September 2017 in Göttingen statt.

Hinweis an die Redaktionen

Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Georg Guggenberger, Institut für Bodenkunde an der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 2622 oder per E-Mail unter guggenbergerifbk.uni-hannover.de  gern zur Verfügung.