Forschung zum Coronavirus

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover sind in einer Reihe von Aktivitäten in Forschung, Lehre und Transfer zur Bewältigung der Corona-Pandemie involviert. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl von Projekten sowie Publikationen, die sich mit dem Thema befassen.

AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE

  • Adolescence in times of a pandemic – An international comparative qualitative study

    Wir untersuchen in einem kulturell-vergleichenden Ansatz den Sozialisationsprozess von Adoleszenten weltweit. Dazu führen wir Interviews in verschiedenen Ländern durch und erarbeiten, wie Adoleszente die Corona-Krise wahrnehmen, verarbeiten und mit der neuen Situation umgehen. Dieses Projekt wird als Kooperation der Leibniz Universität Hannover und der Universität Bielefeld sowie mit der Hilfe von internationalen Kolleginnen und Kollegen durchgeführt. Bisher haben wir Interviews aus den folgenden Ländern gesammelt und ausgewertet: Vietnam, Südkorea, China, Indonesien, Brasilien, Österreich, Belgien und Deutschland.

  • Ausweitung der GenoSurf-Suchmaschine auf SARS-CoV-2-Daten

    Seit Ausbruch der Coronakrise werden immer mehr Informationen zu SARS-CoV-2 in öffentlichen Bioinformatik-Datenbanken integriert. Die Datenbankmanagementgruppe unter der Leitung von Professor Stefano Ceri am Politecnico di Milano will Biologinnen und Biologen bei der Interpretation der zunehmenden Informationen unterstützen. Im Rahmen des ERC Advanced Grants „Data-Driven Genomic Computing“ hat das Forscherteam die Suchmaschine GenoSurf entwickelt, die es Biowissenschaftlern ermöglichen soll, frei zugängliche menschliche Sequenzierungsdaten nach einer Vielzahl verfügbarer Kriterien abzufragen. Um zum Verständnis des Corona-Virus und seiner Ausbreitung beizutragen, erweitert die Gruppe GenoSurf um Virusgenome und beginnt mit frei zugänglichen Informationen über SARS-CoV-2. Das Forschungszentrum L3S ist an der Integration von Genomveränderungen in die Suchmaschine beteiligt und unterstützt Lernansätze für Daten, die eine maschinelle Erstellung biologischer Hypothesen ermöglichen.

  • CADIP – Calanus for Diabetes Prevention

    Menschen mit chronischen Erkrankungen weisen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 auf. Dies gilt auch für Adipöse und Diabetiker. In metabolischer Hinsicht scheint dies auf die hiermit einhergehende chronisch niederschwellige Entzündung (low-grade-inflammation) und deren Folgen zurückzuführen zu sein. Gegenstand des Projekts sind die immunologischen Veränderungen bei moderatem Übergewicht und einer prädiabetischen Stoffwechsellage. Im Kern steht dabei die Frage, inwieweit ein neuartiges marines Öl aus Calanus finmarchicus (Zooplankton) antientzündliche Eigenschaften besitzt und die Insulinsensitivität bei Prädiabetikern erhöhen kann.

  • Coping Strategies with COVID-19: Societal Impact

    Die Studie untersucht die Auswirkungen des Lockdowns auf individuelle Werteinstellungen und Verhaltensmuster unter besonderer Berücksichtigung der Familien mit Kindern. Im Rahmen der Studie wird eine quantitative Befragung durchgeführt, die Beschäftigung und Arbeitsbedingungen, Einteilung der täglichen Aktivitäten und Mobilität sowie Interaktionen im Haushalt und Work-Life-Balance thematisiert. Zusätzlich wird der mediale Diskurs untersucht, basierend auf Twitter-Daten und Artikeln in regionalen und überregionalen Zeitungen.

