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Hochdotierte EU-Förderung: Zwei neue ERC Grants für innovative Forschung

Hochdotierte EU-Förderung: Zwei neue ERC Grants für innovative Forschung

Presseinformation vom
Porträtfotos von Prof. Dr. Boris Chichkov und Prof. Dr. Fei Ding Porträtfotos von Prof. Dr. Boris Chichkov und Prof. Dr. Fei Ding Porträtfotos von Prof. Dr. Boris Chichkov und Prof. Dr. Fei Ding
© LUH

Prof. Dr. Boris Chichkov und Prof. Dr. Fei Ding von der LUH werden mit EU-Förderpreisen ausgezeichnet

Spitzenforschung zur Entwicklung von vaskularisiertem Gewebe und zur Synchronisierung in Quantennetzwerken: Zwei Forschende der Leibniz Universität Hannover (LUH) haben je einen der international begehrten ERC Grants erhalten. Prof. Dr. Boris Chichkov vom Institut für Quantenoptik wurde mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet, Prof. Dr. Fei Ding vom Institut für Festkörperphysik (beide Fakultät für Mathematik und Physik) mit einem ERC Consolidator Grant. Prof. Dr. Fei Ding wurde bereits zuvor mit einem ERC Grant für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, dem ERC Starting Grant, gefördert. Beide Wissenschaftler sind Mitglieder des Exzellenzclusters QuantumFrontiers, Prof. Chichkov ist zudem Mitglied des Exzellenzclusters PhoenixD.

Die Förderlinie ERC Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) richtet sich an etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem langjährigen herausragenden wissenschaftlichen Lebenslauf, die neue Forschungsfelder erschließen möchten. Den ERC Consolidator Grant erhalten Forschende, deren Promotion zwischen sieben und zwölf Jahren zurückliegt und deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich derzeit in der Konsolidierungsphase befindet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen bei ihren innovativen Forschungsvorhaben und dem weiteren Ausbau ihrer Arbeitsgruppe unterstützt werden.

Die beiden ausgezeichneten LUH-Wissenschaftler werden zusammen mit mehr als 5 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre gefördert. Sie forschen an folgenden, hochaktuellen Themen:

Laserbiofabrikation von 3D multizellulärem Gewebe mit vaskulärem Netzwerk (Laser-Tissue-Perfuse), Prof. Dr. Boris Chichkov

Die Herstellung von dreidimensionalen vaskularisierten Organen ist eine der wichtigsten ungelösten Herausforderungen auf dem Gebiet der Biofabrikation und des Tissue-Engineering. Blutgefäße, die den effizienten Transport von Gas, Nährstoffen und Metaboliten zu und aus Zellen ermöglichen, sind eine Grundvoraussetzung für das Überleben von biologischem Gewebe, sowohl in vitro als auch in vivo nach Transplantation. Um die Komplexität und Struktur von funktionalen Blutkreisläufen zu reproduzieren - von Arterien und Venen bis hin zu mikrometergroßen Arteriolen, Venolen und Kapillaren -, müssen neue Verfahren zur Fertigung von hochaufgelösten, mehrstufigen biologischen Konstrukten entwickelt werden. Zu diesem Zweck werden neue Ansätze auf Basis von laserbasierten Biodruckern und Zwei-Photon-Polymerisation erforscht. Mit dieser einzigartigen Kombination von Verfahren soll zum ersten Mal die Fertigung komplexer vaskulärer Netzwerke gelingen.

Synchronisierung in Quantennetzwerken (MiNet), Prof. Dr. Fei Ding

Hunderte und Tausende von Glühwürmchen synchronisieren in Sommernächten ihr schillerndes Licht - eine der schönsten Darbietungen der Natur über die Relevanz von Synchronisation und Skalierbarkeit in einem Netzwerk. Das Projekt MiNet will die folgende Frage beantworten: Ist es möglich und sogar notwendig, alle Komponenten in einem komplexen, groß angelegten Quantennetzwerk zu synchronisieren? Prof. Fei Ding wird mit Kolleginnen und Kollegen in der LUH und in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) zusammenarbeiten, mit dem Ziel, groß angelegte Mehrteilchen-Verschränkung auf der metrologischen Glasfaserverbindung zwischen Hannover und Braunschweig zu testen. MiNet zielt darauf ab, das auf Telekommunikationsfasern basierende optische Uhrennetzwerk zu nutzen, um hochstabile Zeit-/Frequenzinformationen an Geräte in entfernten Laboren in den beiden Städten weiterzugeben.

Außer den zwei Geförderten forschen derzeit drei weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem ERC Consolidator Grant, ein weiterer Wissenschaftler mit einem ERC Advanced Grant sowie zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem ERC Starting Grant (für Forschende, deren Promotion zwei bis sieben Jahre zurückliegt) an der LUH. Die ERC Grants gelten wegen des harten Auswahlverfahrens als Ritterschlag der europäischen Wissenschaftsgemeinschaft. Wichtige Auswahlkriterien sind, wie visionär die Forschungsfragen sind und welche exzellenten Leistungen die Antragstellenden bisher erbracht haben.


Hinweis an die Redaktion:

Für weitere Informationen steht Ihnen Mechtild Freiin v. Münchhausen, Leiterin des Referats für Kommunikation und Marketing und Pressesprecherin der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon 0511 762-5342 oder per E-Mail unter kommunikation@uni-hannover.de gern zur Verfügung.