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Grenzenlose Mobilität, begrenzende Institutionen? - Wie sich Schule und Quartier um „die Einwanderung aus Südosteuropa“ arrangieren
16 Mär
16. März 2022
Freizügigkeit für alle?

Grenzenlose Mobilität, begrenzende Institutionen? - Wie sich Schule und Quartier um „die Einwanderung aus Südosteuropa“ arrangieren

"Wer die Gesellschaft verändern will", bemerkt der Soziologe Armin Nassehi, "verändert ihre Organisationen". Das klingt einfacher, als es ist. Denn institutionelle Arrangements verweisen auf eigenwillige Geschichten, ihre Strukturen und Semantiken folgen eingeschliffenen Mustern. Am Beispiel von gesellschaftlicher Mobilität und Vielfalt zeigt sich jedoch, dass diese Arrangements auch Wandlungen unterliegen. Die europäische Freizügigkeit verdeutlicht dies in besonderem Maße: Sich frei im EU-Binnenraum zu bewegen, mobil zu sein, gehört - jenseits pandemischer Zeiten - zur Selbstbeschreibung des politischen Projekts der EU par excellance. Als Bürgerrecht steht die Freizügigkeit allen Unionsbürger*innen offen. Öffentliche Debatten, institutioneller Alltag und soziales Miteinander sprechen diesbezüglich allerdings sehr unterschiedliche Sprachen. Karin Cudak widmet sich in ihrem Vortrag diesem widersprüchlichen Sachverhalt und blickt - jenseits programmatischer Selbstbeschreibungen - auf EU-Mobilität im urbanen Alltag. Bezugnehmend auf ihre langjährige Forschung beleuchtet sie die Frage: Wie gehen Schule und Quartier mit EU-Migration 'aus Südosteuropa' um?

Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Der Vortrag findet online statt und ist Teil der Veranstaltungsreihe "Freizügigkeit für alle?", in welcher im Austausch von Wissenschaft und Praxis die Mechanismen und Wirkungsweisen des Rassismus im EU-Binnengrenzregime beleuchtet wird. Warum werden die Kommunen zu entscheidenden migrationspolitischen Akteuren in der erweiterten Union? Weshalb entwickelt sich in diesem Kontext das Sozialrecht zu einem Instrument des Ausschlusses und der Migrationskontrolle? Und inwiefern strukturieren rassistische Deutungsmuster institutionelle Praktiken des Ein- und Ausschlusses von Unionsbürger*innen?

Website: www.idd.uni-hannover.de/de/forschung/projekte/projects/institutioneller-antiziganismus-herausforderung-erkennen-teilhabe-staerken-inklusion-gestalten/

Referent/Referentin

Karin Cudak, Sozial- und Bildungswissenschaftlerin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Flensburg, Lehrerin und Lehrbeauftragte an der Hochschule Hannover. Sie ist u.a. Ko-Autorin der "Romnokher-Studie 2021. Ungleiche Teilhabe. Zur Lage der Sinti und Roma in Deutschland" (2021) und Autorin der Studie "Bildung für Newcomer. Wie Schule und Quartier mit Einwanderung aus Südosteuropa umgehen" (2017).

Mit einem Kommentar von Guillermo Ruiz, Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma.

Veranstalter

Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz Universität in Kooperation mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus, der Hochschule Hannover und der Kommunalen Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen

Gefördert im Rahmen der Ausschreibung "Zukunftsdiskurse" des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

Termin

16. März 2022
18:00 Uhr - 20:00 Uhr

Ort

online


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