  • Digital Contact Tracing, Privacy, and Discrimination: On the Ethics of Fighting Corona

    Im Zuge der COVID-19 Pandemie wurden Maßnahmen wie Kontakt- und Ausgangssperren, Versammlungsverbote und die digitale Kontaktverfolgung erwogen oder durchgeführt, die in liberalen Demokratien normalerweise undenkbar wären. Ziel dieses von der VolkswagenStiftung geförderten Projektes ist es, zu untersuchen, wie eine ethisch gerechtfertigte Pandemiebekämpfung aussieht. Dabei legen wir ein besonderes Augenmerk auf verschiedene Möglichkeiten der digitalen Kontaktverfolgung und auf die Frage, wie deren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie gegen mögliche Verletzungen des Datenschutzes abgewogen werden sollten. 

  • E-Tape – Bildung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Behinderungen während und nach den Schulschließungen – Die Perspektive von Lehrpersonen und Eltern

    Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förder- und Unterstützungsbedarf tragen ein höheres Risiko, während der Corona-Krise von hochwertiger Bildung ausgeschlossen zu sein. Die Krise eröffnet die Chance, Probleme des Schulsystems mit Blick auf die Inklusion dieser Schülerinnen und Schüler zu identifizieren und kreative, flexible und niedrigschwellige Lösungen und Strategien sichtbar zu machen, mit denen Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit Eltern hochwertige Bildungsprozesse ermöglichen. Das Projekt wird einen tieferen Einblick in das Verständnis der Beziehungen zwischen schulischem Lernen und familialen Unterstützungsprozessen für diese Schülerinnen und Schüler gewähren und dazu beitragen, das Schulsystem in Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit weiter zu entwickeln. Methoden: Quantitative Fragebogenerhebung an Schulleitungen und Lehrpersonen der Sonderpädagogik in Niedersachsen, Qualitative Telefoninterviews mit Lehrkräften und Eltern, Auswertung von Twitter- und Instagram-Feeds von Eltern in der Corona-Krise.

  • EDGE - Empowering digital teachers in a changing world

    In diesem Vorhaben wird die aktuelle Situation des verstärkten digitalen Lernens aufgegriffen und entsprechende Qualifizierungsangebote für Lehrkräfte entwickelt. Kofinanziert wird das Projekt durch die Europäische Union (ERASMUS+).

  • Entwicklung eines anwendungsorientierten Prüfsystems für filtrierende Schutzausrüstung

    In dem Kooperationsprojekt mit der Firma Fiber-To-Go GmbH wird ein Prüfsystem für filtrierende Vliesstoffe entwickelt. Dieses System soll in der Prüfung von Vliesstoffen und filtrierenden Schutzausrüstungen für Epidemie- und Pandemiefälle eingesetzt werden und den Stand der Technikbereits bestehender Systeme deutlich überschreiten. Hierbei steht die Berücksichtigung der Anwendungsbedingungen im Vordergrund, was für aktuelle Prüfverfahren nach DIN EN 149 nicht gilt. Diese arbeiten mit Aerosolen („Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in einem Gas“) aus Natriumchlorid-Lösung und Paraffinöl, die zur Prüfung der Filterwirkung nicht die Eigenschaften des jeweiligen Erregers berücksichtigen und folglich auch nicht die Wechselwirkung mit dem zu prüfenden Vliesstoff abbilden. Der zu entwickelnde Prüfstand wird mit einem Pumpsystem ausgestattet, das es erlaubt anwendungsorientierte Atemvorgänge abzubilden und den Prüfkörperunter physiologischen Bedingungen mit einem Prüfaerosol zu beaufschlagen. Das Prüfaerosol bildet ein ungefährliches Virus-like-Fluid, welches die physikalischen Eigenschaften eines jeweiligen Virus ähnelt und in einem speziell entwickelten Aerosolgenerators vernebelt wird. Die Filterleistung desPrüfkörpers und ggf. zerstörende Wirkung des Vlieses gegenüber dem Virus-Modell wird mit optischen Verfahren inline bestimmt.

