Forschung zum Coronavirus

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover haben ein breites Spektrum an Forschungsprojekten im Zusammenhang mit COVID-19 entwickelt. Es reicht vom Test- und Risikomanagement über die Medikamentenforschung bis hin zu gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen der Krise.

AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE (SEITE IM AUFBAU)

  • MCA: Mobile Corona-Analytik

    Das Niedersächsische Modellprojekt zur unmittelbar wirksamen Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus ist eine trans- und interdisziplinäre Forschungskooperation von Leibniz Universität Hannover, Medizinischer Hochschule Hannover, dem Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) sowie der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, unterstützt vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Mobile Virus-Testsysteme können direkt vor Ort hergestellt werden - unter Hinzuziehung von Life-Science-Laboren der Universitäten. Neue Technologien verkürzen die Zeiten von der Probenentnahme bis zum Erhalt des Diagnoseergebnisses erheblich. Binnen sechs bis acht Stunden kann ein sicheres Ergebnis erzielt werden. Das Verfahren macht es zudem möglich, unterschiedliche Influenza-Viren gleichzeitig zu testen. So können Patientengruppen eindeutig zugeordnet und das Risiko-Management verbessert werden.

  • TRAC 19 – Transmissions-Analytik COVID-19 – Niedersächsisches Schul- und Modellprojekt zur Aufklärung von SARS-CoV-2-Infektionswegen bei Schülerinnen und Schülern

    Die stufenweise Öffnung der Schulen nach dem vollständigen Lockdown bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Prävalenz und die durch die vermehrte Interaktion von Kindern und Jugendlichen untereinander und mit Erwachsenen zu erwartende erhöhte Inzidenz von COVID-19 anhand ausgesuchter hannoverscher Schulstandorte zu untersuchen. Die Studie wird dabei aktuell und sehr schnell Echtzeit-Daten zur Infektionskette und -verbreitung und damit die essenziellen Informationen zur Etablierung von wissensbasierten Entscheidungshilfen liefern.

  • SMILE – Safety Masks Intended for Lively Expressions

    Welche Einschränkungen verursachen Gesichtsschutzmasken in sozialen Interaktionen und wie können die daraus resultierenden gesellschaftlichen Auswirkungen durch innovative Technologien abgeschwächt werden? Im Zentrum des Forschungsprojekts steht die Entwicklung eines Prototyps für eine neuartige antivirale Schutzmaske mit geringem Atmungswiderstand bestehend aus einem hauchdünnen und transparenten Filtermaterial. Für die Entwicklung werden Produktanforderungen aus individuellen Umfragen herangezogen. Diese Innovation wird sowohl den Tragekomfort als auch zwischenmenschliche Interaktionen verbessern und die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Kommunikationsstörungen mindern.

  • Etablierung neuartiger Technologien zur Herstellung und Prüfung von Schutzausrüstungen

    Projektinhalte: Beratung von Unternehmen hinsichtlich der CE-Zulassung von Schutzausrüstungen, Erstellung von Prüfstrategien für Schutzausrüstungen, Etablierung und Entwicklung von Prüfverfahren, Durchführung der nötigen Prüfungen sowie Erstellung von Prüfberichten.

  • COVID-19-Pandemie – Risikoanalyse und Versicherungsschutz

    Verschiedene Projekte: Infektionsmodellierung von SARS-CoV-2, Aggregation von Vorhersagemodellen zu SARS-CoV-2, Aktuarielle Analysen zur COVID-19-Pandemie, Versicherungsschutz und COVID-19-Pandemie.

  • Lernen aus der Krise – Erfahrungen von MINT-Lehrkräften mit Lernplattformen

    Durch die Maßnahmen gegen die Verbreitung von Corona standen Lehrkräfte vor der Herausforderung, ihren Unterricht von Zuhause zu organisieren. Diverse digitale Werkzeuge und Lernplattformen sind dadurch zum Mittel der Wahl geworden. Viele Lehrkräfte nutzen die Lernplattformen intensiver als bisher. In diesem Projekt wird erhoben, welche Potenziale die Lehrkräfte an den Lehr-Lernplattformen schätzen und welche Hindernisse ihnen das Lehren erschweren. Auf dieser Basis sollen mögliche Unterstützungsmaßnahmen abgeleitet werden.

