Schwerbehindertenvertretung

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Bunt und unterschiedlich – nur gemeinsam sind wir stark!

Wir kümmern uns um die Belange schwerbehinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; stehen aber selbstverständlich auch denjenigen mit Rat und Hilfe (z. B. Antragstellung) zur Verfügung, die gesundheitliche Probleme haben oder noch nicht als "schwerbehindert" gelten.

Die Schwerbehindertenvertretung hat die Eingliederung schwer behinderter Menschen zu fördern, ihre Interessen im Betrieb zu vertreten und ihnen beratend und helfend zur Seite zu stehen. Dies bezieht sich auf alle Angelegenheiten, welche den einzelnen Schwerbehinderten wie auch die Schwerbehinderten als Gruppe betreffen.

SBV IM BLICK

  • Sag ich’s? Chronisch krank im Job

    Sag ich’s? Chronisch krank im Job

    Da viele chronische Erkrankungen oft nicht von außen sichtbar sind, stehen Betroffene häufig vor einem Entscheidungskonflikt, die Erkrankung am Arbeitsplatz offenzulegen oder dies nicht zu tun. Frau Professorin Dr. Mathilde Niehaus und ihr Team vom Lehrstuhl "Arbeit und berufliche Rehabilitation" der Universität Köln hoben das Projekt "sag ich's? Chronisch krank im Job aus der Taufe. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Pharmaunternehmen AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG. Zu den Projektpartnern zählten die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V. (BAG Selbsthilfe) und der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW). Weitere Unterstützung erhielt das Projekt durch den Projektbeirat und einem Expert*innengremium.

    Ziel des Projekts ist es, die Betroffenen bei ihrem Entscheidungsprozess zu unterstützen, indem sie in die Lage versetzt werden, ihre Entscheidung informiert, selbstbestimmt und individuell zu treffen, sodass sie für sich persönlich zu einem guten Ergebnis unter Hinzuziehung inner- und außerbetrieblicher Ressourcen gelangen.

    Erreicht wurde dies durch die Entwicklung einer Webseite mit interaktivem Selbst-Test. Der Selbst-Test ist anonym. Er berücksichtigt viele Erkrankungen und erfasst damit eine breite Zielgruppe. Gleichzeitig bietet er zuverlässige Informationen zu allen relevanten Gesichts-punkten einer Offenlegung und einer Nicht-Offenlegung unter wissenschaftlich fundierten und qualitätsgesicherten Aspekten. Die Barrierefreiheit ist gewährleistet und der Datenschutz wird selbstverständlich gewahrt. Die Auswertung des Selbst-Tests erfolgt interaktiv und ist auf die individuelle Situation abgestimmt.

    Hier geht's zur Webseite: www.sag-ichs.de (gleichzeitig Quelle des Textes sowie die Launch-Veranstaltung am 26.03.3021 per Videokonferenz)

    Sag ich’s? Chronisch krank im Job
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  • Zuzahlungsbefreiung bei einer stationären Rehabilitation möglich

    Zuzahlungsbefreiung bei einer stationären Rehabilitation möglich

    Zuzahlungen für eine stationäre Rehabilitation fallen für Personen an, die mindestens 18 Jahre alt und nicht von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind. Die Zuzahlung ist auf 28 Tage pro Kalenderjahr limitiert. Der/die Versicherte müssen sich üblicherweise an den Kosten beteiligen. Diese umfassen in der Regel:

    • Reise
    • Unterkunft
    • Verpflegung
    • Ärztliche Betreuung
    • Therapeutische Leistungen
    • Medizinische Anwendungen

    Zuzahlungsregelungen in der Rentenversicherung

    Wer eine Rehabilitation über die Rentenversicherung beantragt und antritt, hat im Rahmen der Einzelfallprüfung bei einem geringen Einkommen die Möglichkeit, eine Befreiung oder eine Reduzierung von den sonst üblichen Zuzahlungen zu erhalten. Dies muss vom Versicherten allerdings beantragt werden. Für den Antrag gilt das Antragsformular GO 160 "Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung", das nach Ausfüllen an die Rentenversicherung geschickt wird.

    Die Zuzahlung bei der Rentenversicherung orientiert sich am Nettoeinkommen. Dabei ist das Nettoeinkommen des Monats vor Antragstellung bzw. vor Antritt der Maßnahme ausschlaggebend. Das Nettoeinkommen wird über das Antragsformular GO 161 "Bescheinigung des Arbeitgebers zum Antrag auf Befreiung von der Zuzahlung" nachgewiesen. Der Arbeitgeber hat dies auszustellen.

