Wie ist ein Studium aufgebaut?

Studienaufbau Studienaufbau Studienaufbau © Marcello Gennari / Unsplash

Für viele ist es anfangs schwierig, sich in der unbekannten Universitätsstruktur zurechtzufinden. Als erste Orientierung werden hier grundlegende Erläuterungen zu allgemeinen Studienstrukturen und -begriffen gegeben:

ABSCHLÜSSE

Abschlüsse an der Leibniz Universität Hannover

An der LUH werden die meisten Studiengänge als Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Lediglich der Studiengang Rechtswissenschaften ist ein Staatsexamensstudiengang. Je nach Fachbereich haben die Studienabschlüsse unterschiedliche Namen. Die Bezeichnung sagt nichts über die Qualität des Abschlusses aus, sondern zeigt, wo der inhaltliche Schwerpunkt des Studiengangs liegt.

Bachelor

Bei den meisten Erststudiengängen handelt es sich um Bachelorstudiengänge. Der Bachelorabschluss ist ein erster berufsqualifizierender, akademischer Studienabschluss, mit dem direkt ein Beruf aufgenommen werden kann. Studierende an Universitäten schließen jedoch in der Regel ein aufbauendes Masterstudium an.

An der LUH können Sie folgende Bachelorabschlüsse erreichen:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Law (LL.B.)

Master

Es gibt zwei verschiedene Arten von Masterstudiengängen: weiterführende (konsekutive) und weiterbildende Masterstudiengänge.
Die meisten Masterstudiengänge sind konsekutiv. Das heißt, sie bauen inhaltlich auf einem passenden vorherigen Bachelorstudium auf und vertiefen die Studieninhalte bzw. erweitern die bereits im Bachelor erworbenen Kompetenzen. Somit muss man im Master in seiner vorherigen oder einer ähnlichen Fachrichtung bleiben.
Das weiterführende Masterstudium ist i.d.R. freiwillig. Für manche Berufe wird jedoch ein Masterabschluss vorausgesetzt. Wer z.B. als Lehrerin oder Lehrer arbeiten möchte, muss nach Abschluss des Lehramtsbachelors den passenden Lehramtsmasterstudiengang absolvieren. Auch im naturwissenschaftlichen Bereich und für Berufe in der Forschung wird in der Regel ein Masterabschluss erwartet.

An der LUH können Sie folgende Masterabschlüsse erreichen:

  • Master of Arts (M.A.)
  • Master of Education (M.Ed.)
  • Master of Law (LL.M.)
  • Master of Science (M.Sc.)    

Staatsexamen

Die Studiengänge Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Rechtswissenschaften und Pharmazie werden als Staatsexamensstudiengänge angeboten. Diese Studiengänge sind auf der Grundlage einer staatlichen Prüfungsordnung landes- oder bundeseinheitlich geregelt. Der Abschluss Staatsexamen wird mit Stex oder StEx abgekürzt.

Lehramtsstudium

Das Lehramtsstudium nimmt eine Sonderrolle ein. Die Studiengänge werden in Niedersachsen als Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, dennoch endet die Ausbildung zur Lehrkraft mit einer Staatsexamensprüfung nach dem Referendariat (Praxisphase nach dem Studium).   

Mögliche Studienverläufe und Abschlüsse

Schaubild des Bachelor-Master-Staatsexamen Systems Schaubild des Bachelor-Master-Staatsexamen Systems Schaubild des Bachelor-Master-Staatsexamen Systems © Zentrale Studienberatung / LUH
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MODULE UND VERANSTALTUNGEN

Module - Modulkatalog

Bachelor und Masterstudiengänge sind inhaltlich in verschiedene Module unterteilt.
Als Modul wird eine Lehreinheit bezeichnet, die aus mehreren Lehrveranstaltungen zu einem bestimmten Thema besteht. Ein Modul kann somit z. B. aus zwei Vorlesungen und einer Übung bestehen, oder aus einer Vorlesung und zwei Seminaren zum selben Themenfeld. In Grundlagenmodulen werden grundlegende Inhalte einer Thematik gelehrt, in Vertiefungsmodulen gibt es die Option ein Wissensfeld zu vertiefen. Ein Vertiefungsmodul baut auf einem Grundlagenmodul auf. Ein Modul dauert meist ein- oder zwei Semester und wird mit einer Prüfung abgeschlossen.