  • Bewegung, Sport und Ernährung während und nach COVID-19

    Die Corona-Krise mit ihren Einschränkungen und Umstellungen der Lebensgewohnheiten hat auch das Bewegungs- und Ernährungsverhalten sowie das psychosoziale Wohlbefinden verändert. Welche kurz- und mittelfristige Bedeutung dies für das Gesundheitsverhalten hat, ist nicht bekannt. Die Studie zielt darauf ab, Informationen zu Bewegung, Ernährung und Wohlbefinden in Zeiten von Corona zu erheben, um abschätzen zu können, welche Vor- und Nachteile sich aus den Verhaltensänderungen für die Gesundheit ergeben. Basis ist eine Online-Befragung, an der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer mindestens einmal, vorzugsweise aber wiederholt in einem 14-tägigen Turnus über einen Zeitraum von zehn Wochen teilnehmen sollen.

  • CADIP – Calanus for Diabetes Prevention

    Menschen mit chronischen Erkrankungen weisen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 auf. Dies gilt auch für Adipöse und Diabetiker. In metabolischer Hinsicht scheint dies auf die hiermit einhergehende chronisch niederschwellige Entzündung (low-grade-inflammation) und deren Folgen zurückzuführen zu sein. Gegenstand des Projekts sind die immunologischen Veränderungen bei moderatem Übergewicht und einer prädiabetischen Stoffwechsellage. Im Kern steht dabei die Frage, inwieweit ein neuartiges marines Öl aus Calanus finmarchicus (Zooplankton) antientzündliche Eigenschaften besitzt und die Insulinsensitivität bei Prädiabetikern erhöhen kann.

  • OnCoVID-Management in der Onkologie während der COVID-19-Pandemie – ethische, rechtliche und gesundheitsökonomische Implikationen

    Ziel des Verbundprojekts mit der Medizinischen Hochschule Hannover ist die Bereitstellung einer Checkliste für das onkologische Versorgungsmanagement während einer Pandemie und zur datenbasierten Entwicklung von medizinethisch bewerteten Entscheidungsrichtlinien für die onkologische Versorgung im Kontext von Pandemien. Die Entscheidungsfindung zur Krebsbehandlung während der COVID-19-Pandemie ist nicht nur durch begrenzte Ressourcen und Priorisierung von Aktubehandlungen gekennzeichnet, sondern auch durch mehrdimensionale Auswirkungen auf Behandlungsalgorithmen, Langzeitergebnisse und klinisches Prozessmanagement. Die Komplexität der Krebsbehandlung erfordert in diesem Zusammenhang spezifische Überlegungen zu ethischen und medizinrechtlichen Aspekten während der Pandemie. Derzeit sind solche Richtlinien jedoch nur für die Intensiv-/Notfallversorgung verfügbar.

  • The Grand International Challenges (u.a. die so genannte Corona-Krise) in theologisch-ethischer Perspektive

    An die Stelle der für das Sommersemester 2020 geplanten Ringvorlesung „The Grand International Challenges“, die coronabedingt ausfallen musste, tritt ein gleichnamiges Buchprojekt. Es wird neben Klimagerechtigkeit, Digitalisierung, Welternährung, Geschlechtergerechtigkeit, Migrationsbewegung, Genome Editing u.a. die Corona-Krise aufgreifen und zum Gegenstand theologisch-ethischer Urteilsbildung machen. Erkenntnisleitend soll die Frage thematisiert werden, was der „Schatten“ der Corona-Krise für die Theologie bedeutet. Doch ist diese Metapher überhaupt tragfähig? Anders gefragt: Warum bildet die Corona-Epidemie überhaupt eine theologische Herausforderung? Wie kann sie ernst genommen werden, ohne die Krise im Sinne eines sich leicht selbst überschätzenden Krisendenkens zum Maßstab aller Dinge zu machen? Begriffe etwa wie „Herdenimmunität“ und „Risikogruppen“ werden in diesem Zusammenhang problematisiert.