    Einkommensgrenzen für die Zuzahlung

    Nettoeinkommen/monatlich

    Zuzahlung pro Tag

    < 1.275,00 €

    0,00 €

    Ab 1.275,00 €

    5,00 €

    Ab 1.401,40 €

    6,00 €

    Ab 1.528,80 €

    7,00 €

    Ab 1.656,20 €

    8,00 €

    Ab 1.911,00 €

    10,00 €

    Was gilt noch in der Rentenversicherung?

    Die Zuzahlungshöchstgrenze pro Tag beträgt 10€ für maximal 42 Tage im Kalenderjahr. Bei einer Anschlussrehabilitation sind es maximal 14 Tage im Kalenderjahr.

    Wer bereits Rehabilitationsleistungen im Kalenderjahr erhalten hat - es gelten auch die der Krankenkasse - dem werden diese berechnet. Generell werden alle Tage der Zuzahlung berücksichtigt und auch wechselseitig angerechnet. Eine Zuzahlung entfällt für Personen, die unter 18 Jahre alt oder die Bezieher von Übergangsgeld während der Rehabilitation vom Rentenversicherungsträger sind. Sie brauchen auch keinen Antrag auf Befreiung oder Minderung der Zuzahlung zu stellen.

    Für Fragen steht Ihnen das gratis Servicetelefon zur Verfügung: 0800 1000 4800.


    Quelle: DieSchwerbehindertenVertretung Nr. 5, Ausgabe Mai 2020, Seite 5

    Zuzahlungsbefreiung bei stationärer Rehabilitation
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  • Änderung der Behinderten-Pauschbeträge (gültig ab 01.01.2021)

    Änderung der Behinderten-Pauschbeträge (gültig ab 01.01.2021)

    Nach mehr als 40 Jahren ist es so weit, die Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung im Einkommensteuergesetz sollen angepasst werden. Gemäß § 33b Abs. 3 EStG verdoppeln sich die Behinderten-Pauschbeträge[1]:

    Pauschbeträge bis 2020

    Pauschbeträge ab 2021

    Grad der Behinderung (GdB)

    Pauschbetrag in EURO

    Grad der Behinderung (GdB)

    Pauschbetrag in EURO

    25 und 30

    310

    20

    384

    35 und 40

    430

    30

    620

    45 und 50

    570

    40

    860

    55 und 60

    720

    50

    1.140

    65 und 70

    890

    60

    1.440

    75 und 80

    1.060

    70

    1.780

    85 und 90

    1.230

    80

    2.120

    95 und 100

    1.420

    90

    2.460

       

    100

    2.840

    Hilflose, Blinde, Taubblinde

    3.700

    Hilflose, Blinde, Taubblinde

    7.400


    Was ändert sich noch:

    • Menschen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 20 können den Pauschbetrag ab 2021 geltend machen
    • Verzicht auf weitere Anspruchsvoraussetzungen bei einem GdB < als 50 wie z.B. einen Nachweis einer dauerhaften Einbuße der körperlichen Beweglichkeit
    • Behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag in Höhe von 900 € wird eingeführt. Er zählt zu den außergewöhnlichen Belastungen und kann erst geltend gemacht werden, wenn die Eigenbelastung (zumutbare Belastung) überschritten ist. Er gilt für:
      • geh- und stehbehinderte Menschen mit einem GdB von mindestens 80 oder ein GdB mindestens 70 und dem Merkzeichen "G"
    • Pauschbetrag 4.500 € für Menschen mit:
      • Merkzeichen "aG"
      • Merkzeichen "aG" (außergewöhnlich gehbehindert)
      • Merkzeichen "BL" (blinde Menschen)
      • Merkzeichen "TBL"
      • Merkzeichen "TBL" (taubblinde Menschen)
      • Merzeichen "H" (Hilflos)


    Gut zu wissen:

    Eine Beantragung der Pauschbeträge ist beim Finanzamt als Freibeträge möglich. Der Bescheid über den Grad der Behinderung oder der Schwerbehindertenausweis gelten hierbei als Nachweis. Wer bereits im Vorjahr (2020) einen Freibetrag erhalten hat, dem werden die neuen Werte automatisch angepasst. Wird der Behinderten-Pauschbetrag in der Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2021 als außergewöhnliche Belastungen angegeben, reduziert sich die zu zahlende Steuer. Das für Sie zuständige Finanzamt beantwortet Ihre Fragen.


