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„Unterwachung“ – oder die Kunst, seine Vorgesetzten zu führen
21 Jan
21. Januar 2019 22. Januar 2019
Workshop im Modul Managementstrategien, Arbeitsorganisation und Führung

„Unterwachung“ – oder die Kunst, seine Vorgesetzten zu führen

Ziel

Ausgehend von einem unveröffentlichten Manuskript Niklas Luhmanns liegt das Augenmerk auf dem eigentümlichen Wechselspiel zwischen Über- und Unterwachung, zwischen Führen und Führen lassen. Dabei werden zum einen Ausflüge in benachbarte Ansätze wie die mikropolitische Organisationsanalyse und ihrer Machttheorie unternommen, zum anderen konkrete Praxisbereiche in Bezug auf mögliche "Unterwachungstaktiken" betrachtet. Abschließend werden Ableitungen für die (Beratungs-)Praxis verdichtet.

Inhalt

  • Zum Umgang mit Komplexität - Grundlagen des Entscheidens in Organisationen
  • Führen und Führen lassen - zu Machtkonstellationen zwischen Führungskräften und ihren Mitarbeitern
  • Über- und Unterwachung - Formen der "heldenhaften" und "post-heroischen" Führung
  • Praxis der Unterwachung - mehr als nur "Führung von unten"?

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Organisationen ihre Vorgesetzten als "Helden" bezeichnen, die durch ihre Persönlichkeit, Intelligenz und Kraft das Wohl und Wehe der betreffenden Organisation unmittelbar bestimmen. Betrachtet man jedoch aktuelle Führungskonzepte, so sind sie in der Regel auf die einzelne Person in leitender Stellung fokussiert. In dieser Sicht sind es die Vorgesetzten, die etwas bewegen, entscheiden und verändern: Die Führung eines Teams, einer Abteilung oder einer Organisation.

Die Realität in modernen Organisationen ist komplexer. Hierarchische Weisungsbefugnisse und fachliche Kompetenzen fallen nicht zwingend zusammen. Vorgesetzte wären permanent überlastet, wenn sie sich mit jeder sachlichen Problemstellung genauso intensiv befassen müssten wie ihre Untergebenen. Sie sind vielmehr darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter ihnen die Entscheidungen gut vorbereiten. In dieser Sicht "unterwachen" die Mitarbeiter ihre Chefs durch Entscheidungshilfen, ohne dass sie damit gleich die hierarchische Strukturierung der Organisation in Frage stellen.

Zentrale These des Seminars ist folglich, dass "Führungskräfte" (im Sinn von tatsächlicher Kraft, nicht als formale Rolle) in modernen Organisationen an viel mehr Stellen zu finden sind, als es herkömmliche Führungskonzepte nahe legen. Die Kunst ist es, diese Kräfte zu mobilisieren und organisatorisch zu nutzen.

Im Kurs wird der Frage nachgegangen, wie "Unterwachung" als eine Führung ohne Weisungsbefugnis eigentlich funktioniert und ob es heute noch Sinn macht, Vorgesetzten die Techniken der "heldenhaften Führungskraft" zu lehren, statt ihnen zu zeigen, wie man sich als "post-heroischer" Manager bestmöglich "unterwachen" lässt.

Referent/Referentin

Martin Vogel, Dipl.-Psych., Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft

Thomas Hoebel, M.A. Organisationssoziologe, Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft

Nachweis für den Studienschwerpunkt SP1 - Managementstrategien, Arbeitsorganisation und Führung

18 Plätze / 20 Stunden / Hannover / 300 €

Montag, 21.01.2019 - 09:00 - 17:00 Uhr

Dienstag, 22.01.2019 - 09:00 - 17:00 Uhr

Veranstalter

Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft

Termin

21. Januar 2019 22. Januar 2019
09:00 Uhr - 17:00 Uhr

Anmeldefrist

13. Januar 2019

Kontakt

Sekretariat
Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft
Schloßwender Str. 7
30159 Hannover
Tel.: 0511/ 762 4846
Fax: 0511/ 762 3966
sekretariat@wa.uni-hannover.de

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