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Symposium widmet sich performativen Methoden

Symposium widmet sich performativen Methoden

©Annalena Wilken

Perspektiven einer zeitgemäßen, künstlerisch orientierten Hochschullehre

Unter dem Titel "Universitäten auf dem Weg zu einer neuen, performativen Lehr- und Lernkultur" hat am 21. und 22. September 2018 das 6. SCENARIO Forum Symposium an der Leibniz Universität stattgefunden. Ziel war es, Kollegen und Kolleginnen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen zu bringen, um einen Austausch über die Einsatzmöglichkeiten performativer Lehr- und Lernformen in Hochschulen zu fördern und diese in Workshops exemplarisch zu erproben. Dafür gab es eine Kooperation zwischen der Leibniz Universität Hannover (Fachsprachenzentrum), dem Staatstheater Hannover und dem University College Cork/Irland.

Seit den 1990er Jahren ist in akademischen Disziplinen zunehmend von einer performativen Wende die Rede. Das Wort 'performativ' assoziiert man in erster Linie mit kreativem Handeln, es verweist besonders auch auf ästhetische Formgebung und den Aspekt Persönlichkeitsbildung ('formativ'). Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Frage, welche Formen von kreativem Handeln in unseren universitären Curricula oder Studienplänen bereits verankert sind und inwiefern insbesondere die performativen Künste eine Inspirationsquelle für die Hochschullehre sein können.

Das Spektrum der hochschuldidaktischen Ansätze war eindrucksvoll - von der Inszenierung von Gedichten im Fremdsprachenunterricht bis hin zu vergleichbar kreativen Ansätzen in den Bereichen Informatik, Archäologie und Lehramtsausbildung. In Workshops konnten die Erfahrungen mit den verschiedenen performativen Ansätzen reflektiert und vertieft werden. In den theoretischen Rahmen gestellt wurde das Thema durch den Beitrag des Mitorganisators Manfred Schewe (Cork/Irland), der über den derzeitigen Stand der Wissenschaft zur performativen Lehr-, Lern- und Forschungskultur referierte. Einen Brückenschlag zwischen den Bereichen Theorie und Praxis war die eindrucksvolle "Lecture Demonstration" der Fremdsprachendidaktikerin Michaela Sambanis (Berlin) und des Theaterpädagogen Maik Walter (Berlin) - ganz im Sinne performativen Lehrens und Lernens bestehend aus einem theoretischen Input und angeleitetem Handeln.

Das abschließende Kolloquium widmete sich der Frage, worin genau der Mehrwert von performativem Lehren und Lernen liegt und wie Hochschullehrende, speziell auch Hochschulleitungen, vom großen innovativen Potential performativer Ansätze überzeugt werden können. Die Ergebnisse sollen in der Ausgabe 2/2018 der Zeitschrift Scenario (http://scenario.ucc.ie) veröffentlicht werden. Die erarbeiteten "Empfehlungen zur Förderung einer performativen Lehr-, Lern- und Forschungskultur an Hochschulen" sind bereits einsehbar: https://www.fsz.uni-hannover.de/scenarioforumsymposium.html.

Weitere Informationen gibt es bei Dr. Anke Stöver-Blahak vom Fachsprachenzentrum unter stoever@fsz.uni-hannover.de