  • Entwicklung eines Prüfverfahrens zur Untersuchung des Einflusses der Passform neuartiger Schutzmasken auf die Schutzwirkung

    Der aktuelle Stand der Technik im Bereich der Schutzmasken zwingt die Träger und Trägerinnen sich zu entscheiden, ob eine partikelfilternde Halbmaske oder eine medizinische Gesichtsmaske genutzt wird. Diese Maskentypen haben sich zum Schutz verschiedener Risiken seit Jahren etabliert. Medizinische Gesichtsmasken sind in der Anwendung dazu ausgelegt, bei Operationen die Patientinnen und Patienten vor der Übertragung von Krankheitserregern durch Tröpfcheninfektion zu schützen. Die partikelfiltrierenden Halbmasken hingegen werden in Handwerks- oder Industriebetrieben eingesetzt, um die Atemwege des Trägers und der Trägerin vor gesundheitsschädlichen Stäuben und Aerosolen abzuschirmen. Das heißt, dass diese etablierten Masken nicht für den Fall einer Pandemie ausgelegt sind. Zudem existiert auch kein etabliertes Prüfverfahren nach Norm für diesen Fall. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Neuentwicklungen an dem Selbstschutz der partikelfiltrierenden Masken zu orientieren und ein Produkt zu realisieren, welches die Wirkung der Masken nach DIN EN 149 in Hinblick einer Pandemie übersteigt. Hierbei ist unter anderem die Leckage des Atemstromes zu identifizieren, um mögliche Maskendesigns hinsichtlich ihrer Passform zu beurteilen. Das IMP begleitet die Firma Tutelo GmbH bei der Entwicklung von neuartigen Pandemieschutzmasken, die einerseits ähnliche Filtereffizienzen aufweisen wie etwa die partikelfiltrierenden Halb- und medizinischen Gesichtsmasken, andererseits eine optimierte Passform aufweisen durch die es weniger zur Umströmung der Maske durch den Atemstrom kommt. Des Weiteren werden Veränderungen der Filtereffizienzen nach Waschung der Masken vermessen, um eine Waschbarkeit der neuartigen Pandemieschutzmaske zu beurteilen und eine Wiederverwendbarkeit nachzuweisen.

  • Erforschung von Silvestrol, als pflanzlichem Naturstoff mit antiviraler Wirkung gegen das Coronavirus 2019-nCoV

    Silvestrol ist ein Naturstoff aus asiatischen Mahagonigewächsen. Es verfügt über virushemmende Eigenschaften gegenüber dem Hepatitis-E-Virus und wird seit Kurzem bekannt auch gegenüber dem Coronavirus 2019-nCoV. Er ist chemisch nur schwer herstellbar und muss deshalb aus der Naturquelle im indonesischen Urwald gewonnen werden. Silvestrol hemmt ein körpereigenes Enzym des Wirts, auf das die Corona-Viren angewiesen sind, um ihre eigenen Proteine herstellen zu können. Das Virus kann sich wegen dieser inhibierenden Wirkung von Silvestrol schließlich nicht mehr vermehren. Damit ist Silvestrol ein einzigartiger Startpunkt für die Entwicklung eines Medikaments gegen das Coronavirus. Dieser Therapieansatz steht alternativ zu der Möglichkeit, einen antiviralen Impfstoff zu entwickeln. Ein medizinal-chemisches Forschungsprogramm zu Silvestrol beinhaltet die Synthese einer sogenannten Bibliothek von Silvestrol-Abkömmlingen und zielt auf verbesserte antivirale Eigenschaften bei reduzierten Nebenwirkungen ab.

  • Innenraumsimulationen der turbulenten Strömung unter Berücksichtigung von ausgeatmeten Substanzen und Lüftungssystemen/-fenstern

    Untersuchung zur Beurteilung von Aerosolverteilungen und damit Verteilung von Sars-CoV-2, z.B. in Hörsälen.

