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Politics of Repression – Strategies and resistances in scholarship

Politics of Repression - Strategies and Resistances in Scholarship

(englischsprachige Veranstaltung)

Weltweit erleben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Repressionen. Sie werden nicht nur an einer freien Forschung gehindert, oftmals ist auch ihr Leben und das ihrer Familien gefährdet. Minderheiten haben es mitunter schwer, sich in der akademischen Welt zu behaupten. Ein Andersdenken oder die Kritik am eigenen Land können zu institutionellen, lebensbedrohlichen Repressionen führen.

Welche Formen nehmen solche Bedrohungen an? Und wie geht die akademische Welt damit um? Einerseits wird versucht, Kooperationen in Forschung und Lehre auch in Ländern mit autoritären, repressiven und totalitären Regimen aufrechtzuerhalten. Andererseits engagieren sich Hochschulen und Institutionen stark in der Unterstützung verfolgter und von Verfolgung bedrohter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ist dies nicht ein Widerspruch? Diese Speaker Series soll zum Nachdenken anregen, Einblick in die (akademische) Realität Forschender geben und Anstöße für ein Umdenken liefern.

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  • 28.04.2021, 17 Uhr: Leibniz Universität Hannover - Kick-Off

    Die Auftaktveranstaltung zur Speaker Series: Politics of Repression - Strategies and Resitances in Scholarship bietet einen Einblick in die Arbeit des `Scholars at Risk´-Netzwerks, seine Motivationen, Unterstützungsmöglichkeiten und Historie.

    Wie geht eine Universität wie die Leibniz Universität Hannover mit weltweiter Gefährdung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um und was unternimmt sie konkret, um zu helfen. Der Begriff der Wissenschaftsfreiheit und seine Bedeutung für die Universität wird im Zentrum dieser Veranstaltung stehen.    

    • Prof. Dr. rer.hort. Christina von Haaren, Vize-Präsidentin für Internationales und Nachhaltigkeit, Leibniz Universität Hannover
    • Denise Roche, Advocacy Manager, Scholars at Risk Europe
    • Dr. Funda Karapehlivan, Leibniz Forschungszentrum Wissenschaft und Gesellschaft, Leibniz Universität Hannover
  • 11.05.2021, 16 bis 18 Uhr: Universität Oldenburg - Die Beziehung zwischen internalisiertem Heterosexismus und Gewalttätigkeit zwischen psychischen Intimpartnern: Eine vergleichende Studie über lesbische und bisexuelle Frauen in der Türkei und Dänemark

    Die Ausübung von psychischer Gewalt in der Partnerschaft (IPV) ist nicht auf heterosexuelle Beziehungen beschränkt und kann alle Geschlechter und sexuellen Orientierungen betreffen, einschließlich Lesben und bisexuelle Frauen (LB), hier am Beispiel von Dänemark und der Türkei.

    Internalisierter Heterosexismus könnte einer der Faktoren sein, die das Risiko erhöhen, dass LB psychische IPV-Taten ausüben. Der Vortrag untersucht die Prävalenz von Unterschieden in Bezug auf sexuelle Orientierung (LB) und Länder (Dänemark und Türkei) bei der Ausübung psychischer IPV. Darüber hinaus werden die moderierenden Rollen der sexuellen Orientierung und des Landes in Bezug auf den Zusammenhang zwischen internalisiertem Heterosexismus und psychischer IPV-Verfolgung analysiert.

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  • 25.05.2021, 16 - 18 Uhr: Universität Bremen - PublicCrisisAcademia - Unterdrückung an türkischen Universitäten

    In den letzten Jahren haben wir in verschiedenen Ländern eine zunehmende Unterdrückung von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und wissenschaftlicher Forschung erlebt. Forschende werden wegen ihrer kritischen Forschung und Lehre und wegen ihrer öffentlichen Äußerung angegriffen. Sie werden entlassen, inhaftiert, ihre Einrichtungen geschlossen oder die Forschung behindert. Diese Formen der Unterdrückung sind Teil einer anhaltenden Krise, die erneut die zentrale Rolle der akademischen Autonomie für die Demokratie unterstreicht. Sie zwingen uns jedoch auch, das Verhältnis zwischen Wissenschaft und demokratischer Öffentlichkeit angesichts der gegenwärtigen Erosion durch autoritäre Regierungen zu überdenken. Anhand der Ergebnisse ihrer jüngsten Studie zur akademischen Freiheit an türkischen Universitäten werden İnan Özdemir Taştan und Aydın Ördek von der School of Human Rights, Ankara / Türkei, das Ausmaß der Repression und ihre Auswirkungen erörtern. Auf die Frage, wie wir die akademische Freiheit in Bezug auf Rechte und Pflichten für die Zukunft der Demokratie erfassen können, werden sie Lehren ziehen, die aus dem türkischen Fall gezogen werden können und zu einer umfassenderen Diagnose der akademischen Situation über diese spezifische Krise hinaus beitragen.