Für jeden Studiengang ist in der Prüfungsordnung rechtsverbindlich festgelegt, welche Module verpflichtend studiert werden müssen und welche Module als Wahlpflicht- oder Wahlmodule gewählt werden können (verpflichtende und frei wählbare Module).

Im Modulkatalog (auch: das Modulhandbuch) sind alle Module eines Studiengangs zusammengefasst und näher erläutert. Es werden Inhalte, Umfang, zeitliche Abläufe und die für das Modul verantwortlichen Dozierenden dargestellt. 

Veranstaltungsformen

  • Vorlesung

    In Vorlesungen halten Dozierende einen Vortrag über ein bestimmtes Thema. Es wird zugehört und mitgeschrieben. Manchmal wird im Rahmen einer Vorlesung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass im Anschluss eine Diskussion erwünscht oder möglich ist. Eine Vorlesung ist eine häufige Lehrform in den naturwissenschaftlichen und technischen, aber auch in wirtschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Studiengängen.

  • Seminar

    Seminare sind Veranstaltungen in kleineren Gruppen, die die Studierenden aktiv mitgestalten können/sollen. Oft werden Inhalte zusammen mit den Dozierenden erarbeitet, besprochen und diskutiert. Seminare sind eine häufige Lehrform in den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften.

  • Blockseminar

    Bei einem Blockseminar finden die Veranstaltungen kompakt in einem Block statt. D. h. Blockseminare finden z. B. einmalig Freitag/Samstag/Sonntag und nicht einmal pro Woche während des Semesters statt.

  • Tutorium

    Im Tutorium treffen sich regelmäßig Studierende unter Anleitung Studierender höherer Semester und üben den Vorlesungsstoff. Ein Tutorium ist eine Veranstaltung in kleinen Gruppen, ähnlich wie in Seminaren. Tutorien kann es in allen Studiengängen geben.

  • Übungen

    In einer Übung werden Themen, die zuvor in einer Vorlesung behandelt wurden, in kleineren Gruppen vertieft und praxisbezogen angewendet.     

  • Labor

    In einem Labor müssen Studierende selbstständig Versuche durchführen, wie z. B. im Elektrotechnischen Grundlagenlabor. Labore gibt es in technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen.

  • Exkursion

    Eine Exkursion ist eine externe Lehrveranstaltung, bzw. ein Lehrausflug in der Gruppe außerhalb der Universität zur Besichtigung, Erkundung oder Ausprobieren bestimmter Lehrinhalte (z. B. Erkundung von Landschaften oder anderen Regionen, Besichtigung außeruniversitärer Einrichtungen, Besuche von Museen, etc.)

  • Praktikum

    Das Praktikum hat in der Universität je nach Studiengang unterschiedliche Bedeutungen:

    1. Außerhalb der Hochschule zu absolvierende praktische Tätigkeit (Betriebliches Praktikum, Unterrichtspraktikum) zur beruflichen Orientierung. ODER:
    2. Innerhalb der Hochschule versteht man unter Praktikum auch eine Lehrveranstaltung in den technischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen, in der Studierende im Labor Experimente durchführen (Laborpraktikum)
  • Kolloquium

    Das Kolloquium ist eine Lehrveranstaltung zum Austausch über wissenschaftliche Themen. Gelegentlich wird der Begriff auch für bestimmte mündliche Prüfungen verwendet oder zur Vorbereitung einer Abschlussarbeit.