  • Lernen aus der Krise – Erfahrungen von MINT-Lehrkräften mit Lernplattformen

    Durch die Maßnahmen gegen die Verbreitung von Corona standen Lehrkräfte vor der Herausforderung, ihren Unterricht von Zuhause zu organisieren. Diverse digitale Werkzeuge und Lernplattformen sind dadurch zum Mittel der Wahl geworden. Viele Lehrkräfte nutzen die Lernplattformen intensiver als bisher. In diesem Projekt wird erhoben, welche Potenziale die Lehrkräfte an den Lehr-Lernplattformen schätzen und welche Hindernisse ihnen das Lehren erschweren. Auf dieser Basis sollen mögliche Unterstützungsmaßnahmen abgeleitet werden.

  • #LernenVernetzt – Ein Lehr-Forschungsprojekt

    Die COVID-19-bedingten Schulschließungen führten dazu, dass ein Teil der derzeit an der LUH immatrikulierten Lehramtsstudierenden ihre Praktika an den Schulen nicht vollständig absolvieren konnte. Ausgehend von der Idee, Lehramtsstudierenden zeitnah sinnstiftende sowie kompetenzfördernde Ersatzleistungen für ihr Schulpraktikum zu ermöglichen und gleichzeitig Schulen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zur Seite zu stehen, entwickelte das Leibniz School Connect (LSConnect)-Projektteam die Initiative #LernenVernetzt. Engagierte Studierende können hier Lehrkräfte bei der Digitalisierung ihrer Lehr-Lern-Angebote und deren Schülerinnen und Schüler bei den damit verbundenen Lernprozessen unterstützen. Untersucht wird die Gestaltung der digitalen unterrichtlichen Angebote, die Nutzung und Wahrnehmung derselben durch die Schülerinnen und Schüler und die Begleitung der Lernprozesse seitens der Studierenden.

  • MCA: Mobile Corona-Analytik

    Das "Mobile Corona Analytik"-Vorhaben (MCA-Vorhaben) ist eine vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte interdisziplinäre Forschungskooperation zwischen Forscherinnen und Forschern der Leibniz Universität Hannover (LUH), der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover (HMTMH) zur gezielten Unterstützung bei der Bekämpfung des Corona Sars-CoV2-Virus. Eine mobile Screening-Plattform wird etabliert und an verschiedenen Einsatzbereichen eingesetzt, um Personen mit einem hohen beruflichen Risiko für eine Corona-Infektion konsequent in regelmäßigen Abständen zu testen. Infizierte Personen werden so frühzeitig erkannt und können isoliert werden.

    Durch eine effiziente Teststrategie ist es möglich, eine hohe Anzahl von Personen in einem beschleunigten Verfahren zu screenen. Die mobilen Stationen sind an unterschiedlichen Standorten einsetzbar und können so größere Gebiete in kurzer Zeit abdecken. Mit dem Projekt soll eine skalierbare Infrastruktur etabliert werden, die schnell an unterschiedlichen Orten genutzt werden kann.

  • Medical technologies, digital tools and Artificial Intelligence (AI) analytics to improve surveillance and care at high Technology Readiness Levels (TRL)

    Umfang: Innovationsmaßnahmen im Rahmen der folgenden Kategorien: 1) Förderung von marktnahen Lösungen (TRL 7) in einem der nachfolgend aufgeführten COVID-19-Bereiche, welche bereits die CE-Kennzeichnung erhalten haben oder noch erhalten werden um im nächsten Schritt zu Großversuchen, Pilotprojekten und der Bereitstellung in kritischen Bereichen des Gesundheitswesens (oder anderen relevanten Bereichen) überzugehen (Typ 1); 2) Förderung von Marktinnovationen („from lab to fab“) zur Weiterentwicklung und Optimierung von innovativen Lösungen die bereits im Laborumfeld validiert wurden (ab TRL 6-7) um die Entwicklung zu beschleunigen und eine Konformitätsbewertung zu erreichen (CE-Kennzeichnung) (Typ 2). Diese Thematik richtet sich an Verbünde aus innovativen Technologieanbietern einschließlich KMU und/oder Organisationen welche im Kontext der Projektziele aktiv sind; letztere können beispielsweise basieren auf Digital Innovation Hubs, Digital Health Accelerators und Knowledge Hubs, Zentren die Pilotlinien oder vergleichbare Technologien anbieten, Organisationen im Bereich Business und/oder Wissenstransfer. Innovative Technologieanbieter können entweder Mitglieder der antragstellenden Verbünde sein oder durch Drittmittel finanzierte und durch den Verbund organisierte offene Ausschreibungen ausgewählt werden. Die angebotene Förderung kann Zugang zu Produkten beinhalten.

