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Freigeist-Fellowship für Dr. Stefanie Büchner

Freigeist-Fellowship für Dr. Stefanie Büchner

Förderung der VW-Stiftung startet zum Dezember

Sich vom Forschungs-Mainstream absetzen und bewusst risikoreiche Forschungsfragen angehen – das sind Schlüsselkriterien, um Freigeist-Fellow der VolkswagenStiftung werden zu können. Insgesamt acht Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler von Universitäten aus ganz Deutschland haben jetzt das internationale Gutachtergremium der Stiftung mit ihren eigenwilligen Projekten überzeugt. Darunter ist auch Dr. Stefanie Büchner, die zum 1. Dezember die Arbeit mit der Nachwuchsforschungsgruppe „Digital Cases“ am Institut für Soziologie und dem Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität Hannover aufnehmen wird.

Komplexe digitale Infrastrukturen wie zum Beispiel Patienteninformationssysteme gewinnen in Organisationen enorm an Bedeutung. Die Nachwuchsforschungsgruppe „Digital Cases" erforscht empirisch, wie komplexe und integrierte digitale Steuerungssysteme in fallförmig arbeitenden Organisationen eigene Akteurspotentiale entwickeln. Methodisch arbeitet die Forschungsgruppe unter Leitung von Stefanie Büchner ethnografisch und organisationstypenübergreifend. Die möglichen Strukturierungswirkungen der Digitalisierung werden in einem Krankenhaus, einem Sozialen Dienst und einem Gericht vergleichend untersucht. „Digital Cases" will damit einen empirisch fundierten, konzeptionellen Beitrag zu der Frage leisten, wie sich das Verhältnis von Organisation, Profession und Digitalisierung rekonfiguriert.

Die Freigeist-Fellowships der VolkswagenStiftung richten sich an „Freigeister“ aus allen Fachgebieten in den ersten vier Jahren nach ihrer Promotion. Die Forscherpersönlichkeiten müssen nicht nur eine herausragende fachliche Expertise mitbringen, sondern auch über die Grenzen der eigenen Fachdisziplin hinausblicken und kritisches Analysevermögen mit außergewöhnlichen Perspektiven und Lösungsansätzen verbinden. Dies spiegelt sich in den Projekten der nun ausgesuchten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wider: Sie reichen von der Erforschung der Demokratisierungsprozesse in Indonesien und der Türkei über den Zusammenhang von Globalisierung und kriminellen Netzwerken bis zu adaptiven Neuroprothesen für die Behandlung der Parkinson-Erkrankung.

Das Kuratorium der Stiftung beschied acht Anträge positiv, nachdem zum Stichtag im vergangenen Oktober rund 90 junge Forscherinnen und Forscher ihre Projektideen eingereicht hatten. Seit 2014 werden jährlich bis zu fünfzehn Freigeist-Fellows ausgewählt.

Mit der Fellowship-Initiative zielt die VolkswagenStiftung auch auf die Etablierung verlässlicher Karrierewege für die kommende Wissenschaftlergeneration ab. Dafür lässt sich das Fellowship zukünftig in Hinblick auf Fördersumme und Laufzeiten noch flexibler gestalten: Zum nächsten Stichtag am 11. Oktober 2018 können in der ersten Förderphase bis zu 1,8 Mio. Euro mit einer Laufzeit von fünf oder sechs Jahren beantragt werden. Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler könnten dann ihre Forschungsprojekte auch im Rahmen einer Juniorprofessur realisieren und sich so ein eigenes Forschungsprofil aufbauen.