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ALT - Suchtpräventionskonzept für die niedersächsischen Landesbehörden

1. Struktur und Maßnahmen des Suchtpräventionsprogramms an der UH

Die UH hat ca. 4300 Beschäftigte (ohne studentische Hilfskräfte), die im Wissenschaftsbereich oder im technischen - und Verwaltungsdienst tätig sind.

1.1 Steuerungsgremium

Die Steuerung des Suchtpräventionsprogramms erfolgt durch den 'Beirat Gesundheitsmanagement', der von der 'Arbeitsgruppe Suchtprävention' Empfehlungen und Beschlussvorlagen erhält. Beide Gremien haben den früheren 'Arbeitskreis Sucht' und den 'Beirat für Suchtfragen' abgelöst, der bereits 1985 seine Arbeit aufgenommen hatte.

Nach Inkrafttreten der Vereinbarung zur Einführung eines Gesundheitsmanagements in der Niedersächsischen Landesverwaltung im Jahr 2002 und dem Erscheinen des Leitfadens zur Umsetzung wurde der Beirat ab 2004 neu strukturiert: Der Beirat setzt sich wie folgt zusammen:

Stimmberechtigte Mitglieder des Beirates Gesundheitsmanagement:

  • Präsidium (Vorsitzender: Vizepräsidenten für Verwaltung und Finanzen)

  • Geschäftsführung: Koordinatorin für Gesundheitsmanagement ( und Dozentin Arbeitswissenschaft: betriebliches Gesundheitsmanagement)

  • Grundsatzfragen Personal (Vertreter des Vizepräsidenten für Verwaltung und Finanzen)

  • Vertreterin des Gesamtpersonalrats

  • Leitende Sicherheitsingenieurin

  • Suchtbeauftragte

  • Betriebsärzte

  • Gäste:
  • die Gleichstellungsbeauftragte

  • die Schwerbehindertenvertreterin

  • den Personalentwickler im Personaldezernat

  • das Zentrum für Hochschulsport

  • Prof. Wacker (Fach: Sozialpsychologie)

  • Vertreterin der Lenkungsgruppe Gesundheit der TIB/UB

  • Vertreter/innen der Projektgruppen

Rahmenbedingungen:

Der Beirat Gesundheitsmanagement arbeitet nach einer Geschäftsordnung. Er trifft sich zu 2-3 Sitzungen pro Jahr. Entscheidungen werden nach dem Mehrheitsprinzip getroffen, aber nicht gegen die Stimme des Präsidiums.

1.2 Hauptamtliche Suchtbeauftragte und ihre Aufgaben

Die UH hat seit 1994 eine hauptamtliche Suchtbeauftragte mit 28 Wochenstunden eingestellt. Die Stelle ist mit einer diplomierten Sozialpädagogin mit Zusatzqualifikationen besetzt. Sie hat die Aufgabe, professionelle Beratung und Prävention für alle Beschäftigten anzubieten mit den Schwerpunkten:

  • Unterstützung und Beratung der Vorgesetzten

  • Beratung und Betreuung betroffener Mitarbeiter/innen

  • Konzipierung und Durchführung von Informations- und Fortbildungsmaßnahmen

  • Evaluation und Weiterentwicklung des Präventionskonzeptes

Das Angebot der Suchtbeauftragten richtet sich an alle Suchtmittel konsumierenden Beschäftigten, insbesondere aber an die Personen mit einem riskanten, missbräuchlichen oder abhängigen Konsum oder mit nicht Stoff gebundenen Abhängigkeiten. Beraten werden auch Angehörige, Kollegen, Teams und das Arbeitsumfeld.