  • Frames of vulnerability, politics of belonging and critical literacy

    Diese Studie vertieft das wissenschaftliche Verständnis über die komplexen Vorgänge im Umgang mit empirische Vielfalt und ungleicher Gefährdung, deren Untersuchung im Kontext der COVID-19-Pandemie, deren Diskurse und Konsequenzen in Bezug auf die Fähigkeit Inhalte kritisch zu hinterfragen sowie die Folgen für die demokratische Kultur und die politische Bildung im Hinblick auf die empirische Tatsache dass pluralistische und überschneidende Kontexte und Konsequenzen von Gefährdung in öffentlichen politischen Räumen und der politischen Bildung zwar auf einem hohem Niveau wahrgenommen und thematisiert werden jedoch bislang nicht im Zusammenhang mit der Pandemie untersucht wurden. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer reflektierenden Struktur zum Umgang mit Gefährdung auf der konkreten empirischen Basis von COVID-19 und dem Umgang mit der Pandemie unter Einbeziehung impliziter Zugehörigkeitspolitik welche die Zusammensetzung von vernachlässigten und gefährdeten sozialen Gruppen analysiert (z.B. Geflüchtete, Gastarbeiter, benachteiligte Kinder, von Armut betroffene Personen oder Menschen mit Behinderungen). Dabei sollen die gefährdenden Folgen von Maßnahmen und Schutzprogrammen untersucht werden.

  • Digitales Lernen in der Sonderpädagogik? Eine Untersuchung der Gelingensbedingungen digitaler sonderpädagogischer Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten und Verhaltensproblemen

    Im Rahmen des Projektes wird die Umsetzung sonderpädagogischer Förderung während der coronabedingten Schulschließungen fokussiert. Dazu wurden 700 Sonderpädagoginnen und -pädagogen in Deutschland im Rahmen einer Online-Erhebung zur digitalen Umsetzung des Unterrichts befragt. Anhand der erhobenen Daten werden wesentliche Einblicke in Gelingensbedingungen und Hindernisse des digitalen Unterrichts bei Lernschwierigkeiten und Verhaltensproblemen gewonnen. Die Einblicke können als Grundlage für die Entwicklung eines Rahmenmodells digitalen Unterrichts in der Sonderpädagogik genutzt werden und im Rahmen geeigneter Materialien und Unterstützungen für Lehrkräfte aufbereitet werden. Die Einblicke können dabei einen wichtigen Baustein in der langfristigen Aufgabe der Digitalisierung in der Schulbildung darstellen.

  • E-Tape – Bildung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Behinderungen während und nach den Schulschließungen – Die Perspektive von Lehrpersonen und Eltern

    Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förder- und Unterstützungsbedarf tragen ein höheres Risiko, während der Corona-Krise von hochwertiger Bildung ausgeschlossen zu sein. Die Krise eröffnet die Chance, Probleme des Schulsystems mit Blick auf die Inklusion dieser Schülerinnen und Schüler zu identifizieren und kreative, flexible und niedrigschwellige Lösungen und Strategien sichtbar zu machen, mit denen Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit Eltern hochwertige Bildungsprozesse ermöglichen. Das Projekt wird einen tieferen Einblick in das Verständnis der Beziehungen zwischen schulischem Lernen und familialen Unterstützungsprozessen für diese Schülerinnen und Schüler gewähren und dazu beitragen, das Schulsystem in Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit weiter zu entwickeln. Methoden: Quantitative Fragebogenerhebung an Schulleitungen und Lehrpersonen der Sonderpädagogik in Niedersachsen, Qualitative Telefoninterviews mit Lehrkräften und Eltern, Auswertung von Twitter- und Instagram-Feeds von Eltern in der Corona-Krise.

  • #LernenVernetzt – Ein Lehr-Forschungsprojekt

    Die COVID-19-bedingten Schulschließungen führten dazu, dass ein Teil der derzeit an der LUH immatrikulierten Lehramtsstudierenden ihre Praktika an den Schulen nicht vollständig absolvieren konnte. Ausgehend von der Idee, Lehramtsstudierenden zeitnah sinnstiftende sowie kompetenzfördernde Ersatzleistungen für ihr Schulpraktikum zu ermöglichen und gleichzeitig Schulen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zur Seite zu stehen, entwickelte das Leibniz School Connect (LSConnect)-Projektteam die Initiative #LernenVernetzt. Engagierte Studierende können hier Lehrkräfte bei der Digitalisierung ihrer Lehr-Lern-Angebote und deren Schülerinnen und Schüler bei den damit verbundenen Lernprozessen unterstützen. Untersucht wird die Gestaltung der digitalen unterrichtlichen Angebote, die Nutzung und Wahrnehmung derselben durch die Schülerinnen und Schüler und die Begleitung der Lernprozesse seitens der Studierenden.

