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Pflanzlich orientierte Ernährung als Schlüssel zur Nachhaltigkeit?

Pflanzlich orientierte Ernährung als Schlüssel zur Nachhaltigkeit?

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© LW / LUH

Interdisziplinäres Verbundprojekt von Leibniz Universität und Georg-August-Universität Göttingen

Wie beeinflusst Ernährung unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit? Bestehen Unterschiede zwischen "Vielfleischessern" und Anhängerinnen und Anhängern der verschiedenen Formen vegetarischer Ernährung? Welche Rolle spielen interkulturelle, ethische, sensorische und ökologische Aspekte? Mit diesem breiten Spektrum rund um das Thema "Nachhaltige Ernährungsstile" befasst sich ein Forschungsprojekt, bei dem die Universität Göttingen sowie das Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung und das Institut für Religionswissenschaften der Leibniz Universität Hannover (LUH) zusammenarbeiten.

Ziel des Projekts, das seit etwa einem Jahr läuft, ist es, die Nachhaltigkeit von Ernährung zu analysieren und zu verbessern. Dazu können Maßnahmen wie beispielsweise ein optimiertes Lebensmittelangebot sowie eine Kommunikation, die passgenau auf die Wünsche und Vorstellungen der jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten ist, dienen.

Das Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der LUH befasst sich dabei mit einer umfassenden Untersuchung der Auswirkungen von verschiedenen Ernährungsformen. Drei Gruppen werden hinsichtlich ihres Ernährungs- und Gesundheitszustandes miteinander verglichen: Vielfleischesser, die im Durchschnitt mehr als 170 Gramm Fleisch pro Tag verzehren, Flexitarier mit deutlich reduziertem Fleischkonsum von unter 50 Gramm am Tag, und Veganer, die keinerlei tierische Produkte zu sich nehmen.

"Neu in unserer Studie ist der Einbezug der Flexitarier - diese Ernährungsform stand bisher selten im Fokus von Untersuchungen", erläutert Prof. Andreas Hahn vom Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung. Erhoben werden unter anderem Parameter zu Nährstoffversorgung, Gewicht, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel und der Immunsituation. Besonders interessant ist für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Immunstatus der Probandinnen und Probanden. "Über Auswirkungen unterschiedlicher Ernährungsformen ist wenig bekannt", sagt Prof. Hahn. Nachgewiesen ist bereits, dass Übergewicht entzündliche Prozesse im Körper fördert, die im Zusammenhang mit klassischen ernährungsassoziierten Erkrankungen wie Herz- und Gefäßerkrankungen oder Diabetes stehen. Ob eine Ernährungsform wie der Veganismus deutlich günstiger für die Immunsituation als eine Ernährung mit wenig Fleisch-Anteil oder aber auch viel Fleisch ist, soll durch die Studie klarer werden.

Mit dem Themenbereich "Interkulturelle Perspektiven" befasst sich Dr. Katja Triplett vom Institut für Religionswissenschaft. In Interviews untersuchen sie und ihr Team Beweggründe für verschiedene Ernährungsformen. Wie wird der Alltags-Wissensstand mit einer ethischen Herangehensweise verknüpft? Welche Mechanismen greifen, wenn marginale Ernährungsstile gesellschaftlich zum Mainstream werden?

"Wir vergessen dabei die bekannten religiösen Ernährungsstile wie koscher und halal nicht, aber wollen allgemein der Diversifizierung von Ernährung in der Gesellschaft auf den Grund gehen", sagt Katja Triplett, deren Forschungsstelle aus Mitteln der VolkswagenStiftung für das Projekt finanziert wird. Für die internationale Perspektive werden unter anderem Presseberichte in ausländischen Zeitungen ausgewertet, um den Debatten in anderen Ländern näherzukommen.

Hinweis an die Redaktion:

Für weitere Informationen stehen Ihnen Prof. Dr. Andreas Hahn, Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung, unter Telefon +49 511 762 5596 beziehungsweise per E-Mail unter hahn@nutrition.uni-hannover.de und Dr. Katja Triplett, Institut für Religionswissenschaft, unter Telefon +49 511 762 3809 (ab 2.12.) beziehungsweise per E-Mail unter katja.triplett@ithrw.uni-hannover.de gern zur Verfügung.