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MERIT-Ukraine: Dreitägiger Workshop zu Forschung und Lehre

MERIT-Ukraine: Dreitägiger Workshop zu Forschung und Lehre

© Nataliya Butych/HI

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine und aus Deutschland wollen Kooperation weiter ausbauen und vertiefen

Ein deutsch-ukrainisches akademisches Netzwerk in den Bereichen Energietechnik, Mechatronik, Robotik und Künstliche Intelligenz – das ist das Ziel des Vorhabens MERIT-Ukraine. Vom 25. bis 29. November 2025 gab es nun ein erstes persönliches Treffen der Projektbeteiligten an der Leibniz Universität Hannover (LUH) im Bereich Energie. 24 Professorinnen und Professoren der Nationalen Technischen Universität „Igor Sikorsky Kyiv Potechnic Institute“ (KPI), der Nationalen Polytechnischen Universität Lwiw (LPNU) und der Admiral-Makarow-Universität für Schiffbau in Mykolajiw waren bei dem Workshop zu Gast. Mit der Veranstaltung baut die LUH ihre Zusammenarbeit in Forschung und Lehre mit ukrainischen Universitäten weiter aus. Beteiligt waren die Fakultäten für Elektrotechnik und Informatik sowie für Maschinenbau.

Bei dem Treffen wurden Unterschiede, aber auch Schnittmengen zwischen den Hochschulsystemen beider Länder deutlich. “Die Themen sind ähnlich, aber es gibt andere Strukturen”, berichtet Prof. Dr.-Ing. Bernd Ponick, Institut für Antriebssysteme und Leistungselektronik an der LUH, einer der Gastgeber der Veranstaltung. So sei das Studium in der Ukraine mit kleineren Lerngruppen und deutlich weniger Wahlmöglichkeiten im Studium, aber dafür einer größeren Zahl spezialisierter Studiengänge, insgesamt stärker verschult als in Deutschland. Im deutschen System gebe es dagegen mehr Wahlfächer, und die Selbständigkeit der Studierenden werde stärker gefördert.

Geplant sind nun neben Forschungsaufenthalten von Promovierenden u. a. neue Formate zum projektbasierten Lernen in internationalen Teams von Studierenden, mit denen es ukrainischen und deutschen Studierenden ermöglicht wird, sich auszutauschen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf komplexe reale Probleme anzuwenden. Während des Capstone-Projects sollen sich Studierende beider Länder mit Forschung oder praktischer Arbeit befassen, wodurch auch Networking-Möglichkeiten entstehen. Am Ende sollen die Studierenden gemeinsam ihre Lösungsansätze auch praktisch umsetzen und demonstrieren. Auch Inhalte von Vorlesungen und innovative Lehrkonzepte werden ausgetauscht.

Um das Projekt weiter voranzubringen, organisiert die LUH ab Januar einen regelmäßigen Austausch zu unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten in kleinen Gruppen per Videokonferenz. Geplante Themen sind u.a. elektrische Energieversorgungsnetze, elektrische Energiespeichersysteme, elektrischen Antriebssystemen sowie Turbomaschinen. Auf der ukrainischen Seite soll es verstärkt darum gehen, Lehrkonzepte auszutauschen und englischsprachige Module zu entwickeln oder zu aktualisieren.

Grundlage für MERIT-Ukraine bietet ein Programm, das der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) jetzt neu aufgelegt hat. Das Deutsch-Ukrainische Hochschulnetzwerk soll Kooperationen zwischen deutschen und ukrainischen Hochschulen festigen und vertiefen. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, vormals Bundesministerium für Bildung und Forschung) unterstützt das Vorhaben bis 2029 bundesweit mit insgesamt 24 Millionen Euro.

Das Projekt „Mechatronik, Energie, Robotik und Innovationstechnologien mit der Ukraine“ (MERIT-Ukraine) zielt darauf ab, eine nachhaltige akademische Zusammenarbeit mit der KPI und der LPNU zu etablieren. Diese Initiative fokussiert sich auf den Aufbau eines stabilen akademischen Netzwerks in den Bereichen Energietechnik, Mechatronik, Robotik und Künstliche Intelligenz, um den möglichen Wiederaufbau nach dem Krieg sowie die Integration der Ukraine in den Europäischen Hochschulraum voranzutreiben.