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Die Hochschulreform in der Weimarer Republik

Bild: Studierende in der Bibliothek | 1927
Studierende in der Bibliothek | 1927

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, standen von den 998 Studierenden der Technischen Hochschule Hannover bereits im ersten Kriegsjahr 910 im Militärdienst. Von ihnen starben im Verlauf des Krieges fast ein Viertel. Weil für viele Jahrgänge ein Studium während dieser Zeit nicht möglich war, drängten nach Kriegsende die zurückkehrenden Soldaten in die Hochschule. Die Studierendenzahl stieg sprunghaft an und erreichte 1921 mit 3.000 Studierenden einen Höhepunkt. Nach 1925 nahm die Zahl der Studierenden wieder kontinuierlich ab. 1930 lag sie bei 1.500.

Zur Behebung der wirtschaftlichen Not, in die viele Studierende nach dem Krieg geraten waren, wurde 1921 die „Hannoversche Hochschulgemeinschaft, Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule e. V.“ gegründet. Ein Jahr später übernahm die „Studentenhilfe“, das heutige Studentenwerk, den Betrieb der Mensa.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Frage der Stellung der Technischen Hochschulen in Staat und Gesellschaft und ihr Verhältnis zu den Universitäten eines der zentralen Themen der Hochschulreform in der Weimarer Republik. Die im 19. Jahrhundert erfolgte Trennung der Hochschulen in Universitäten auf der einen und Technische Hochschulen auf der anderen Seite wurde als Fehlentwicklung empfunden. Ziel der Hochschulreform war es, die verschiedenen Universitäten und Hochschulen zu einer gemeinsamen Hochschule, einer neuen „universitas“, zu vereinen.

An dieser sollten die Studierenden der verschiedenen Wissensgebiete nebeneinander und miteinander arbeiten. Die Wissenschaften selbst sollten sich gegenseitig ergänzen und befruchten.

Ein Schritt auf diesem Wege war die organisatorische Gleichstellung von Technischen Hochschulen und Universitäten. Für die Technischen Hochschulen bedeutete dies die Aufhebung der bisherigen Abteilungen und die Neugliederung in Fakultäten. Ab dem 1. Juli 1922 bestanden an der Technischen Hochschule Hannover folgende drei Fakultäten:

- Fakultät für Allgemeine Wissenschaften (einschließlich Chemie)
- Fakultät für Bauwesen (Architektur und Bauwesen)
- Fakultät für Maschinenwirtschaft (Maschinen­ingenieurwesen, einschließlich Elektrotechnik)

Die Fakultät für Allgemeine Wissenschaften war aufgrund ihrer Schlüsselfunktion für die Reform der Technischen Hochschulen an die erste Stelle gerückt. Ein Ausbau der Allgemeinen Wissenschaften erfolgte jedoch praktisch nicht. Ordinariate wurden hier nicht eingerichtet, die Veranstaltungen hielten Privatdozenten ab.

Das Ziel der Weimarer Hochschulreform, die Schaffung einer neuen universalen Bildungsanstalt unter Einschluss der Technischen Hochschule, konnte bis zum Ende der Weimarer Republik nicht verwirklicht werden.

 

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