  • Adolescence in times of a pandemic – An international comparative qualitative study

    Wir untersuchen in einem kulturell-vergleichenden Ansatz den Sozialisationsprozess von Adoleszenten weltweit. Dazu führen wir Interviews in verschiedenen Ländern durch und erarbeiten, wie Adoleszente die Corona-Krise wahrnehmen, verarbeiten und mit der neuen Situation umgehen. Dieses Projekt wird als Kooperation der Leibniz Universität Hannover und der Universität Bielefeld sowie mit der Hilfe von internationalen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt. Bisher haben wir Interviews aus den folgenden Ländern gesammelt und ausgewertet: Vietnam, Südkorea, China, Indonesien, Brasilien, Österreich, Belgien und Deutschland.

  • Will the world never be the same? Letters from a post-corona future

    Die Corona-Krise hat das Leben von Menschen weltweit verändert. Die täglichen Abläufe und Routinen wurden gestört oder erheblich eingeschränkt. Dadurch wird deutlich, dass unser alltägliches Leben und unsere Gewohnheiten nicht starr sind, sondern verändert werden können. Was wiederum die Frage aufwirft, wie wir leben wollen – nach Corona. Wollen wir zurück in die Vergangenheit und so leben, wie wir es vor Corona getan haben, oder wollen wir eine neue, eine andere Lebensweise für die Zukunft? Wenn wir die Möglichkeit hätten, eine neue Zukunft zu gestalten, wie würden wir diese gestalten? Um Antworten auf diese Frage geben zu können, wurden Jugendliche ab 16 Jahren gebeten, Briefe aus der Zukunft an ihr jetziges Ich zu schreiben.

  • The impact of sanitation and hygiene behaviour on infectious diseases among vulnerable migrants in Germany, Indonesia and Nigeria

    Diese Studie fokussiert sich auf die Auswirkungen von sanitären Einrichtungen und Hygieneverhalten auf Infektionskrankheiten bei gefährdeten Gruppen wie Migrantinnen und Migranten. Der Schwerpunkt wird auf COVID-19 und anderen neu auftretenden Infektionskrankheiten sowie auf sexuell übertragbaren Infektionen und Harnwegsinfektionen liegen. Das Projekt wird in Indonesien (Zentral-Java), Nigeria (Süd-Ost) und Deutschland durchgeführt. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern in Indonesien und Nigeria haben wir bereits Vorstudien zu diesem Thema durchgeführt. Dabei haben erste Erkenntnisse gezeigt, dass es sowohl auf Gemeindeebene als auch im Gesundheitssektor an der Zugänglichkeit und Qualität von Sanitär- und Gesundheitseinrichtungen als auch Hygienestandards laut der WHO Vorschriften mangelt.

  • Coping Strategies with COVID-19: Societal Impact

    Die Studie untersucht die Auswirkungen des Lockdowns auf individuelle Werteinstellungen und Verhaltensmuster unter besonderer Berücksichtigung der Familien mit Kindern. Im Rahmen der Studie wird eine quantitative Befragung durchgeführt, die Beschäftigung und Arbeitsbedingungen, Einteilung der täglichen Aktivitäten und Mobilität sowie Interaktionen im Haushalt und Work-Life-Balance thematisiert. Zusätzlich wird der mediale Diskurs untersucht, basierend auf Twitter-Daten und Artikeln in regionalen und überregionalen Zeitungen.

  • The causal influence of information about COVID-19 on trust in government, perception of households‘ living conditions, and economic expectations

    Die derzeitige COVID-19-Krise hat weltweit erhebliche Auswirkungen. Potentiell hat die spezifische Art von Informationen welche Haushalte und Konsumenten erhalten einen erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung der Krise. Mit Fokus auf die beiden Schwellenmärkte Thailand und Vietnam untersuchen wir den Auswirkungen verschiedener Informationsstrategien auf die Einschätzung der Menschen in Hinblick auf (i) den Umgang ihrer Regierung mit COVID-19 und das Maß an Vertrauen in ihre Regierung, (ii) die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deren Leben sowie (iii) die zukünftige Entwicklung von makroökonomischen Variablen und der Konsumentenmeinung. Zudem untersuchen wir ob und in welchem Ausmaß die Einschätzungen der Menschen hinsichtlich des Umgangs ihrer Regierung mit der Pandemie und das Maß an Vertrauen in die Regierung deren Meinung als Konsumenten beeinflusst.