Vorlesungsverzeichnis

Im Vorlesungsverzeichnis ist das gesamte Lehrveranstaltungsangebot der Universität für das jeweilige Semester veröffentlicht. Dort finden sich die konkreten Zeiten und Orte für die einzelnen Veranstaltungen, sowie weitere Angaben zu den verantwortlichen Lehrpersonen.

An der LUH ist das Vorlesungsverzeichnis digital über Stud.IP zu erreichen.  

Stundenplan

Stundenpläne gelten für ein Semester. Einige Studiengänge geben einen fertigen Stundenplan an ihre Studierenden aus, aber in den meisten Studiengängen stellen die Studierenden ihre Stundenpläne selbstständig zusammen. Hierzu wird im Modulkatalog oder in der Prüfungsordnung nachgesehen, welche Module in dem Semester absolviert werden sollten. Mithilfe des Vorlesungsverzeichnisses können dann die konkreten Veranstaltungen herausgesucht werden, die den Modulen zugeordnet sind und zu einem Stundenplan zusammengestellt werden. Erstsemesterstudierende erhalten umfangreiche Unterstützung bei der Erstellung Ihres Stundenplans in den Einführungsveranstaltungen der jeweiligen Studiengänge. 

REGELSTUDIENZEIT / LEISTUNGSPUNKTE / AUSLANDSAUFENTHALTE

Regelstudienzeit - Studiendauer

Als Regelstudienzeit bezeichnet man die Anzahl an Semestern (Halbjahren), die als reguläre Zeitspanne für den Abschluss eines Studiums festgelegt ist.

In der Praxis kann das Studium länger dauern, weil z. B. Prüfungen wiederholt werden müssen, oder aber auch kürzer sein, wenn z.B. Studienleistungen aus einem anderen Studiengang angerechnet werden können.

Das Bachelorstudium hat an Universitäten meist eine Regelstudienzeit von 6 Semestern. An (Fach-)Hochschulen dauert das Bachelorstudium oft etwas länger (7 oder 8 Semester).
Die Regelstudienzeit von Masterstudiengängen beträgt an Universitäten meist 4 Semester, an (Fach-) Hochschulen oft 3 Semester. 

Leistungspunkte / Credit Points

Leistungspunkte (ECTS oder auch Credit Points genannt) bemessen den zeitlichen Arbeitsaufwand im Studium. Für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul erhalten Studierende eine vorher festgelegte Anzahl an Leistungspunkten. 1 LP entspricht dabei einem Arbeitsaufwand von durchschnittlich 30 Zeitstunden, inklusive Vor- und Nachbereitung.

Pro Semester sollen in einem Studiengang durchschnittlich 30 Leistungspunkte erlangt werden, was einem Arbeitsumfang von ca. 900 Stunden entspricht.
Um einen 6-semestrigen Bachelorstudiengang erfolgreich zu absolvieren, ist ein Arbeitsaufwand von 180 LP zu erbringen. Für ein 4-semestriges Masterstudium müssen 120 LP erbracht werden. 

Auslandssemester / Auslandspraktikum

Auslandsaufenthalte sind in jedem Studiengang möglich, aber nur in wenigen verpflichtend. Es gibt für Studierende sehr viele Möglichkeiten, um im Laufe des Studiums ein ganzes Semester im Ausland zu studieren oder ein Praktikum im Ausland zu absolvieren. Auslandsemester werden in der Regel erst in den höheren Bachelorsemestern oder im Masterstudium realisiert. Für die Organisation eines Auslandsaufenthaltes sollte genug Zeit eingeplant werden. Unterstützung finden Studierende bei speziellen Ansprechpersonen im Studiengang (z.B. Auslandsbüro) und bei zentralen Anlaufstellen der Hochschulen, wie dem Hochschulbüro für Internationales an der Leibniz Universität Hannover.  

Aktuelle Infos rund ums Studium an der Leibniz Universität Hannover:

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