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„Flexibilität ist ein entscheidender Faktor“

„Flexibilität ist ein entscheidender Faktor“

© Pixabay/Gerd Altmann

MOOCs und Micro Degrees zur Künstlichen Intelligenz und die Reform der Weiterbildungsformate an der Leibniz Universität Hannover

Im vergangenen Jahr hat das Institut für Informationsverarbeitung der Leibniz Universität Hannover (LUH) seine Arbeit in einem Kooperationsprojekt mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Ludwig- Maximilians-Universität München aufgenommen. Mit dem frei zugänglichen englischsprachigen MOOC (massive open online course) zum Thema Automated Machine Learning (AutoML) sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Projekt "KI-Campus - Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligt.

"Mit MOOCs kann man wichtige aktuelle Forschungsergebnisse sowohl an Studierende als auch an Fachkolleginnen und -kollegen in der Berufspraxis weitergeben, die sich diese neuen Entwicklungen eigenständig und ortsunabhängig in einem begrenzten Zeitraum, hier 14 Wochen, aneignen können", sagt Prof. Dr. Marius Lindauer vom Institut für Informationsverarbeitung, der das Kooperationsprojekt koordiniert. Der MOOC AutoML etwa unterstützt Entwicklerinnen und Entwickler im Bereich des maschinellen Lernens dabei, wichtige Entwurfsentscheidungen automatisch auf der Grundlage anwendungsspezifischer Datensätze zu treffen.

"Flexibilität ist ein entscheidender Faktor dieses Lernkonzepts", sagt Lindauer und erläutert: "Wir arbeiten an einer systematischen Weiterentwicklung entsprechender Angebote, Micro Degrees zu aktuellen Forschungsfragen etwa, die man als Wahlmöglichkeit auf ein Studium anrechnen lassen oder als wissenschaftliche Weiterbildung zu einem Zertifikat kumulieren kann." Innerhalb der LUH können Lindauer und sein Team mit der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik, dem Forschungszentrum L3S, der Leibniz School of Education und dem Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung zusammenarbeiten.

Für eine Standardisierung und Anrechnungsregeln, wie sie die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in ihrer Empfehlung zu Micro Degrees 2020 anregt, hat Lindauer die Zentrale Einrichtung für Weiterbildung der Leibniz Universität (ZEW) gewonnen. "Auch für die wissenschaftliche Weiterbildung ist die Frage der Flexibilität von Formaten und Abschlüssen von entscheidender Bedeutung", sagt Prof. Dr. Elke Katharina Wittich, die im Januar die geschäftsführende Leitung der ZEW übernommen hat. "Außerdem kommt den Micro Degrees eine entscheidende Rolle bei der Frage der Durchlässigkeit zu. Wir werden in Zusammenarbeit mit Prof. Lindauer ein Pilotprojekt zur strukturellen Einbindung solch flexibler und kombinierbarer Module in das Weiterbildungsangebot der Leibniz Universität umsetzen", so Wittich.