  • Mobilität in der Krise - Projekt zur Erforschung des veränderten Mobilitätsverhalten im Großraum Hannover während der Corona-Pandemie

    Die Corona-Pandemie hat den Alltag vieler Menschen grundlegend verändert. In diesem Forschungsprojekt wird die Veränderung des Mobilitätsverhalten im Großraum Hannover während der Corona-Pandemie untersucht. Zu diesem Thema wurde im Rahmen eines Studienprojekts des Instituts für Wirtschufts- und Kulturgeographie eine Umfrage mit mehr als 4.000 Teilnehmern in der Region Hannover im Juni 2020 durchgeführt, die unter anderem Aufschluss über die Substitution des ÖPNV durch Rad- oder Autonutzung im Kontext von nachhaltigem Mobilitätsverhalten liefert. Des Weiteren werden die Mobilitätsreduktion und die Betroffenheit verschiedener sozialer Gruppen während der Pandemie untersucht. Die Ergebnisse stützen unsere These, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen stärker betroffen sind als andere und zeigen, dass Immobilität in der Krise sowohl eine Einschränkung als auch ein Privileg sein kann und sich deswegen nicht per se bewerten lässt. Zudem wird klar, dass vor allem einkommensstarke Befragte mit Wohnsitz in der Stadt Hannover jetzt verstärkt das Auto nutzen, während die Autonutzung im Rest der Region Hannover bedingt durch die Möglichkeit im Home Office zu arbeiten tendenziell eher gesunken ist.

     Aktuelle Entwicklungen im Projekt lassen sich über den Twitterkanal @Mobility_IWKG nachverfolgen.

  • NUTRIMAG - Nutrition, Immune Function and Aging

    Das Altern des Immunsystems (Immunseneszenz) ist durch Veränderungen der T- und B-Zell-Funktion gekennzeichnet, die zu einer verminderten Immunleistung und einer erhöhten Morbidität und Mortalität beitragen. Dies erklärt auch, warum ältere Menschen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe von COVID-19 aufweisen. Wenig bekannt ist, welche Bedeutung die Versorgung mit Mikronährstoffen hierbei spielt. Ziel der Studie ist es, bei Seniorinnen ab 70 Jahren Zusammenhänge zwischen Ernährung und Immunfunktion zu charakterisieren und der Frage nachzugehen, inwieweit eine zusätzliche Gabe von Mikronährstoffen die Immunfunktion beeinflusst.

  • Nutrimmun – Immun-, Ernährungs- und Gesundheitsstatus bei verschiedenen Ernährungsformen

    Die Ernährungsweise nimmt wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit. Neben der dominierenden omnivoren Lebensmittelauswahl mit vergleichsweise hohem Fleischverzehr hat die vegane Ernährungsweise in den vergangenen Jahren für viel Aufmerksamkeit gesorgt, obwohl der Anteil an Veganern gering ist. Demgegenüber gewinnen Flexitarier auch zahlenmäßig stark an Bedeutung. Sie  verzehren zwar Fleisch, allerdings in geringen Mengen und situationsabhängig. Bislang fehlen vergleichenden Untersuchungen zu den Auswirkungen dieser drei Ernährungsmuster auf Ernährungs- und Gesundheitsstatus. Dabei mangelt es insbesondere an Daten zur Immunkompetenz. Das Projekt zielt daher darauf ab, diese Wissenslücken zu schließen, um Empfehlungen für eine nutritive Optimierung der Immunleistung ableiten zu können.