    • İnan Özdemir Taştan (Barbro Klein Fellow, SCAS, Schweden; School of Human Rights, Ankara/Türkei)
    • Aydın Ördek (School of Human Rights, Ankara/Türkei)
    • Chairs: Nurhak Polat and Ulrike Flader (Universität Bremen)

     

    Diese Veranstaltung wird gemeinsam vom International Office, dem Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft, the Research Group Soft Authoritarianisms und Worlds of Contradiction, alle Universität Bremen.

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  • 08.06.2021, 18 Uhr: Leuphana Universität Lüneburg - Formen der Unterdrückung in Brasilien: Das politische (Nach-) Leben von Marielle Franco

    Dieser Vortrag untersucht das kurze, aber bemerkenswerte Leben der linken brasilianischen lesbischen Politikerin Marielle Franco, die am 14. März 2018 ermordet wurde, der Fall ist immer noch ungelöst.

    Was können wir als Wissenschaftler aus dem Studium von Marielle Francos politischem (Nach-) Leben lernen? Der Vortrag befasst sich mit ihren parlamentarischen Strategien aus einer queeren / lesbofeministischen Perspektive im Kampf gegen institutionelle / lebensbedrohliche Repressionen als Minderheit und die damit verbundenen Probleme, die ihre Anwesenheit ans Licht brachte.

    Daneben werden wir uns mit der anhaltenden Fortsetzung ihres Kampfes durch viele verschiedene Demonstrationen von Unterstützern und Institutionen nach ihrem Tod befassen. Durch die Theoretisierung der Einsätze, Erfolge und Grenzen ihrer Anwesenheit / Abwesenheit in Brasilien während einer konservativen (nekro) politischen und neoliberalen Wende wird der Vortrag auch prekäre Lebensformen und die Herausforderungen beleuchten, um ihnen im akademischen Umfeld Raum zu geben.

    anschließenden Diskussion:

    • Steffi Hobuß (Akademische Leiterin des Leuphana College)
    • Nate Wessalowski (Doktorand und Mitglied des Anti-Diskriminierungs-Arbeitsgruppe, Leuphana)
    • Christoph Brunner (Juniorprofessur Kulturtheorie, Leuphana)

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  • 29.06.2021, 17 - 19 Uhr: Universität Göttingen - „Research Diplomacy und individuelle Repressionserfahrung – institutionelle Perspektiven auf ihr Spannungsverhältnis

    Die internationale Hochschulzusammenarbeit bindet in die auswärtige Bildungs- und Kulturpolitik der Bundesrepublik Deutschland ein. Research Diplomacy als Leitkonzept beschreibt dabei den Versuch, durch Kooperation in Lehre und Forschung Dialog auch dort möglich zu halten, wo andere diplomatische Kanäle sich zu schließen drohen, etwa im Austausch mit autoritären, repressiven und totalitären Regimen.

    Parallel engagieren sich deutsche Hochschulen und Einrichtungen der Forschungsförderung stark in der Unterstützung verfolgter oder von Verfolgung bedrohter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – eben jener, die über ihren Einsatz für die Freiheit von Lehre und Forschung zu Opfern jener repressiver Regime werden. Das so umrissene Spannungsverhältnis äußert sich in Spannungen, Brüchen und Vielstimmigkeiten in Außenpolitik, Forschungsförderung und internationaler Hochschulkooperation, die zum Abschluss der SAR Speaker Series „Politics of Repression“ zum Thema werden sollen.

    Vertreterinnen und Vertreter von Auswärtigem Amt, Hochschulrektorenkonferenz, DAAD, Alexander von Humboldt-Stiftung und der Georg-August-Universität Göttingen kommen zum Austausch zusammen, kontrastieren institutionelle Perspektiven auf die Thematik und wägen strategische Leitlinien und praktische Handlungsoptionen ab. 

    • Marijke Wahlers, HRK (Hochschulrektorenkonferenz)
    • Frank Albrecht, Alexander von Humboldt-Stiftung
    • Dr. Christian Hülshörster, DAAD
    • Stefan Delfs, Auswärtiges Amt
    • Dr. Philipp Jeserich,  International Office, Universität Göttingen    

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Manuela Schimmels
Adresse
Welfengarten 1A
30167 Hannover
Gebäude
Raum
008
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