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„Erfolgreiches Instrument der Personalgewinnung“

„Erfolgreiches Instrument der Personalgewinnung“

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© Foto: LUH/Marie-Luise Kolb
Prof. Dr.-Ing. Dominik Schillinger leitet die Tenure-Track-Professur Numerische Mechanik mit Schwerpunkt Höchstleistungsrechnen in der Mechanik.
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Prof. Dr. Marina Schröder ist Inhaberin der Tenure-Track-Professur Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Innovationsökonomik.

Die Leibniz Universität Hannover hat die Tenure-Track-Professur als Karrieremodell etabliert – alle im Rahmen des Nachwuchspaktes bewilligten Professuren wurden fristgerecht besetzt

21 Tenure-Track-Professuren hat die Leibniz Universität Hannover (LUH) 2018 im Rahmen des Nachwuchspaktes erhalten, vier weitere wurden ihr 2019 bewilligt. Diese Professuren müssen innerhalb von drei Jahren besetzt werden, so die Vorgabe des "Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses". Für die 2018 bewilligten Professuren endet diese Frist im Mai 2021. An der LUH wurden fristgerecht alle Professuren aus der ersten Förderrunde und bereits eine weitere Professur aus der zweiten Förderrunde besetzt.

Tenure Track steht für zunächst befristete Professuren, die nach positiver Evaluation in Lebenszeitprofessuren überführt werden. Der Fokus des Nachwuchspaktes liegt bundesweit auf Juniorprofessuren (W1), die nach der bis zu sechsjährigen Tenure-Phase in höherwertigere W2- oder W3-Professuren überführt werden. Die LUH geht einen besonderen Weg: Sie beruft 24 der 25 Professuren von Beginn an auf W2-Stellen, die zu einem großen Teil nach der Evaluation in W3-Professuren münden. "Mit unserem Modell zeigen wir einen Gegenentwurf auf, der sehr erfolgreich als Instrument der Personalgewinnung und -bindung funktioniert - das bestätigen auch die qualitativ sehr guten Berufungslisten", sagt Prof. Dr. Joachim Escher, Vizepräsident für Berufungsangelegenheiten, Personalentwicklung und Weiterbildung der LUH.

Angebot auf Augenhöhe mit den USA

Der erste Tenure-Track-Professor an der LUH war Prof. Dr.-Ing. Dominik Schillinger. Er leitet seit Januar 2019 das Fachgebiet Numerische Mechanik mit Schwerpunkt Höchstleistungsrechnen in der Mechanik an der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie. Zuvor hat er bereits das fünfjährige Tenure-Track-Programm an der University of Minnesota in den USA absolviert. Aus familiären Gründen wollte er nach Deutschland zurückkehren und fand an der LUH die passenden Konditionen. "Die Leibniz Universität Hannover gehört zu den TU9-Universitäten und hat im Bauingenieurwesen deutschlandweit, aber auch international eine große Reputation", betont Schillinger, der schon vor seinem Wechsel einen ERC Starting Grant und ein Großprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworben hat und so in Hannover mit einem zehnköpfigen Team starten konnte - üblich für Tenure-Track-Professuren sind ein bis zwei Mitarbeitende.

Die Tenure-Track-Stelle bot ihm neben der Aussicht auf eine unbefristete W3-Professur und einer guten Technikausstattung weitere Vorteile: "Für Tenure-Track-Professuren gilt eine Lehrreduzierung, wodurch wir mehr Zeit für die wissenschaftliche Profilierung haben. Das ist mir wichtig, da ich an der LUH ein anderes Fachgebiet innehabe, als das, auf dem ich mich in meiner Zeit in den USA sehr gut positioniert habe." Aufgrund dieses Fachwechsels profitiert der 40-Jährige auch besonders von den Weiterbildungsangeboten: "Die LUH verfügt gerade im Bereich der Lehre über ein sehr regelmäßiges Angebot für Tenure-Track-Professoren, das mit dem mithält, was ich in den USA kennengelernt habe. Hinzu kommen regelmäßige Feedback-Gespräche mit Vertretern der Hochschul- und Fakultätsleitung."

Überall offene Türen und offene Ohren

Auch Prof. Dr. Marina Schröder hebt die Willkommenskultur ihrer Fakultät hervor: Sie ist seit August 2019 Inhaberin der Tenure-Track-Professur Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Innovationsökonomik an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. "Ich kam nicht nur in ein fertiges Büro, sondern wurde auch von den Kolleginnen und Kollegen mit offenen Armen und zahlreichen Gesprächen über mögliche Kooperationen empfangen", erzählt die 36-Jährige, die zuvor als Juniorprofessorin an der Universität zu Köln tätig war und an der LUH nun nach der Evaluierung die Aussicht auf eine W3-Professur hat. Aber: "Die Evaluationskriterien sind sportlich." Sie umfassen Forschung, Lehre, Drittmittel, "das ganze Paket", sagt Schröder.

Die Corona-Pandemie mache es gerade nicht einfacher: "Vor allem Tenure-Track-Professorinnen und -Professoren mit Kindern haben momentan sehr zu kämpfen, das erfahre ich auch im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen", sagt die zweifache Mutter und fügt hinzu: "Trotzdem bin ich sehr froh, in dieser Position zu sein. Andere Nachwuchswissenschaftlerinnen haben noch viel mehr Unsicherheiten." Als Tenure-Track-Professorin profitiere sie von ihrem reduzierten Lehrdeputat und dem "gesunden Maß", mit dem sie sich in Verwaltungsaufgaben einbringen kann. Hilfreich sei zudem der regelmäßige Austausch, der den Tenure-Track-Professuren seitens der Universitäts- und Fakultätsleitung angeboten wird: "Gerade am Anfang gab es bei der Umsetzung des Tenure-Track-Programms viele Fragezeichen - aber noch mehr Bemühen aller Parteien. Ich stoße überall auf offene Türen und offene Ohren!"

Aufgrund der positiven Erfahrungen im Rahmen des Nachwuchspaktes plant die LUH auch zukünftig Berufungsverfahren nach diesem Modell umzusetzen. Damit stellt sie Weichen für die Zukunft, denn langfristig sollen 20 Prozent der Neuberufenen an der LUH im Tenure-Track-Verfahren berufen werden.

 

Hinweis an die Redaktion

Für weitere Informationen steht Ihnen Mechtild Freiin v. Münchhausen, Pressesprecherin der Leibniz Universität Hannover und Leiterin des Referats für Kommunikation und Marketing, unter Telefon +49 511 762 5342 oder per E-Mail unter vonMuenchhausen@zuv.uni-hannover.de gern zur Verfügung.