  • The impact of the COVID-19 pandemic in emerging economies

    Bei der Sammlung von Paneldaten für das Jahr 2020 berücksichtigt das DFG-Langfristvorhaben „Thailand-Vietnam Socioeconomic Panel“ (TVSEP) die COVID-19-Pandemie. Auf Grundlage der einzigartigen, langfristig angelegten und qualitativ hochwertigen TVSEP-Paneldatenbank bestehend aus 4400 ländlichen Haushalten und rund 1000 Migranten in städtischen Räumen in Thailand und Vietnam wird im November 2020 eine speziell auf die Corona-Pandemie ausgerichtete Umfrage durchgeführt. Das Corona-Projekt beschäftigt sich mit der Beantwortung der Frage wie sich die COVID-19-Pandemie auf das Wohlbefinden und diverse Verhaltensmerkmale gefährdeter Einzelpersonen, Haushalte und Gemeinschaften in den beiden Schwellenmärkten Thailand und Vietnam auswirkt. Die Sammlung und Analyse dieser zusätzlichen Daten ermöglicht eine präzise Beurteilung der Auswirkungen der Pandemie und liefert wichtige Erkenntnisse bezüglich der getroffenen Maßnahmen während der Krise. Darüber hinaus können daraus Handlungsempfehlungen zum zukünftigen Umgang mit einer solchen Krise entwickelt werden.

  • The Race for Coronavirus Vaccines

    In diesem Projekt wenden wir Erkenntnisse aus unserer Arbeit “Experimentation, learning and preemption” (Hoppe-Wewetzer et al., CEPR Discussion Paper 13483, 2020) auf den aktuellen Wettlauf um die Herstellung von Impfstoffen gegen das Coronavirus an. Wir entwickeln ein Modell zur Untersuchung des Wettbewerbs zwischen fünf Impfstoffherstellern die sich in der letzten Phase klinischer Studien befinden welche durchgeführt werden um die Wirksamkeit und Sicherheit eines möglichen Impfstoffs zu bewerten. Ziel des Projekts ist es, daraus Implikationen für das weitere Vorgehen abzuleiten.

  • Spezifisch spaltende Peptidasen

    Peptidasen wie Cathepsine und TMPRSS aktivieren das "spike"-Protein zum Durchtritt von CoV in die Lungenzelle. Inhibitoren für diese Peptidasen wie Camostat sind potenzielle Therapeutika. Am Institut werden solche spezifisch spaltenden Peptidasen bearbeitet. Es sind hierzu Trenntechniken sowie FRET-Assays und Partialsequenzierungsverfahren (nLC-QTOF-MS/MS) etabliert. Somit können medizinisch orientierte Arbeitsgruppen an der MHH methodisch unterstützt werden, wie es mit der AG Borlak bereits praktiziert wird.

  • Erforschung von Silvestrol, als pflanzlichem Naturstoff mit antiviraler Wirkung gegen das Coronavirus 2019-nCoV

    Silvestrol ist ein Naturstoff aus asiatischen Mahagonigewächsen. Es verfügt über virushemmende Eigenschaften gegenüber dem Hepatitis-E-Virus und wird seit Kurzem bekannt auch gegenüber dem Coronavirus 2019-nCoV. Er ist chemisch nur schwer herstellbar und muss deshalb aus der Naturquelle im indonesischen Urwald gewonnen werden. Silvestrol hemmt ein körpereigenes Enzym des Wirts, auf das die Corona-Viren angewiesen sind, um ihre eigenen Proteine herstellen zu können. Das Virus kann sich wegen dieser inhibierenden Wirkung von Silvestrol schließlich nicht mehr vermehren. Damit ist Silvestrol ein einzigartiger Startpunkt für die Entwicklung eines Medikaments gegen das Coronavirus. Dieser Therapieansatz steht alternativ zu der Möglichkeit, einen antiviralen Impfstoff zu entwickeln. Ein medizinal-chemisches Forschungsprogramm zu Silvestrol beinhaltet die Synthese einer sogenannten Bibliothek von Silvestrol-Abkömmlingen und zielt auf verbesserte antivirale Eigenschaften bei reduzierten Nebenwirkungen ab.