  • OnCoVID-Management in der Onkologie während der COVID-19-Pandemie – ethische, rechtliche und gesundheitsökonomische Implikationen

    Ziel des Verbundprojekts mit der Medizinischen Hochschule Hannover ist die Bereitstellung einer Checkliste für das onkologische Versorgungsmanagement während einer Pandemie und zur datenbasierten Entwicklung von medizinethisch bewerteten Entscheidungsrichtlinien für die onkologische Versorgung im Kontext von Pandemien. Die Entscheidungsfindung zur Krebsbehandlung während der COVID-19-Pandemie ist nicht nur durch begrenzte Ressourcen und Priorisierung von Aktubehandlungen gekennzeichnet, sondern auch durch mehrdimensionale Auswirkungen auf Behandlungsalgorithmen, Langzeitergebnisse und klinisches Prozessmanagement. Die Komplexität der Krebsbehandlung erfordert in diesem Zusammenhang spezifische Überlegungen zu ethischen und medizinrechtlichen Aspekten während der Pandemie. Derzeit sind solche Richtlinien jedoch nur für die Intensiv-/Notfallversorgung verfügbar.

  • Scientific Experts and the Pressures of Pandemic Policy Advice

    Dieses von der VolkswagenStiftung geförderte, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der TU Berlin und der Universität Cambridge gemeinsam betriebene Projekt analysiert anhand der Corona-Pandemie als zentrales Fallbeispiel, wie wissenschaftliche Expertise und Vertrauen unter Bedingungen tiefer Unsicherheit und Dringlichkeit erzeugt werden können. Das Projekt zielt darauf ab, eine Reihe von Grundsätzen für eine wissenschaftlich fundierte öffentliche Debatte und Politikberatung zu entwickeln. Durch die Bündelung der Ressourcen aus philosophy of public health, der Wissenschaftsphilosophie und der sozialen Erkenntnistheorie trägt das Projekt zu einem kritisch informierten öffentlichen Verständnis der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik bei.

  • Sonderpädagogische Förderung bei Lernschwierigkeiten und Verhaltensproblemen durch digitales Lernen (SOLVE)

    Im Rahmen des Projektes werden Möglichkeiten der sonderpädagogischen Förderung im Kontext des digitalen Lernens bei Lernschwierigkeiten und Verhaltensproblemen erforscht. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit Prof. Dr. Gino Casale (Bergische Universität Wuppertal) und Prof. Dr. Clemens Hillenbrand (Universität Oldenburg).

  • Spezifisch spaltende Peptidasen

    Peptidasen wie Cathepsine und TMPRSS aktivieren das "spike"-Protein zum Durchtritt von CoV in die Lungenzelle. Inhibitoren für diese Peptidasen wie Camostat sind potenzielle Therapeutika. Am Institut werden solche spezifisch spaltenden Peptidasen bearbeitet. Es sind hierzu Trenntechniken sowie FRET-Assays und Partialsequenzierungsverfahren (nLC-QTOF-MS/MS) etabliert. Somit können medizinisch orientierte Arbeitsgruppen an der MHH methodisch unterstützt werden, wie es mit der AG Borlak bereits praktiziert wird.

  • Studienindividualisierung durch digitale, datengestützte Assistenten (SIDDATA)

    Das Projekt will untersuchen, ob und wie Studierende bei der Erreichung individueller Bildungsziele effizient und effektiv unterstützt werden können, indem bislang unverknüpfte Daten und Informationen in einem individuellen digitalen Studienassistenten zusammengeführt werden. Es implementiert und evaluiert einen solchen Assistenten dazu modellhaft an drei Hochschulen. Studierende sollen ermutigt werden, eigene Bildungsziele zu definieren und konsequent zu verfolgen und sich dabei von einer datengestützten Umgebung unterstützen zu lassen. Der zu entwickelnde digitale Assistent soll in der Lage sein, situationsadäquat Hinweise, Erinnerungen und Empfehlungen zu geben und Vergleiche mit individuellen, sachlichen und sozialen Bezugsnormen und anderen Maßstäben zu ermöglichen. Die Anwendung soll dazu mehrere Analyseebenen verbinden, in denen unterschiedliche Faktoren einen Einfluss auf die Effizienz und Effektivität des Studiums haben.

