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EU-Versuchseinrichtungen schließen sich zusammen, um die Nutzung der Meeresenergie voranzutreiben

EU-Versuchseinrichtungen schließen sich zusammen, um die Nutzung der Meeresenergie voranzutreiben

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© Oimheidi/Pixabay

Forschungszentrum Küste (FZK) der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Braunschweig als deutsche Partnerinstitution dabei

Durch eine Vernetzung bestehender Versuchseinrichtungen aus ganz Europa soll eine weltweit führende Großforschungseinrichtung für marine Erneuerbare Energien entstehen. Im Projekt MARINERG-i haben sich Forschungseinrichtungen aus vielen europäischen Ländern zusammengetan, um die Entwicklung und nachhaltige Nutzung der Meeresenergie, etwa durch Wellen- oder Tidekraftwerke sowie Offshore-Windparks, voranzutreiben. Deutschland wird im Verbund vom Forschungszentrum Küste (FZK), einer gemeinsamen Einrichtung der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Technischen Universität Braunschweig, vertreten.

Das Projekt "MARINERG-i - Offshore Renewable Energy Research Infrastructure" hat zum Ziel, die führende international verteilte Forschungsinfrastruktur im Bereich Offshore Renewable Energy zu werden - mit einem Netzwerk von einzigartigen Testeinrichtungen, die über ganz Europa verteilt sind. Dem enormen Potenzial der marinen Erneuerbaren Energien kommt im Rahmen der Energiewende eine große Bedeutung zu. Um dieses Potenzial nachhaltig nutzbar zu machen und den Schutz der marinen Umwelt dabei zu berücksichtigen, bedarf es konzertierter internationaler Anstrengungen. Durch die Vernetzung von Versuchseinrichtungen aus ganz Europa soll mit MARINERG-i ein so genanntes "European Research Infrastructure Consortium" (ERIC) als weltweit führende Großforschungseinrichtung für marine Erneuerbare Energien entstehen.

MARINERG-i wird maßgeblich zur Unterstützung des Green Deal der EU beitragen, indem das wissenschaftliche und technische Fachwissen in Europa gestärkt wird. Unter der Leitung des MaREI-Zentrums am University College Cork wird das Projekt derzeit von Irland, Belgien, Portugal, Spanien und dem Vereinigten Königreich unterstützt, mit weiterer erheblicher Unterstützung von Einrichtungen in Frankreich, den Niederlanden, Italien, Norwegen und Deutschland. Deutschland wird dabei von der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Braunschweig vertreten, die zunächst die Nutzung des neu ausgebauten Großen Wellenkanals (GWK) des Forschungszentrums Küste in Hannover anbieten. Zudem koordinieren sie die zukünftige Einbindung weiterer deutscher Großversuchseinrichtungen, die Interesse haben, sich an einer weltweit führenden Großforschungseinrichtung im Bereich der marinen Erneuerbaren Energien zu beteiligen.

Das Team beginnt nun mit einer Vorbereitungsphase, in der die rechtlichen, veraltungstechnischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Komponenten des europäischen Verbunds festgelegt werden, die für den gebündelten Betrieb der Großforschungseinrichtungen erforderlich sind. Für eine vollständige Partnerschaft in einem ERIC steht die finale Genehmigung seitens politischer Akteurinnen und Akteure auf Bundesebene noch aus, aber das FZK bringt sich mit großer Unterstützung des Landes Niedersachsen und der Deutschen Allianz Meeresforschung (DAM) bereits in der laufenden Vorbereitungsphase intensiv ein. Damit leistet das Forschungszentrum Küste einen wichtigen Beitrag dazu, dass Deutschland den Anschluss in dem sich momentan rasant entwickelnden Bereich der marinen Erneuerbaren Energien behält. Eine weitere Aktivität in dieser Richtung ist das vom BMWi mit rund 35 Millionen Euro geförderte Projekt marTech, in dessen Rahmen derzeit der Große Wellenkanal zu einer weltweit einzigartigen Großforschungsinfrastruktur umgebaut wird, die optimale Testmöglichkeiten, gerade für den Bereich der Meeresenergie durch Abbildung von Tideströmungen plus Meereswellen, bietet.

Nach einer erfolgreichen Antragsphase wurde MARINERG-i als eine von elf neuen Forschungsinfrastrukturen in die ESFRI-2021 Roadmap aufgenommen. Die europäische ESFRI (Europäisches Strategieforum für Forschungsinfrastrukturen)-Roadmap fördert die Umsetzung von bedeutenden Großforschungseinrichtungen für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre. Die Roadmap soll die besten europäischen Wissenschaftseinrichtungen, basierend auf einem gründlichen Bewertungs- und Auswahlverfahren, enthalten. Die aktuelle Roadmap wurde im September 2021 formal genehmigt und im Dezember 2021 offiziell bekanntgegeben.

Forschungszentrum Küste (FZK)

Das FZK ist eine gemeinsame Einrichtung der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Braunschweig, spezialisiert auf Forschung im Bereich des Küsteningenieurwesens und Seebaus. Im Verbund mit vier Partnerinstituten bietet das FZK numerische und physikalische Modelle in den Bereichen Wasserbau, Küstenschutz, Meerestechnik, Geotechnik und Bodenmechanik. Diese gebündelte Kompetenz und die umfangreiche Ausstattung mit teils einzigartigen Versuchseinrichtungen machen das FZK zu einer national und international anerkannten Institution der universitären Forschung im Küsteningenieurwesen und Seebau. Mit dem Großen Wellenkanal in Hannover betreibt das FZK eine der größten Forschungseinrichtungen ihrer Art weltweit.

 

Hinweis an die Redaktion

Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr.-Ing. Torsten Schlurmann, Forschungszentrum Küste, unter Telefon 0511 762-19021 oder per E-Mail unter schlurmann@lufi.uni-hannover.de gern zur Verfügung.