Kostenlos, offen und zugänglich für alle – im neuen TUMO + MINT Zentrum (Arbeitstitel) können Jugendliche digitale Zukunftskompetenzen erwerben. Programmieren, Designen, Roboter bauen und mehr – das geht ab dem Frühjahr 2027 mitten in der City. Das Ziel: Jugendliche für technische und wissenschaftliche Berufe zu begeistern und so die Fachkräftebasis von morgen stärken. Stadt, Wirtschaft und Hochschulen ziehen an einem Strang, um das weltweit erfolgreiche Lernkonzept TUMO nach Hannover zu holen. Gemeinsam mit etablierten MINT-Programmen hannoverscher Hochschulen entsteht im Bankenviertel „An der Börse 7“ ein zentraler Lern- und Begegnungsort. Das Besondere: alle Angebote sind kostenlos. Davon profitieren nicht nur jährlich bis zu 10.000 junge Menschen, sondern auch die regionale Wirtschaft und Hannovers Position als Bildungs- und Wissenschaftsstandort.
Ein Haus, viele Möglichkeiten
Benannt nach dem armenischen Schriftsteller Hovhannes Tumanyan richtet sich das TUMO-Programm an Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Sie gestalten hier ihre persönliche Lernreise: zweimal wöchentlich, zwei Stunden, begleitet von geschultem Fachpersonal und unterstützt durch modernste Technologie. Zur Auswahl stehen zehn Lernfelder – darunter Programmieren, Robotik, 3D-Modellierung, Animation, Grafisches Design oder Musikproduktion. Eine Kombination aus Selbststudium, Workshops und Learning Labs ermöglicht individuelles, praktisches Lernen.
Neben TUMO gestalten mehrere hannoversche Hochschulen das Lernzentrum mit: Die Leibniz Universität Hannover (LUH) ergänzt das Angebot mit ganztägigen Lernformaten, bei denen Schülerinnen und Schüler direkt von Spitzenforschung profitieren – etwa in den Exzellenzclustern oder den Laboren PROTOYS und foeXlab. „Als Universität gestalten wir bereits mit den Exzellenzclustern, den Fakultäten und der Leibniz School of Education ein Learning Ecosystem, in dem wir mit qualitativ hochwertigen außerschulischen Bildungsangeboten die Teilhabe an Wissenschaft ermöglichen und fördern. Die Vielzahl an Angeboten, die sich im Stufensystem unseres Schülerforschungszentrums Leibniz4U verorten lässt, wird nun durch das TUMO + MINT Zentrum ergänzt und ausgeweitet“, sagt Prof. Dr. Julia Gillen, Vizepräsidentin für Bildung der LUH.
Die Hochschule Hannover erweitert mit ihrem Zukunftshaus MINT das Angebot um Workshops für alle Altersstufen und Schulformen. Auch die Medizinische Hochschule Hannover wird sich in einer späteren Projektphase einbringen und das Spektrum der Angebote erweitern. Begleitet wird der Aufbau des Zentrums für TUMO + MINT durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Sie unterstützt Hannover mit Erfahrungen aus den bereits in Deutschland bestehenden Angeboten von TUMO. Das Programm richtet sich besonders an Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien, mit Migrationsgeschichte oder aus bildungsferneren Haushalten. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der Förderung von Mädchen und jungen Frauen in MINT-Berufen.
Zeitplan und Finanzierung
Der Ausbau startet 2026, die Eröffnung ist für Frühjahr 2027 geplant. Die jährlichen Kosten von rund 1,8 Millionen Euro sind für die ersten drei Jahre bereits weitgehend finanziert. Einen relevanten Anteil übernimmt die GETEC STIFTUNG als Ankerinvestorin. Für die langfristige Verstetigung werden weitere Partnerinnen und Partner sowie Sponsorinnen und Sponsoren gesucht. Hierfür wurde der Förderverein TUMO+MINT Hannover e.V. gegründet. In Kürze folgt zudem die Gründung der TUMO+MINT Hannover gGmbH. Gesellschafterinnen der ersten Stunde werden die Unternehmerverbände Niedersachsen e. V., die Landeshauptstadt Hannover, die GETEC Stiftung und die Hochschule Hannover, die das Land in der gGmbH vertritt. Unterstützt wird das Projekt außerdem von der Leibniz Universität Hannover, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie zahlreichen Partnerinnen und Partnern aus Wirtschaft und Bildung. Auch mehrere niedersächsische Ministerien haben ihre Unterstützung signalisiert.
Weitere Informationen in der Pressemitteilung der Landeshauptstadt Hannover