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Drohende Hinrichtung von Ahmadreza Djalali verhindern

Drohende Hinrichtung von Ahmadreza Djalali verhindern

LUH unterstützt Kampagne von Menschenrechts- und Wissenschaftsorganisationen

Mit großer Sorge beobachtet die Welt die Situation des im Iran inhaftierten schwedisch-iranischen Mediziners Dr. Ahmadreza Djalali. Die Organisationen Amnesty International und Scholars at Risk (SAR) gehen davon aus, dass seine Hinrichtung unmittelbar bevorstehen könnte. Die Leibniz Universität Hannover (LUH) unterstützt eine Social-Media-Kampagne des Scholars at Risk Network für die Freilassung des Wissenschaftlers, unter anderem via Twitter: twitter.com/HRK_aktuell/status/1331279833628815363

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) forderte in einer Mitteilung am 26. November wie bereits mehrfach zuvor die sofortige Freilassung des schwedisch-iranischen Wissenschaftlers. Der Präsident der HRK, Prof. Dr. Peter-André Alt, hatte sich bereits im Frühjahr dafür eingesetzt, den seit mehreren Jahren inhaftierten Wissenschaftler Dr. Ahmadreza Djalali unverzüglich aus dem Evin Gefängnis zu entlassen. Der seit April 2016 inhaftierte Wissenschaftler wurde wegen "Verdorbenheit auf Erden" zum Tode verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, mit israelischen Behörden zusammengearbeitet zu haben. Einen Antrag auf Überprüfung des Urteils lehnte das oberste Gericht des Iran ab. Vor seiner Haft unterrichtete der Mediziner an Universitäten in Schweden, Italien und Belgien

Geplant ist nun ein erneuter offener Brief von Prof. Alt an die Staatsführung des Iran. Auch die Vizepräsidentin für Internationales der LUH, Prof. Dr. Christina von Haaren, hatte sich im Mai bereits in einem offenen Brief an Ayatollah Ali Khamenei gewendet.

Die Verurteilung zum Tode und die unnachgiebige Härte gegenüber Dr. Djalali stellten eine massive Verletzung der Menschenrechte und der akademischen Freiheit dar. Dieses Vorgehen der iranischen Führung könne die internationale Wissenschaftsgemeinschaft nicht tolerieren. Sein schlechter Gesundheitszustand und insbesondere der Verdacht auf eine Leukämieerkrankung machten eine sofortige Haftentlassung zwingend erforderlich.

Der Iran hat in diesem Jahr eine große Anzahl von Inhaftierten aus den Gefängnissen des Landes entlassen, um die weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Dr. Djalali hat von dieser Maßnahme nicht profitiert und ist weiterhin im Evin Gefängnis inhaftiert. Sein schlechter Gesundheitszustand und insbesondere der Verdacht auf eine Leukämieerkrankung machten eine sofortige Haftentlassung zwingend erforderlich.

Mehr Informationen unter: https://www.scholarsatrisk.org/2020/11/iran-halt-execution-and-release-disaster-medicine-scholar-ahmadreza-djalali/