Einen besonders großen Anteil nimmt jedoch die Beratung der Führungskräfte ein. Diese sind als Vorgesetzte hauptverantwortlich für die Umsetzung der Handlungsanleitung. Sie müssen bei Auffälligkeiten im Arbeits- und Leistungsverhalten von Beschäftigten sachgerecht reagieren können und bei Auffälligkeiten durch Suchtmittelkonsum oder durch suchtbedingtes Verhalten nach dem vorliegenden Stufenplan intervenieren. Zur frühzeitigen Klärung, ob ein Gespräch geführt werden sollte oder nach Stufenplan angesetzt werden muss und zur Vorbereitung auf ein solches, bietet die Suchtbeauftragte den Vorgesetzten ihre Unterstützung an.

Im Zuge der Abordnung führt die Suchtbeauftragte zusätzlich Aufgaben im Bereich Suchtprävention für andere Dienststellen (z. B MWK, Landeszentrale für Politische Bildung, Universität Hildesheim, Studentenwerk Hannover) durch.

1.3 Publikationen und Verteilung von Informationsmaterial

Die Suchtbeauftragte nutzt im Rahmen ihrer Informations- und Aufklärungsarbeit verschiedene Möglichkeiten und Wege, die Beschäftigten gezielt mit Themen zur Suchtprävention und -hilfe zu erreichen.
Veröffentlichungen:

  • Regelmäßige Artikel in der Mitarbeiter-Zeitung „Universität intern “(seit 1996)

  • Flyer der Suchtbeauftragten (1996)

  • Internetseite der Suchtbeauftragten (seit 1997)

  • Hinweise auf Veranstaltungen im „Personalrats-Info“

  • Beteiligung an der Broschüre: „Herzlich Willkommen an der Universität Hannover“ für neue Mitarbeiter (seit 1999)

  • Broschüre:“ Lösungsorientierte Gespräche mit suchtgefährdeten Beschäftigten – Leitfaden für Führungskräfte“ (2001)

  • Mitautorin an der Broschüre „Wegweiser für schwangere Studentinnen und Beschäftigte sowie deren Vorgesetzte“ herausgegeben von der Nds. Landesstelle für Suchtfragen (2002)

  • Rundschreiben mit Hinweisen zu Promillegrenzen, Unfallverhütung, Schadensersatz (2004)

  • Mitarbeit an der Broschüre: Ess-Störungen am Arbeitsplatz - eine Praxishilfe für Personalverantwortliche und Kolleginnen und Kollegen (2004)

  • Herausgabe eines Plakates, auf welchem alle Sucht-Selbsthilfegruppen in der Region Hannover abgebildet sind (2005)

  • Konzept, Herausgabe und Redaktion der professionell erstellten Informationsschrift „forum gesundheit - Informationen des Netzwerkes der Sozial- und Suchtberatungen norddeutscher Universitäten“ mit dem Schwerpunktthema „Verantwortlich mit Alkohol umgehen“ (2005)

1.4 Regionale Kooperation und Vernetzung

Auf die fachliche und regionale Vernetzung des Suchtpräventionsprogramms der UH wird großen Wert gelegt. Die Suchtbeauftragte und Mitglieder des Beirates arbeiten regelmäßig in den folgenden Netzwerken mit:

  • Regionaler Arbeitskreis Hannover Suchprävention am Arbeitsplatz offen für alle Interessierten in der betrieblichen Suchtprävention

  • Netzwerk der haupt- und nebenamtlichen Sozial- und Suchtberater/innen an Norddeutschen Universitäten Netzwerk für betriebliche Gesundheitsförderung und Suchtprävention an deutschen Hochschulen:
    www.admin.uni-oldenburg.de/bssb/gast/netzwerkbund/dokumentation.html

  • Facharbeitsgruppe Betriebliche Sozialberatung Region Hannover bestehend aus Hauptamtlichen in der betrieblichen Mitarbeiter-, Sozial-, und Suchtberatung

1.5 Qualitätssicherung und Evaluation

Maßnahmen zur Qualitätssicherung und regelmäßige Evaluation des Suchtpräventionsprogramms an der UH werden von der Suchtbeauftragten mit Unterstützung des Beirates durchgeführt. Dazu gehören:

  • Supervision für die Suchtbeauftragte

  • Fortbildung der Suchtbeauftragten

  • Ausführlicher jährlicher Tätigkeitsbericht der Suchtbeauftragten, der dem Präsidium vorgelegt und dem Akademischen Senat vorgestellt wird.