  • Innenraumsimulationen der turbulenten Strömung unter Berücksichtigung von ausgeatmeten Substanzen und Lüftungssystemen/-fenstern

    Untersuchung zur Beurteilung von Aerosolverteilungen und damit Verteilung von Sars-CoV-2, z.B. in Hörsälen.

  • § 313 BGB in Zeitung der Corona-Krise – am Beispiel der Gewerberaummiete

    Der Beitrag zeigt auf, dass für Gewerberaummieter über § 313 BGB eine Reduktion des Mietzinses möglich ist, wobei die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen sind. Vor dem Hintergrund der restriktiven Handhabung des § 313 BGB plädiert die Autorin für eine Präzisierung der Rechtsprechungsformel zu den Voraussetzungen für eine ausnahmsweise Durchbrechung des Grundsatzes von der Maßgeblichkeit der vertraglichen Risikozuweisung.

  • Infektionsschutzrechtliche Implikationen auf das Arbeitsrecht

    Das Corona-Virus hält seit spätestens Januar 2020 die Welt in Atem und ist mit seinen vollen Auswirkungen in Deutschland angekommen. Die aufgrund der Corona-Pandemie erlassenen zwei Gesetze zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite haben weitreichende Änderungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) zur Folge, die insbesondere das Gesundheitswesen betreffende Krisenreaktionsmaßnahmen ermöglichen. Aber auch das Arbeitsrecht als Teil des Wirtschaftsrechts ist betroffen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen vor gewaltigen Herausforderungen, um der Krise Herr zu werden. Viele Arbeitgeber können aus wirtschaftlichen Gründen keine Arbeit mehr anbieten. Viele Arbeitnehmer hingegen sind wegen behördlicher Maßnahmen oder Erkrankung nicht fähig, die geschuldete Arbeit zu leisten. Die schulische und kindergärtliche Infrastruktur ist bis auf einen Notbetrieb wochenlang weggebrochen. Der Beitrag handelt von den Auswirkungen des IfSG auf das Arbeitsrecht und ordnet die Regelungen des IfSG in den arbeitsrechtlichen Kontext ein. Er beleuchtet insbesondere die in diesem Gesetz normierten Entschädigungs- und Datenschutzregelungen. Die Entschädigungsregelungen sehen Zahlungen für Arbeitnehmer u.a. in Fällen von Quarantäne oder einem beruflichen Tätigkeitsverbot vor. Neu sind auch Zahlungen für den Einkommensausfall, wenn Arbeitnehmer ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, weil Kindergärten und Schulen geschlossen wurden.

  • Studienindividualisierung durch digitale, datengeschützte Assistenten (SIDDATA)

    Das Projekt will untersuchen, ob und wie Studierende bei der Erreichung individueller Bildungsziele effizient und effektiv unterstützt werden können, indem bislang unverknüpfte Daten und Informationen in einem individuellen digitalen Studienassistenten zusammengeführt werden. Es implementiert und evaluiert einen solchen Assistenten dazu modellhaft an drei Hochschulen. Studierende sollen ermutigt werden, eigene Bildungsziele zu definieren und konsequent zu verfolgen und sich dabei von einer datengestützten Umgebung unterstützen zu lassen. Der zu entwickelnde digitale Assistent soll in der Lage sein, situationsadäquat Hinweise, Erinnerungen und Empfehlungen zu geben und Vergleiche mit individuellen, sachlichen und sozialen Bezugsnormen und anderen Maßstäben zu ermöglichen. Die Anwendung soll dazu mehrere Analyseebenen verbinden, in denen unterschiedliche Faktoren einen Einfluss auf die Effizienz und Effektivität des Studiums haben.

  • Virtuelle Unterrichtshospitationen in der Online-Lehre

    Am Seminar für Englischdidaktik werden derzeit videobasierte Online-Kurse mit virtuellen Unterrichtshospitationen in der Lehre eingesetzt, um authentische Unterrichtspraxis trotz des eingeschränkten Schulbetriebs im Rahmen der Online-Lehre für unsere Studierenden beobachtbar zu machen. Diese Online-Kurse sind entsprechend eines hochschuldidaktischen Konzeptes zur Entwicklung reflektierter Handlungsfähigkeit gestaltet. Sie werden als Selbstlernkurse im LMS ILIAS sowie mit Zugriff auf die Lehr-Lernmaterialien einer alternativ einsetzbaren Materialwebseite durchgeführt und im Rahmen der universitätsinternen Lehrauswertung evaluiert.