    [1] Beitrag bezieht sich auf folgende Quellen:
    - Bundesfinanzministerium
    - Eberhard Krohne - Gesamt-Schwerbehindertenvertretung bei Edeka: https://www.edeka-sbv.de/kontakt/
    - https://steffen-partner.de/behinderten-pauschbetraege-erhoehung-ab-2021/

    Änderung der Behinderten-Pauschbeträge (gültig ab 01.01.2021)
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  • Happy Birthday –100 Jahre Schwerbehindertenvertretung

    Happy Birthday –100 Jahre Schwerbehindertenvertretung

    Was für ein Jahr! Geplante Termine und Jubiläen wurden abgesagt, fielen berechtigterweise der Corona-Situation zum Opfer. Der 6. April 2020 war eines jener Jubiläen, das wir von der Schwerbehindertenvertretung mit Euch/Ihnen "feiern" wollten. Warum? Am 6. April 1920 trat das Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter in Kraft. Die Geburtsstunde der betrieblichen Schwerbehindertenvertretung! Auch wenn wir keine "Jubiläumsfeier" durchführen konnten, der Anlass bleibt: 100 Jahre Schwerbehindertenrecht - 100 Jahre Schwerbehindertenvertretung!

    Und so fing alles an ...

    Das "Gesetz über die Beschäftigung Schwerbeschädigter" von 1920 führte erstmalig eine Reihe von Regelungen ein, die Schwerbeschädigte schützen sollten. Im gleichen Jahr wird die Einrichtung von Betriebsräten im Betriebsrätegesetz verankert. Beide Gesetze, gedacht zum Schutz der Arbeiter, umso präsenter und notwendig nach den verheerenden Folgen des 1. Weltkrieges. Viel hat sich in den 100 Jahren in den gesetzlichen Regelungen in der Vertretung für die schwerbeschädigten Kolleginnen und Kollegen getan, nur leider hat sich der Begriff "Schwerbehindert" in den 100 Jahren nicht neu definiert. Damals, nach den verheerenden Folgen des 1. Weltkrieges in Erscheinung tretenden Kriegsversehrten waren in der Tat sehr stark behindert, zumindest was die Teilnahme am Arbeitsleben als auch die Teilnahme am sozialen Leben betraf. Das Erscheinungsbild wurde nochmals stark geprägt durch die Kriegsversehrten des 2. Weltkrieges. Vielleicht ist deshalb dieses "verzerrte Bild" des Schwerbehinderten entstanden, welches bis heute so prägend ist. Dieser 100jährige Werdungsprozess von der reinen Versorgung von Kriegsversehrten zur Integration von Menschen mit Einschränkungen wurde von vielen kleinen, aber stetigen Schritten in den Erweiterungen der Rechte und Pflichten in der Gesetzgebung begleitet. Begriffe wie Gleichstellung, Kündigungsschutz und die Verpflichtung Schwerbeschädigte zu beschäftigen waren bereits im Gesetz von 1920 verankert und wurden im Jahre 1923 erstmals erweitert mit der Bestellung eines Vertrauensmannes, der geschützt durch seine Bestellung, die Belange der Schwerbeschädigten verfolgen konnte, ohne durch Lohneinbußen in seinem Amt behindert zu werden. Ebenso wurde dem Arbeitgeber die Kostentragungspflicht für die Geschäftsführung auferlegt. Es sollte aber 30 Jahre dauern bis im Jahre 1953 eine weitere Reform die Rolle des Vertrauensmanns stärkte, insbesondere durch die jetzt stattfindende Wahl auf 2 Jahre und der Verpflichtung des Arbeitgebers, bei allen Fragen der Schwerbeschädigten von Beschäftigten die Schwerbeschädigtenvertretung mit einzubeziehen. Anschließend erfolgten weitere Gesetzesänderungen und damit eine Stärkung der Schwergeschädigten/ Schwerbehinderten. Ja, aus den Schwerbeschädigten wurden die Schwerbehinderten und das Gesetz beschränkte sich nicht mehr "nur" auf die Kriegsversehrten und die Opfer von Arbeitsunfällen, sondern erfasste alle Ursachen von Behinderungen. Ab 1986 gewinnt die Eingliederung von Schwerbehinderten in das Arbeits- und Berufsleben immer mehr an Bedeutung und eine Aufwertung des Amtes wird notwendig. Es findet eine Umbenennung in Schwerbehindertenvertretung (SBV) statt, gleichzeitig erhält die Gleichberechtigung Einzug: Jetzt gibt es auch eine "Vertrauensfrau" (66 Jahre nach Einführung des Gesetzes).