  • The causal influence of information about COVID-19 on trust in government, perception of households‘ living conditions, and economic expectations

    Die derzeitige COVID-19-Krise hat weltweit erhebliche Auswirkungen. Potentiell hat die spezifische Art von Informationen welche Haushalte und Konsumenten erhalten einen erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung der Krise. Mit Fokus auf die beiden Schwellenmärkte Thailand und Vietnam untersuchen wir den Auswirkungen verschiedener Informationsstrategien auf die Einschätzung der Menschen in Hinblick auf (i) den Umgang ihrer Regierung mit COVID-19 und das Maß an Vertrauen in ihre Regierung, (ii) die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deren Leben sowie (iii) die zukünftige Entwicklung von makroökonomischen Variablen und der Konsumentenmeinung. Zudem untersuchen wir ob und in welchem Ausmaß die Einschätzungen der Menschen hinsichtlich des Umgangs ihrer Regierung mit der Pandemie und das Maß an Vertrauen in die Regierung deren Meinung als Konsumenten beeinflusst.

  • The impact of sanitation and hygiene behaviour on infectious diseases among vulnerable migrants in Germany, Indonesia and Nigeria

    Diese Studie fokussiert sich auf die Auswirkungen von sanitären Einrichtungen und Hygieneverhalten auf Infektionskrankheiten bei gefährdeten Gruppen wie Migrantinnen und Migranten. Der Schwerpunkt wird auf COVID-19 und anderen neu auftretenden Infektionskrankheiten sowie auf sexuell übertragbaren Infektionen und Harnwegsinfektionen liegen. Das Projekt wird in Indonesien (Zentral-Java), Nigeria (Süd-Ost) und Deutschland durchgeführt. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern in Indonesien und Nigeria haben wir bereits Vorstudien zu diesem Thema durchgeführt. Dabei haben erste Erkenntnisse gezeigt, dass es sowohl auf Gemeindeebene als auch im Gesundheitssektor an der Zugänglichkeit und Qualität von Sanitär- und Gesundheitseinrichtungen als auch Hygienestandards laut der WHO Vorschriften mangelt.

  • The impact of the COVID-19 pandemic in emerging economies

    Bei der Sammlung von Paneldaten für das Jahr 2020 berücksichtigt das DFG-Langfristvorhaben „Thailand-Vietnam Socioeconomic Panel“ (TVSEP) die COVID-19-Pandemie. Auf Grundlage der einzigartigen, langfristig angelegten und qualitativ hochwertigen TVSEP-Paneldatenbank bestehend aus 4400 ländlichen Haushalten und rund 1000 Migranten in städtischen Räumen in Thailand und Vietnam wird im November 2020 eine speziell auf die Corona-Pandemie ausgerichtete Umfrage durchgeführt. Das Corona-Projekt beschäftigt sich mit der Beantwortung der Frage wie sich die COVID-19-Pandemie auf das Wohlbefinden und diverse Verhaltensmerkmale gefährdeter Einzelpersonen, Haushalte und Gemeinschaften in den beiden Schwellenmärkten Thailand und Vietnam auswirkt. Die Sammlung und Analyse dieser zusätzlichen Daten ermöglicht eine präzise Beurteilung der Auswirkungen der Pandemie und liefert wichtige Erkenntnisse bezüglich der getroffenen Maßnahmen während der Krise. Darüber hinaus können daraus Handlungsempfehlungen zum zukünftigen Umgang mit einer solchen Krise entwickelt werden.