2. Projekte im Rahmen des Suchtpräventionsprogramms

Im Rahmen des Suchtpräventionsprogramms sind im Laufe der Jahre einige längerfristige Projekte in Angriff genommen wurden, deren Ergebnisse zum Teil als Publikationen vorliegen:


  • Die Broschüre: Lösungsorientierte Gespräche mit suchtgefährdeten Beschäftigten - Leitfaden für Führungskräfte (2001)
    gibt eine praktische Anleitung zur Vorbereitung und Durchführung von Gesprächen mit auffälligen Beschäftigten. Sie wurde vom Beirat für Gesundheitsförderung und Suchtprävention erarbeitet und mit einem Rundschreiben in der Universität veröffentlicht.

  • Die Ersteinweisungen in die Arbeitssicherheit (fortlaufend)
    sind für neue Mitarbeiter an der Universität verbindlich. Die gemeinsam mit den Betriebsärzten und Sicherheitsingenieuren durchgeführten Informationsveranstaltungen haben sich als Einstieg in die Arbeitssicherheit bewährt. Da jede/r Vorgesetzte verpflichtet ist, jährlich eine Sicherheitsunterweisung anzubieten, können diese auch dazu genutzt werden, um sich einmal ausschließlich mit Suchtprävention zu befassen. Die niedrigschwellig angesetzten allgemeinen Informationen und Diskussionen zum Umgang mit Suchtmitteln haben sich als Türöffner für manchen Arbeitsbereich erwiesen. Dabei wird präventiv gearbeitet, denn es geht nicht in erster Linie um die bereits Abhängigen, sondern darum, wie jeder Einzelne Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und in der Freizeit handhabt.

  • Konzept zur Integration von Gesundheitsmanagement in die Personalentwicklung (2002)
    Ein entsprechendes Konzept wurde im Beirat für Suchtprävention und Gesundheitsförderung verabschiedet und floss in den Abschlussbericht zur Personalentwicklung ein. Derzeit wird weiter an der Umsetzung gearbeitet.
    Gesundheitsförderungsprojekt: Schwangerenbroschüre (2002)
    Die Broschüre „Wegweiser für schwangere Studentinnen und Beschäftigte sowie deren Vorgesetzte“ wurde auf Initiative der Betriebsärztin und der Suchtbeauftragten erstellt und ist ein Beispiel für eine fruchtbare Kooperation mit anderen Institutionen. Sie erfüllt damit bereits weit gehend die Qualitätskriterien des „Leitfaden zur Umsetzung von Gesundheitsmanagement in den Dienststellen des Landes Niedersachsen“ von 2002. Mitautorinnen waren neben den Initiatorinnen, die Sozialberaterin des Studentenwerkes, die Sicherheitsingenieurinnen, ein Sachgebietsleiter des Personaldezernats und das Frauenbüro. Sie wurde mit finanzieller Beteiligung durch das Präsidium der Universität Hannover als Herausgeber, der BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH, des Studentenwerkes und des Frauenbüros veröffentlicht. Sie beleuchtet gesetzliche Verpflichtungen, vorbeugende und gesundheitsfördernde Maßnahmen bei Schwangerschaft und nennt Unterstützungsmöglichkeiten und Ansprechpartner/innen.

  • Die Broschüre: Ess-Störungen am Arbeitsplatz - eine Praxishilfe für Personalverantwortliche und Kolleginnen und Kollegen (2004)
    wird von der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen herausgegeben. Die Autorinnen, unter ihnen die Suchtbeauftragte der UH, haben erstmals wichtige Informationen zum Umgang mit Ess-Störungen im Betrieb zusammengetragen.