    Der Jahrtausendwechsel drängt den Präventionsgedanken in den Vordergrund, das Betriebliche Eingliederungsmanagement wird gesetzlich vorgeschrieben.

    2017 wird das Sozialgesetzbuch (SGB) IX reformiert und stärkt nochmals die Stellung der Schwerbehindertenvertretung (SBV). Der Schwellenwert für die Freistellung der SBV wird von 200 auf 100 abgesenkt und durch die Benennung von Stellvertreterinnen und Stellvertretern wird versucht, dem stetig steigenden Bedarf an Beratung und Betreuung gerecht zu werden. Ein weiter Einschnitt ist die Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) welches 2017 in Kraft tritt. Der Gedanke der Teilhabe sowohl am Gesellschaftlichen - als auch im Berufsleben rückt nun in den Mittelpunkt. Die Lebensituation von Schwerbehinderten soll im Sinne von mehr Teilhabe und Mitbestimmung stärker berücksichtigt und an den Bedürfnissen des Einzelnen ausgerichtet werden. Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes verläuft schrittweise, erste Änderungen traten 2017 in Kraft. Die vollständige Umsetzung soll 2023 abgeschlossen sein.

    Ja, soweit der historische Rückblick.

    Aber wie es bei runden Geburtstagen so ist, stellt sich nach dem Rückblick die Frage nach dem Ausblick: Was bringt die Zukunft? Wo wollen wir hin? Was bedeutet Schwerbehinderung in unserer heutigen Zeit? Wer ist Behindert und wer behindert? Was bedeutet für uns Inklusion? Was bedeutet für Beschäftigte an der Leibniz Universität Teilhabe? Beinhaltet Diversität gleichzeitig auch Teilhabe und Inklusion?

    Das sind Fragen, die uns in der Schwerbehindertenvertretung dazu "motivieren", uns weiterhin für Inklusion einzusetzen. Woran würden wir Beschäftigten an der Leibniz Universität merken, dass Inklusion gelebt wird? Wir hätten z.B. barrierefreie Unisextoiletten, ein barrierefreies Leitsystem, unsere Dokumente wären in einfacher Sprache gehalten und für jedermann digital verfügbar. An Videokonferenzen könnten problemlos auch Höreingeschränkte teilnehmen. Die Digitalisierung hält Programme vor, die von Seh- und Höreingeschränkten gleichermaßen bedienbar wären. Unsere Räume, Hörsäle und Gebäude wären für schwerbehinderte Studierende und Beschäftigte erreichbar. Die Desinfektionsspender hingen so hoch, dass auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer sie benutzen könnten. Wir würden Menschen nicht nur nach ihren Noten "bewerten", sondern anerkennen, dass jede und jeder andere Fähigkeiten hat. Beschäftigte würden "fähigkeitsgerecht" eingesetzt werden - so bekommt "Bestenauslese" eine ganz andere, neue Qualität, weil jeder nach seinen Fähigkeiten eingesetzt "Bestleistung" vollbringt. Fordern wir weiterhin höchste Leistungen von uns, definieren aber gemeinsam den Begriff Leistung neu! Wir wären ein Arbeitgeber für ALLE.

    Vielleicht sind wir Träumer. Aber eins ist sicher: Schwerbehinderung kann uns jederzeit und überall treffen. Deshalb ist das Thema für uns alle so wichtig. Von den Strukturen, die wir jetzt gemeinsam aufbauen, können wir alle morgen profitieren.

    Beginnen wir heute, an unserer Vision 2031 zu bauen: 200 Jahre Leibniz Universität Hannover. Viel ist erreicht worden in den letzten 200 Jahren, von der 1.Industriellenrevolution bis zur 4. Industriellenrevolution (Industrie 4.0).

    Eine schöne Vorstellung ist, wenn wir 2031 ganz selbstverständlich inkludiert zusammenarbeiten und in aller Verschiedenheit diese Revolution zusammen mitgestalten. Dafür machen wir uns in der Schwerbehindertenvertretung auch weiterhin für Sie stark!

    100 Jahre Schwerbehindertenvertretung
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