  • The Race for Coronavirus Vaccines

    In diesem Projekt wenden wir Erkenntnisse aus unserer Arbeit “Experimentation, learning and preemption” (Hoppe-Wewetzer et al., CEPR Discussion Paper 13483, 2020) auf den aktuellen Wettlauf um die Herstellung von Impfstoffen gegen das Coronavirus an. Wir entwickeln ein Modell zur Untersuchung des Wettbewerbs zwischen fünf Impfstoffherstellern, die sich in der letzten Phase klinischer Studien befinden, welche durchgeführt werden, um die Wirksamkeit und Sicherheit eines möglichen Impfstoffs zu bewerten. Ziel des Projekts ist es, daraus Implikationen für das weitere Vorgehen abzuleiten.

  • TRAC 19 – Transmissions-Analytik COVID-19 – Niedersächsisches Schul- und Modellprojekt zur Aufklärung von SARS-CoV-2-Infektionswegen bei Schülerinnen und Schülern

    Die stufenweise Öffnung der Schulen nach dem vollständigen Lockdown bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Prävalenz und die durch die vermehrte Interaktion von Kindern und Jugendlichen untereinander und mit Erwachsenen zu erwartende erhöhte Inzidenz von COVID-19 anhand ausgesuchter hannoverscher Schulstandorte zu untersuchen. Die Studie wird dabei aktuell und sehr schnell Echtzeit-Daten zur Infektionskette und -verbreitung und damit die essenziellen Informationen zur Etablierung von wissensbasierten Entscheidungshilfen liefern.

  • Versicherungsschutz und Corona-Pandemie

    Das rechtswissenschaftliche Forschungsprojekt des House of Insurance untersucht zunächst verschiedene Deckungsfragen bei der Betriebsschließungsversicherung und Veranstaltungsausfallversicherung im Kontext der Corona-Pandemie. Ausgangspunkt ist dabei die Frage, in welchem Umfang Infektionskrankheiten wie COVID-19 von den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der am Markt tätigen Versicherer erfasst werden und inwieweit bestehende Risikoausschlüsse für Seuchen und Pandemien eingreifen. Darüber hinaus nimmt das Projekt eine mögliche Haftung von Versicherungsvermittlern wegen einer Beratungspflichtverletzung in den Blick und thematisiert Fragestellungen zu Gefahrerhöhung und Versicherungsschutz bei einer Infektion mit dem Coronavirus.

  • Virtuelle Unterrichtshospitationen in der Online-Lehre

    Am Seminar für Englischdidaktik werden derzeit videobasierte Online-Kurse mit virtuellen Unterrichtshospitationen in der Lehre eingesetzt, um authentische Unterrichtspraxis trotz des eingeschränkten Schulbetriebs im Rahmen der Online-Lehre für unsere Studierenden beobachtbar zu machen. Diese Online-Kurse sind entsprechend eines hochschuldidaktischen Konzeptes zur Entwicklung reflektierter Handlungsfähigkeit gestaltet. Sie werden als Selbstlernkurse im LMS ILIAS sowie mit Zugriff auf die Lehr-Lernmaterialien einer alternativ einsetzbaren Materialwebseite durchgeführt und im Rahmen der universitätsinternen Lehrauswertung evaluiert.

  • Will the world never be the same? Letters from a post-corona future

    Die Corona-Krise hat das Leben von Menschen weltweit verändert. Die täglichen Abläufe und Routinen wurden gestört oder erheblich eingeschränkt. Dadurch wird deutlich, dass unser alltägliches Leben und unsere Gewohnheiten nicht starr sind, sondern verändert werden können. Was wiederum die Frage aufwirft, wie wir leben wollen – nach Corona. Wollen wir zurück in die Vergangenheit und so leben, wie wir es vor Corona getan haben, oder wollen wir eine neue, eine andere Lebensweise für die Zukunft? Wenn wir die Möglichkeit hätten, eine neue Zukunft zu gestalten, wie würden wir diese gestalten? Um Antworten auf diese Frage geben zu können, wurden Jugendliche ab 16 Jahren gebeten, Briefe aus der Zukunft an ihr jetziges Ich zu schreiben.

PUBLIKATIONEN

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