  • Ausweitung der GenoSurf-Suchmaschine auf SARS-CoV-2-Daten

    Seit Ausbruch der Coronakrise werden immer mehr Informationen zu SARS-CoV-2 in öffentlichen Bioinformatik-Datenbanken integriert. Die Datenbankmanagementgruppe unter der Leitung von Professor Stefano Ceri am Politecnico di Milano will Biologinnen und Biologen bei der Interpretation der zunehmenden Informationen unterstützen. Im Rahmen des ERC Advanced Grants „Data-Driven Genomic Computing“ hat das Forscherteam die Suchmaschine GenoSurf entwickelt, die es Biowissenschaftlern ermöglichen soll, frei zugängliche menschliche Sequenzierungsdaten nach einer Vielzahl verfügbarer Kriterien abzufragen. Um zum Verständnis des Corona-Virus und seiner Ausbreitung beizutragen, erweitert die Gruppe GenoSurf um Virusgenome und beginnt mit frei zugänglichen Informationen über SARS-CoV-2. Das Forschungszentrum L3S ist an der Integration von Genomveränderungen in die Suchmaschine beteiligt und unterstützt Lernansätze für Daten, die eine maschinelle Erstellung biologischer Hypothesen ermöglichen.

  • Medical technologies, digital tools and Artificial Intelligence (AI) analytics to improve surveillance and care at high Technology Readiness Levels (TRL)

    Umfang: Innovationsmaßnahmen im Rahmen der folgenden Kategorien: 1) Förderung von marktnahen Lösungen (TRL 7) in einem der nachfolgend aufgeführten COVID-19-Bereiche, welche bereits die CE-Kennzeichnung erhalten haben oder noch erhalten werden um im nächsten Schritt zu Großversuchen, Pilotprojekten und der Bereitstellung in kritischen Bereichen des Gesundheitswesens (oder anderen relevanten Bereichen) überzugehen (Typ 1); 2) Förderung von Marktinnovationen („from lab to fab“) zur Weiterentwicklung und Optimierung von innovativen Lösungen die bereits im Laborumfeld validiert wurden (ab TRL 6-7) um die Entwicklung zu beschleunigen und eine Konformitätsbewertung zu erreichen (CE-Kennzeichnung) (Typ 2). Diese Thematik richtet sich an Verbünde aus innovativen Technologieanbietern einschließlich KMU und/oder Organisationen welche im Kontext der Projektziele aktiv sind; letztere können beispielsweise basieren auf Digital Innovation Hubs, Digital Health Accelerators und Knowledge Hubs, Zentren die Pilotlinien oder vergleichbare Technologien anbieten, Organisationen im Bereich Business und/oder Wissenstransfer. Innovative Technologieanbieter können entweder Mitglieder der antragstellenden Verbünde sein oder durch Drittmittel finanzierte und durch den Verbund organisierte offene Ausschreibungen ausgewählt werden. Die angebotene Förderung kann Zugang zu Produkten beinhalten.

  • Mobilität in der Krise - Projekt zur Erforschung des veränderten Mobilitätsverhalten im Großraum Hannover während der Corona-Pandemie

    Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen grundlegend verändert. In diesem Forschungsprojekt wird die Veränderung des Mobilitätsverhalten im Großraum Hannover während der Corona-Pandemie untersucht. Zu diesem Thema wurde im Rahmen eines Studienprojekts des Instituts für Wirtschufts- und Kulturgeographie eine repräsentative Umfrage in der Region Hannover im Juni 2020 durchgeführt, die unter anderem Aufschluss über die Substitution des ÖPNV durch Rad- oder Autonutzung im Kontext von nachhaltigem Mobilitätsverhalten liefert. Des Weiteren werden die Mobilitätsreduktion und die Betroffenheit unterschiedlicher sozialer Gruppen während der Pandemie untersucht. Eine zweite Befragung ist für den Herbst geplant, um festzustellen, ob Veränderungen dauerhaft oder nur kurzfristiger Natur waren. Für dieses Projekt sind Drittmittel beantragt.