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Von der Technischen Hochschule zur Technischen Universität

Nachdem 1964 eine Rahmenvereinbarung zur Neuordnung des Unterrichts in der Oberstufe der Gymnasien verabschiedet worden war, entwickelte sich die Lehrerausbildung zum Schlüsselproblem aller weiteren hochschulpolitischen Ausbaupläne. Die bis 1967 fast konstant bei 4.000 bis 5.000 liegenden Studierendenzahlen stiegen explosionsartig an. 1978/79 gab es an der Hochschule 18.000 Studierende. 1968 erfolgte die Integration der Pädagogischen Hochschule für Gewerbelehrer/-innen. Im selben Jahr wurde die Hochschule in Technische Universität umbenannt. Gleichzeitig erfolgte die Gründung einer fünften Fakultät für Geistes- und Staatswissenschaften (später Sozialwissenschaften).

Im März 1968 gab sich die Technische Universität eine „Vorläufige Verfassung“, die, von zeitbedingten Anpassungen abgesehen, bis zum Inkrafttreten des Niedersächsischen Hochschulgesetzes 1978 galt.

In den 1970er Jahren wurde das Lehrangebot der Technischen Universität erweitert. 1973 entstand die sechste Fakultät für Rechtswissenschaften. 1974 kam die siebte Fakultät für Wirtschaftswissenschaften hinzu.

Die deutsche Studentenbewegung ergriff Ende der 1960er Jahre auch die Technische Hochschule Hannover, wobei Hannover im Vergleich zu anderen deutschen Städten wie Berlin oder Frankfurt am Main keine herausragende Rolle spielte.

Schlagworte wie Legitimation des politischen Mandats für studentische Gremien sowie Demokratisierung von Hochschule und Staat wurden typische Merkmale der vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) vertretenen studentischen Hochschulpolitik. Diese wurde in Hannover maßgeblich von dem auf Reform ausgerichteten Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB), der Studierendenorganisation der SPD, und seinen Sympathisanten getragen. Neben dem SHB war der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) die zweite relevante linke Hochschulgruppe. Seine Mitglieder zeigten ab Mitte 1968 verstärkt revolutionäre Züge.

Bild: Kranzniederlegung im Lichthof
Kranzniederlegung im Lichthof

Der Tod des aus Hannover stammenden Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 in West-Berlin und seine Beisetzung in Hannover führten zu einer studentischen Solidarisierungswelle. 7.000 Studierende zogen am 9. Juni 1967 in einem Trauermarsch mit schwarzen Fahnen durch die Innenstadt, im Lichthof der Technischen Hochschule wurden Trauerkränze niedergelegt.

Im Anschluss an den Schweigemarsch fand in Hannover der bundesweit beachtete Kongress „Bedingung und Organisation des Widerstandes“ statt. An ihm nahmen nahezu alle für die Studentenbewegung ausschlaggebenden Personen teil, so Knut Nevermann, Wolfgang Abendroth, Rudi Dutschke und Jürgen Habermas.

Bild: Trauer­marsch für Benno Ohnesorg
Trauer­marsch für Benno Ohnesorg in Hannover am 9. Juni 1967

Die bekannteste und erfolgreichste Kampagne innerhalb der hannoverschen Studentenbewegung war die Rote-Punkt-Aktion im Juni 1969, die sich gegen Fahrpreiserhöhungen der hannoverschen Verkehrsbetriebe richtete. Studenten- und Schüler­organisationen blockierten gemeinsam mit Gewerkschaften und anderen Gruppierungen Busse und Bahnen und sorgten gleichzeitig mit Privatfahrzeugen – markiert durch einen Roten Punkt auf der Windschutzscheibe – für einen alternativen, weitgehend selbstorganisierten öffentlichen Nahverkehr.